So befreien Sie sich von unsinnigen Benimmregeln und falschen Karrierehelfern!
Bereits vor über zweihundert Jahren hat Freiherr Adolph Knigge sein Werk Über den Umgang mit Menschen* verfasst und schon erkannt, dass Höflichkeit zum guten Umgangston gehört. Worauf es heute ankommt, hat Kai Oppel in seinem Ratgeber „Die Knigge-Kur“ zusammengefasst, wobei er mit der Erläuterung der seiner Meinung nach sieben Knigge-Feinde Mobilität, Erreichbarkeit, Effizienz, Ökonomisierung, Informationsflut, Digitalisierung und Beschleunigung beginnt. Wegen der permanenten Erreichbarkeit, sogar beim Essen oder Autofahren, fühlt sich der Mensch gehetzt und möchte am liebsten zwei Dinge gleichzeitig erledigen. Trotz immer schneller werdender Verkehrsmittel spart der unter enormem Leistungsdruck Stehende keine Zeit ein, die Inanspruchnahme einer digitalen Bordkarte versichern ihn einer Effizienz und seinen Erfolg misst er gemäß dem ökonomischen Prinzip nur noch an materiellen Dingen, was unweigerlich körperliche Veränderungen zur Folge hat und sich auf seine Gesundheit in Form von Stress oder Burn-out auswirken.
Ulrich Brinkhoff, der in den Jahren von 1963 bis 1971 als Botschafter für das Auswärtige Amt Bonn tätig war, stellt mit seinem Reisebericht „Karneval am Titicacasee“ den letzten Teil seiner Trilogie vor. Mit seiner Frau SooRyun mietet er in Bolivien einen Bungalow, wo sich das Paar Katzen, Hühner und Lamas hält. Sein Auto muss er wegen des geringen Sauerstoffanteils in der Luft mit einem speziellen Vergaser ausstatten lassen, denn auch Flugzeuge können nur mit besonderen Triebwerken die hoch gelegene Stadt La Paz anfliegen. Immer wieder berichtet er von durch Erdrutsche versperrten Straßen, und häufig fährt das Paar mit dem Auto auf den Chacaltaya bis zum Plateau auf 5202 Metern, was sonst nirgendwo auf der Welt möglich wäre. Wie der Autor zu berichten weiß, war der Berg im Gegensatz zu heute damals noch von einem Gletscher überzogen.
Erst vor fünf Jahren hat die mittlerweile vierunddreißigjährige Martina Bäck von ihrer Tante Uschi und deren Mann Karl erfahren, dass ihr Vater noch lebt. Von Uschi und Karl, bei denen sie aufgewachsen ist, hat sie immer nur gehört, dass er vor ihrer Geburt verschwunden wäre und ihre Mutter, an die sie keine Erinnerung hat, bei einem Autounfall ums Leben kam. Martina erfährt weiter, dass ihr an Schizophrenie erkrankter Vater inzwischen durch Lungenentzündungen und einen Schlaganfall geschwächt ist, womit ihr nicht mehr viel Zeit zum Kennenlernen verbliebe.
Peter Coon beginnt seinen Erzählband mit einer Geschichte, in der es um die Verarbeitung oder besser Nicht-Verarbeitung eines Erlebnisses von Karl geht, der das Unglück in Ramstein mit dem Absturz von drei Kunstflugmaschinen im August 1988 miterlebt hat und den die Erinnerungen daran regelrecht verfolgen. Weiter geht es mit Lena und Lukas, die sich in einem Dunkelrestaurant kennengelernt haben. Nach vielen Gesprächen lädt Lena ihren neuen Freund zu sich nach Hause ein, doch auch dort treffen sie in völliger Dunkelheit aufeinander, wogegen sich im Verhalten von Elsa und Paul viele Paare wiedererkennen dürften, die schon längere Zeit zusammenleben. Die beiden beratschlagen, ob sie am Abend lieber gemeinsam lesen oder spielen sollen, oder doch eventuell besser fernsehen.
Joe Lederer von der Münchner Mordkommission informiert die Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth, mit der er neuerdings wieder eine Beziehung hat, über einen Leichenfund. Am Tatort eingetroffen stellt sie fest, dass Laura von Reinstein ein tiefer Halsschnitt zugefügt wurde, an dem sie verblutet ist. Joe und sein Kollege Mick sprechen als erstes mit ihrer Putzfrau, die ihnen von dem geschiedenen Mann der Toten berichtet. Dabei soll es sich um Karl Maria von Loessl handeln, in dessen Adern blaues Blut fließt. Die Ermittlungen ergeben, dass Karl Maria von Loessl identisch mit ihrem Polizeireporter Charly Loessl ist, der plötzlich nicht mehr auf der Arbeit erscheint. Am Tatort können seine Fingerabdrücke sichergestellt werden und weil er als der Hauptverdächtige gilt, fahndet man bereits nach ihm. Natürlich verstößt es gegen die Regel, dass Joe seiner Sofie unter dem Mantel der Verschwiegenheit davon erzählt.
In der Anthologie „Sonne, Mord & Meer“, herausgegeben von Regina Schleheck, dreht sich jede der neunzehn Kurzgeschichten um genau eines dieser drei Themengebiete. So hängt es in heimischen Gefilden während eines Wildniswochenendes von der Entscheidung einer Gruppe ab, ob Otto sterben soll. Im Gegensatz zu Rocko, der nach einem AC/DC Konzert auf der Flucht ist und nicht weiß, wohin er fliegen soll, befindet sich eine Frau auf dem Rückflug von Irland nach Frankfurt, wo ihr allerdings einiges sonderbar vorkommt. Da ergeht es ihr aber immer noch besser als einer Besatzung, die im Indischen Ozean auf einer Insel notlanden muss. Auch der Urlaub von drei Frauen steht von Anfang an unter einem schlechten Stern, denn anstatt Flugtickets nach Malaga in Händen zu halten, soll es plötzlich nach Faro an die Algarve gehen.
„Das geht nicht!“, ist ein Ausspruch, den Wolfgang Kulow noch nie gelten ließ, denn er wollte in seinem Leben stets „Das Unvorstellbare wagen“. In seiner Autobiografie, die er in Zusammenarbeit mit Iris Hadbawnik geschrieben hat, bekennt der an der Ostsee aufgewachsene Extremsportler freimütig, dass er sich immer nur wirklich frei im Wasser, in der Wüste oder in den Armen einer schönen Frau gefühlt hat. Schon als junger Mann sucht er die Herausforderung und übernimmt nach Feierabend gefährliche Arbeiten am Rumpf der Fischerboote. 
Die Eltern der fünfzehnjährigen Bee sind Elgin Branch, der als Teamleiter bei Microsoft arbeitet, und Bernadette Fox, eine berühmte Architektin. Bee, die korrekt Balakrishna heißt, wünscht sich für ihre überdurchschnittlich guten Schulnoten eine Familienreise in die Antarktis. Ihre Mutter, die das Haus nur ungern verlässt, beauftragt Manjula Kapoor, eine virtuelle Freundin aus Indien, per Mail mit den Reisevorbereitungen für die Expedition. Ihrer Tochter zuliebe will sie mitfahren, doch fürchtet sie sich vor der Überquerung der gefahrvollen Drakestraße, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet.
Es ist zwei Uhr in der Nacht, als die Journalistin Maria Grappa von der Bäckereibesitzerin Anneliese Schmitz auf einen Spielplatz in eine ehemalige Zechensiedlung gerufen wird. Dort sitzt eine Muslima im Sand und schaukelt den Körper eines kleinen, toten Mädchens. Wie die Ermittlungen ergeben, wurde die zweijährige Öslem erstickt. Doch die neunzehnjährige Mutter Duru Sahin steht unter Schock und ist nur eingeschränkt vernehmungsfähig. Es wird ein Haftbefehl wegen Mordes gegen sie erlassen, und sie wird in einer geschlossenen, psychiatrischen Klinik untergebracht. Von dem befreundeten Friedemann Kleist, der wegen einer Tagung zum Thema islamischer Terrorismus in der Stadt ist, erfährt Grappa, dass die neunzehnjährige Duru vor zwei Jahren ihr Abitur abgebrochen hat und nach Syrien gereist ist, um einen IS-Kämpfer zu heiraten. Der Vater des Kindes, der gesuchte Terrorist Ali Musa, soll sich in Deutschland aufhalten und sich unter den Flüchtlingen aus Syrien befinden. Die Behörden befürchten einen Anschlag.