Seit achtzehn Jahren ist die fast fünfzigjährige Susanne mit dem Oberförster Josef verheiratet. Sie wohnen einsam „Da draußen im Wald“, an einem Hang. Ausgerechnet an einem Sonntag bricht Josef zur Kontrolle einer Holzverladung auf, was sie schon Susanne mit Befremden aufnimmt. Noch auffälliger ist, dass er weder seinen Hund, noch sein Gewehr mitnimmt und als er abends nicht heimkehrt, nimmt ihre Unruhe zu. Am nächsten Tag sucht sie Inspektor Roland Raffl auf, dem zur Unterstützung des Suchtrupps Kommissar Ebert von der Kriminalpolizei zu Hilfe kommt. Im Wald werden Blutspuren entdeckt, die zu dem toten Förster Josef führen. Er wurde von einer Ladung Schrot in Brust und Unterleib getroffen. Verdächtigt wird nach ersten Ermittlungen der Wilderer Hinterholzer, der vor Jahren Morddrohungen gegen den Oberförster ausgesprochen hat. Aber auch Dorfbewohner Lehner, der in der Vergangenheit wegen eines gestohlenen Christbaums vom Förster angezeigt wurde, wird verdächtigt.
Belletristik
In der Belletristik versammeln sich all jene Geschichten, die mit Sprache, Fantasie und erzählerischer Kraft neue Welten eröffnen. Ob leise Alltagsbeobachtungen, große Gefühle, historische Schicksale oder spannende Konflikte – Belletristik erzählt vom Menschsein in all seinen Facetten. Die Romane, Erzählungen und literarischen Werke dieser Kategorie laden dazu ein, Perspektiven zu wechseln, Emotionen zu erleben und in fremde Lebenswelten einzutauchen. Für alle, die Literatur als Kunstform schätzen und erzählerische Vielfalt lieben.
Wirtschaftsthriller mit realem Hintergrund: Claudio Canteles „Im Visier der Heuschrecken“

Ein bedrohliches Szenario: Staatsbankrott in Lettland
Droht ein Staatsbankrott, sind drastische Maßnahmen unumgänglich – ein umfassender Logistikplan muss greifen. So schildert es Claudio Cantele in seinem packenden Wirtschaftsthriller „Im Visier der Heuschrecken“* am Beispiel Lettlands: Ausstehende Zahlungen an ausländische Energieversorger führen zur Rationierung von Benzin. Polizei und Feuerwehr genießen Vorrang, wodurch Berufspendler zunehmend Schwierigkeiten haben, zur Arbeit zu gelangen. Für medizinisches Personal werden Kleinbusse bereitgestellt, während Strom nur noch stundenweise zur Verfügung steht – inklusive Ausfällen im Telefonnetz. Auch Beamtengehälter bleiben aus, Unmut macht sich breit, das öffentliche Leben bricht zusammen.
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Frau hinter Hecken von Jana Revedin
Isolde Schwartz ist Anfang sechzig, lebt in München und ist eine berühmte Philosophin. Eines Tages eröffnet sie in einem Telefonat der erstaunten Sylvie Vaughan, dass sie Nachbarinnen sind. Sie würden sich von einem Symposium in Boston kennen und Sylvie könnte ihr Haus vom Fenster aus sehen. Am nächsten Tag trifft Sylvie die „Frau hinter Hecken“, die ihr erzählt, dass ihr Mann bereits vor zehn Jahren verstorben ist. Sie hätte einen Geliebten, Florian Waldeck, der sie jedoch nur ausnutzen würde. Aus Dummheit hätte sie ihm ihre Haushälfte überschrieben und will ihn nun loswerden, wobei ihr Sylvie helfen soll.
Sylvie hat mit drei Jahren ihren nicht leiblichen Vater verloren und als sie dreizehn war, hat sich ihre Mutter in einem See ertränkt. Ahmed Abdullah hat ihr ein von Beduinen erbautes Öko-Ressort, die Siwa Oase, vermacht und sich im letzten Jahr zu Weihnachten als ihr leiblicher Vater zu erkennen gegeben. Sylvie will Isolde helfen und vermittelt ihr die Adresse einer Notarin. Doch in einem weiteren Telefonat kündigt Isolde einen Rückzug an. Sylvie weiß nicht, was damit gemeint sein soll und quält sich mit Fragen, die das Schlimmste befürchten lassen. Sie geht zum Haus von Isolde und trifft dort auf Florian Waldeck.
Vater und Sohn – Zwei, die sich lieb haben von Erich Ohser
Die 33 schönsten Geschichten!
Die nicht selten konfliktbeladenen Beziehungen zwischen Vätern und ihren Söhnen hat sich die internationale Filmindustrie gerne zunutze gemacht. So entstand bereits 1955 der Spielfilm „Jenseits von Eden“, in dem Caleb, dargestellt von James Dean, um die Liebe und Anerkennung seines Vaters kämpft oder im selben Jahr der Filmklassiker „Wenn der Vater mit dem Sohne“ mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Anders als in zahlreichen Filmen, die sich diesem Thema widmeten, wurde in Comicform eine erste Vater-Sohn-Geschichte von Erich Ohser bereits am 13. Dezember 1934 einem breiten Publikum vorgestellt, der weitere Episoden folgten. Eine Auswahl dieser Bildgeschichten findet sich in dem aufwändig gestalteten Buch „Vater und Sohn – Zwei, die sich lieb haben“.
Die Bildgeschichten, die allesamt mit einer Überschrift versehen sind, jedoch ohne Zusatztext oder Sprechblase auskommen, zeigen bis auf wenige Ausnahmen nur zwei Personen: Einen Vater mit seinem Sohn. Den dickbäuchigen Vater zieren neben einem Schnäuzer nur noch wenige Haare und er ist bemüht, seinem pfiffigen Sohn alles recht zu machen.
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„Papa hat dich lieb“ – Ein Kriminalroman über ein verdrängtes Tabu

Ein Thema, das niemand sehen will
Obwohl die Öffentlichkeit durch die in letzter Zeit immer häufiger bekannt gewordenen Fälle von Kindesmissbrauch sensibilisiert sein müsste, werden allein in Deutschland jedes Jahr noch immer tausende Kinder sexuell missbraucht. Offensichtlich können sie sich niemandem anvertrauen – oder anders gesagt: Zu viele sehen lieber weg.
Dieses Schicksal teilt im Kriminalroman „Papa hat dich lieb“* auch die 18-jährige Eva aus dem rheinland-pfälzischen Alzey. Ihre Freundin Angelika, die allein mit ihrer Mutter Maike Berger lebt, bemerkt zunehmend eine Veränderung an ihr. Als Eva spurlos verschwindet, warnt Kriminalhauptkommissar Alfred Breuner Angelikas Mutter vor weiteren Nachforschungen – schließlich sei Eva bereits volljährig.
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Bierleichen von Su Turhan
Bierleichen bereiten den beiden Teams von Kommissariatsleiter Franz Weniger Kopfzerbrechen. Im Wittelsbacher Brunnen, genau in der Stadtmitte von München, finden sie die Leiche des Studenten Ömer Özkan, der zu einem Fall für das Sonderdezernat unter der Leitung von Zeki Demirbilek wird, das für Opfer oder auch Täter mit Migrationshintergrund zuständig ist. Einen weiteren Leichenfund gibt es für den Kriminalbeamten Pius Leipold und seine Kollegen nach einem Bierfestival. Die Bierkönigin Manuela Weigl, die in der Brauerei Mingabräu beschäftigt war, wird im Park mit einem Halswirbelbruch aufgefunden. Sie muss mit einem ungewöhnlichen Gegenstand niedergeschlagen worden sein. Eine Zusammenarbeit der Kommissare Zeki Demirbilek und Pius Leipold ist unumgänglich, als feststeht, dass der Henkel des zerbrochenen Bierkruges, den Ömer Özkan noch in seiner Hand hielt, von Mingabräu stammt. Obwohl die Obduktion einen stark alkoholisierten Zustand nachweist, soll er nach Zeugenbefragungen nie Alkohol zu sich genommen haben.
Erotisches Chaos und Haschkekse: Eine Romananalyse

Wenn die Lust schwindet: Annes Dilemma und Tess‘ Flaute
Die 38-jährige Anne und ihre Freundin Teresa, genannt Tess, verbindet eine über zehnjährige Freundschaft, die ihren Ursprung in einem Yogakurs fand. Anne, die seit sechs Jahren verheiratet ist und sich oft zwischen Job und Muttersein aufgerieben fühlt, sieht den samstäglichen Treffen mit Tess als willkommene Abwechslung und kleines Highlight. Doch diesmal ist ihre Stimmung getrübt. Die lange Sexflaute mit ihrem Mann Joachim und seine erneute Abweisung am Vorabend haben Anne frustriert. Sie sehnt sich nach Lust und Leidenschaft, doch seit der Geburt ihres fünfjährigen Sohnes Lars haben die intimen Momente drastisch abgenommen, fast auf null. Für Anne tickt die Uhr, denn der Wunsch nach einem zweiten Kind ist groß und die Zeit drängt. Auch bei der kinderlosen Tess, die mit dem Mittdreißiger Bernd zusammenlebt, der sich als Hausmann betätigt, herrscht im Bett gähnende Leere.
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Wenn das Wasser die Wahrheit verschlingt

Ein Leichenfund im Hochwasser
Oberkommissarin Franziska Steinbacher und Kriminalhauptkommissar Josef Schneidlinger von der Mordkommission Passau werden während des Hochwassers in ein ehemaliges Ladenlokal zu einer Leiche gerufen. Der Oberkörper des Mannes steckt in einem blauen Müllsack, und an seinem Hals klafft ein tiefer Schnitt.
Doch dann bricht das Wasser durch die Scheiben. Die Kommissarin entkommt beim Fotografieren des Tatorts nur knapp dem Tod. An eine Bergung der Leiche ist zunächst nicht zu denken – weder Identität noch Todeszeitpunkt können ermittelt werden.
Die Ermittler erfahren, dass das Ladenlokal einer Erbengemeinschaft, bestehend aus den Brüdern Christian, Bernhard, Josef und Franz Beinhuber, gehört. Anwalt Viktor Mooslechner wurde mit der Angelegenheit betraut, doch er bleibt spurlos verschwunden.
Rezension: Rattenlinie Bariloche – Fiktion mit realem historischen Schatten

Kriminalfall mit internationalem Sog
Schnell ist für Hauptkommissarin Verena Mayer-Galotti und ihren Kollegen André Hase klar: Der Sturz von Randolf Bock aus dem fünften Stock eines Berliner Hotels war kein Unfall, sondern Mord. Die Ermittlungen führen die beiden zu Bocks Arbeitgeber sowie zu Paul Kamm und der Table-Dancerin Martha Maaßen, deren Verhalten die Ermittler überrascht.
Eine Fotokappe mit Fingerabdrücken von Ari Kelch, gefunden unter dem Fenster des Toten, bringt Bewegung in den Fall. Bei Kelch wird belastendes Fotomaterial gefunden – er wird vorläufig festgenommen. Doch statt sich weiter als Fotograf auszugeben, behauptet Kelch nun, als Privatdetektiv gearbeitet zu haben, und bietet Mayer-Galotti seine Unterstützung an.
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Unentschieden von Alexandra Maxeiner
Iris Schubert ist Dozentin für Lyrik und alleinerziehende, chaoserprobte Mutter der dreijährigen Laura. Sie ist als Talkgast zu einer Radiosendung eingeladen, bei der sie für die Bürgerinitiative „S.O.S. Heidenruh“ Position beziehen soll. Ihr Kontrahent ist die Ferdinand-Mayer-AG und für die Kampagne „Das Erlebnisbad – ein Froschfriedhof“ ist ausgerechnet der Projektleiter Ben Schäfer ihr Gesprächspartner, der als Spezialist für Härtefälle gilt. Erst im Studio trifft sie mit ihm zusammen, was für beide eine Überraschung ist, denn sie kennen sich bereits. Das letzte Mal hat sie ihn vor 25 Jahren auf Jürgens Party nach dem Abitur im Jahr 1989 getroffen und es stand zwischen ihnen „Unentschieden“.
Schon als Kinder haben die beiden mit Playmobil gespielt, was jedoch in einem Desaster und ihrem Wunsch endete, ihm nie wieder zu begegnen. Als Pubertierende verliebt sich Iris in Christian, mit dem sie eine „Seelenverwandtschaft“ verbindet. Im Gegensatz zu ihr ist er politisch interessiert und sein Lieblingsthema ist der Kapitalismus.