mondo kranko von Jonis Hartmann

mondo krankoDas Buch „mondo kranko“ von Jonis Hartmann vereinigt 45 Kurzgeschichten unterschiedlichster Art, deren tieferer Sinn sich nur den wenigsten Lesern erschließen mag. Da wird eine Straßenbahn im Wasser versenkt und an einem Dünenrennen nimmt ein Pilot mit einer Taucherbrille teil, dem bei einer Bremsung die Kastration droht. Strandkörbe bewegen sich von allein, eine Fußballfrau vergräbt Eier und ein Mann erlebt einen Overkill, als er vor dem Fernsehen einschläft. Ein anderer Mensch nimmt in einem Schwimmring Kurs auf Calais, Finger steigen in einen Bus und einem pferdeähnlichen Mensch kommen Karotten aus den Ohren. Jonis Hartmann schreibt von turmhohen Mohnblumen und einer Riesenwelle, von einem grünen Himmel und einem einstürzenden Einkaufszentrum. Ein Großvater kreuzt Enten, bis alle die gleiche Scheckung aufweisen und ein Musiker lässt sich von einem Mädchen drei Finger mit einem Beil abschlagen.

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Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam von Astrid Fritz

Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kamAktuell dreht sich die politische Diskussion um die Frage einer Mautgebühr auf bundesdeutschen Autobahnen. Im Mittelalter war es üblich, dass für die Benutzung von Straßen und Wasserwegen ein Wegezoll entrichtet werden musste und wer Einlass in eine Stadt begehrte, wurde am Stadttor zur Kasse gebeten. So belasten diese Gebühren auch den jungen Jakob in dem Buch „Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam“ von Astrid Fritz, der sich schon seit frühester Kindheit mit Diebstählen durchs Leben schlagen muss.

Nach einer geglückten Flucht aus Freiburg erreicht er im Jahr 1538 kurz vor Weihnachten Straßburg. Dort beobachtet er einen Trauerzug für den verstorbenen 17-jährigen Sohn des Schneiders Gervasius und nutzt, vom Hunger getrieben, die Gelegenheit für einen Einbruch in dessen Haus. Als er sich satt gegessen und von dem duftenden Wein getrunken hat, schläft er jedoch erschöpft ein und wird so von der heimkehrenden Familie entdeckt, die ihn den Scharwächtern übergibt. Einzig die 14-jährige Tochter Johanna hat Mitleid mit ihm.

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Träume in der Morgenstille von Ulrich Brinkhoff

Träume in der MorgenstilleDer amtierende Außenminister ist jeweils Leiter des Auswärtigen Amtes. Aktuell umfasst das Stammpersonal 6750 Stellen, die die deutschen Interessen in der Welt vertreten. Ulrich Brinkhoff, Autor des Buches „Träume in der Morgenstille“, war als Mitarbeiter zehn Jahre für dieses Amt tätig. Im Jahr 2011 macht er sich als 72-jähriger mit seiner Ehefrau Monika nach Südkorea auf, wo er in Seoul eingesetzt war. Er findet heute eine ihm fremde Welt vor und kann das Hotel, an dem viele alte Erinnerungen hängen, kaum ausmachen.

Als Ulrich Brinkhoff im Jahr 1964 nach Korea kam und vorerst weder ein Auto, noch eine Wohnung besaß, lernte er die erst 18-jährige Schülerin Kim Hyung-Sook kennen. So wie er selbst in die Wirren des 2. Weltkrieges geboren wurde, wuchs auch sie als Kind während des Korea-Krieges auf. Als er sie in einem Gespräch mit einem amerikanischen Soldaten sah, war er unsicher, ob sie eine Spionin sein könnte, worüber er natürlich seinen Vorgesetzten hätte informieren müssen. Doch erwies sich sein Verdacht zum Glück als unbegründet.

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Burnout – für immer auskuriert von Alice Spogis

Burnout – für immer auskuriertElla Brandt ist mit dem Zug auf dem Weg in die Dunenburg-Klinik auf Juist. Mit drei Jobs war sie völlig überlastet, was in einem Burnout endete. Drei Operationen sowie eine Trennung von ihrem Freund Marty hat sie hinter sich, fühlt sich nur mehr als menschliches Wrack und setzt alle Hoffnungen auf die vier Wochen Klinikaufenthalt. Als sie der Kutscher Berno Hansen bei der Ankunft in der Klinik mit den Worten verabschiedet, gut auf sich acht zu geben und zu ihm zu kommen, wenn etwas sein sollte, misst sie dem noch keine Bedeutung zu.

Rita Kalo nimmt Ella in Empfang, der von ihr wenig Freundlichkeit entgegen gebracht wird. Vom leitenden Psychologen Boris Seitz und dem Direktor Dr. Carl Rottmann hat sich Ella viel versprochen, doch besteht deren Therapie in der großzügigen Verabreichung von Psychopharmaka. Ihren persönlichen Therapeuten Jens Schefer möchte sie schnell wechseln und Masseur Rudi Elmer ebenfalls, der sie offensichtlich nur begrapschen will.

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Dünengrab von Sven Koch

DünengrabMitten in der Nacht taucht vor dem Haus von Fokko Broer, das weit außerhalb von Werlesiel liegt, eine verwirrte und offensichtlich verletzte junge Frau aus dem dichten Küstennebel auf. Die verstörte Frau fleht ihn an, ihr zu helfen und verschwindet kurz darauf auf mysteriöse Weise wieder im Nebel. Auch in der kleinen Polizeiinspektion von Werlesiel meldet sich in der Nacht eine ängstliche, scheinbar panische Frau über den Notruf und bittet um Hilfe, danach bricht das Gespräch plötzlich ab. Am nächsten Morgen wird die neunzehnjährige Vikki Rickmers aus dem Nachbarort Bornum von ihrer Mitbewohnerin als vermisst gemeldet. Solche Dinge geschehen für gewöhnlich nicht in Werlesiel und Femke Folkmer, die seit drei Jahren die Polizeistation leitet, glaubt nicht an einen normalen Vermisstenfall.

Seit Femke beschlossen hat, zur Kripo zu wechseln, liegt neben ihren Unterlagen für die Aufnahmeprüfung der Bestseller von Mordermittler Tjark Wolf auf ihrem Schreibtisch, der für sie zu einer Art Bibel geworden ist.

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Verbrechen hinter den Kulissen: Beate Baums Kriminalroman „Auf Sendung“

Buchcover des Kriminalromans Auf Sendung

Ein mysteriöser Fall im Nachwendedeutschland

Rund zwei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer besitzen in Erfurt nur wenige Privathaushalte ein Telefon. In dieser Zeit ist der Kriminalroman Auf Sendung* von Beate Baum angesiedelt. Kirsten Bertram und Andreas Rönn vom „Tageskurier“ sind einem Verrechnungsschwindel auf der Spur. An einer Werbekampagne für eine Striptease-Show des Privatsenders PLT scheint etwas faul zu sein, denn zwei Mädchen, die einen Preis gewonnen haben, bleiben plötzlich verschwunden.

Manfred Haffmann, der Organisator der Show, wird tot in seinem Büro aufgefunden – ausgerechnet von Andreas, der nun selbst in den Kreis der Verdächtigen gerät. Zum Glück hat Kirsten kürzlich die Bekanntschaft des Privatdetektivs Dale gemacht, der sich in die Ermittlungen einschaltet.

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Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er und 50er Jahren von Philip J. Dingeldey

Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er und 50er JahrenPhilip J. Dingeldey hat in seinem Buch „Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er & 50er Jahren“ natürlich in erster Linie von den Gegebenheiten in Nürnberg erzählt, doch dürfte sich die Situation in jeder anderen vom Krieg gebeutelten Stadt in Deutschland nicht anders dargestellt haben. Er erinnert an die Zeit rationierter Lebensmittel, die es nur mit Lebensmittelmarken gab und an den Bau von Luftschutzbunkern. Überall hat Juden das gleiche, grausige Schicksal ereilt. Die Bevölkerung war Großangriffen mit Brand- und Phosphorbomben ausgesetzt. Das Alltagsbild der Kinder war geprägt durch Tote auf den Straßen und sie hörten von Vätern, die auf Heimaturlaub von der Front kamen und neben einem zerstörten Haus nur noch die Gräber ihrer Familie vorfanden.

Um sich über das wahre Ausmaß des Krieges zu informieren, hörte man heimlich den Feindsender. Der Autor berichtet vom Elend der Kriegsgefangenen, die nicht selten beim Entfernen von Luftminen oder Blindgängern umkamen und von der Kinderlandverschickung.

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Verborgene Familiengeschichten – zwischen Nähe, Bruch und lebenslanger Bindung

Cover von Liebe, lebenslänglich von Ursula von Arx

Auf Spurensuche: Ursula von Arx

Wenn es darum geht, Familienbande zu lösen, tun sich die meisten Menschen schwer. Ursula von Arx hat sich auf die Suche nach Personen gemacht, die bereitwillig Auskunft über ihre Eltern-Kind-Beziehung geben wollten. Sie sprach jeweils mit einem Elternteil und dessen Kind getrennt, wobei sie gelegentlich Namen ändern musste. In einem Fall erhielt sie sogar eine Sonderbewilligung des Freistaates Bayern, um mit einem Inhaftierten ein fast vierstündiges Gespräch führen zu können. Die gesammelten Ergebnisse stellt sie in ihrem Buch Liebe, lebenslänglich vor.

Ein Winzer-Erbe mit gemischten Gefühlen

Der 21-jährige Daniel Niepoort möchte in die Fußstapfen seines Vaters treten, der als Winzer in Portugal das seit 1842 im Familienbesitz befindliche Unternehmen in der Douro-Region leitet – einer Region, die seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Sein Vater Dirk führt ihn auf ungewöhnliche Weise, was den Sohn anfangs sogar enttäuscht zurückließ.

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„Verdächtige und andere Katastrophen“ – Eine skurrile Kriminalsatire mit bösem Witz

Buchcover des Kriminalromans Verdächtige und andere Katastrophen

Ein Mord mit Nebengeräuschen

Hauptkommissar Gregor Brandolf, ehrgeizig und deshalb nur „Eifer“ genannt, wird gemeinsam mit seinem Assistenten Paul Maurus in einen rätselhaften Mordfall verwickelt: Die Klavierlehrerin Rosamunde Stichnote wurde erdrosselt neben ihrem Flügel aufgefunden. Für „Eifer“ ist der Fall klar: Nur Jürgen Stein, Fotograf beim „Kreisanzeiger“, der auch die Polizei verständigt hat, kommt als Täter infrage. Maurus hingegen kann nicht nachvollziehen, warum Stein im Fokus steht – doch dessen skurrles Geständnis sorgt für weitere Verwirrung.

Ein Netz aus kuriosen Verdächtigen

Im weiteren Verlauf wird Nachbarin Sofia von Stetten verhört, die überraschend erklärt, Rosamunde sei selbst eine Mörderin gewesen. Damit wird sie zur neuen Hauptverdächtigen.

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Das sieht aber gar nicht gut aus von Werner Bartens

Was wir von Ärzten nie wieder hören wollen!

Das sieht aber gar nicht gut ausDurch das Buch „Das sieht aber gar nicht gut aus“ von Werner Bartens erfährt der Leser unmissverständlich, wie es zwischen Arzt und Patient schnell zu Missverständnissen kommen kann und was ein Arzt mit seiner Aussage wirklich ausdrücken will. Ganz entscheidend für einen Krankheitsverlauf sind ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis sowie eine positive Erwartungshaltung. So muss es nicht zwangsläufig bei jedem mit erhöhten Cholesterinwerten zu gesundheitlichen Problemen kommen. Durch Rationalisierungen in den Krankenhäusern ist vieles auf der Strecke geblieben und der Arzt befindet sich oft in einem Dilemma, wenn er ein vorgeschriebenes Aufklärungsgespräch führen muss. Zu den Tumormarkern führt der Autor aus, dass einige überhaupt keinen Sinn machen und nicht aussagekräftig sind. Kritisch sieht er, wenn beispielsweise eine Studie über das Brustkrebsgen BRCA1 in der Fachliteratur mehr als eintausend mal zitiert wird, hingegen eine spätere, relativierende Studie nur sechsundzwanzig mal.

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