Der Protagonist des Romans Der Hochstapler von David Slattery will sich bei den Zimmernachbarn in einem Hotel über die laute Discomusik beschweren. Unvermittelt findet er sich selbst inmitten einer Party wieder und macht die Bekanntschaft des Professors Rik Wallace, der am CAT-College erwartet wird. Der Professor besteht darauf geschlagen zu werden. Doch der Schlag lässt ihn über die Balkonbrüstung kippen und in die Tiefe stürzen. Der Protagonist tauscht sämtliche Papiere sowie den Zimmerschlüssel aus und nimmt die Identität von Rik Wallace an. Auf dem Weg zu seinem „neuen“ Zimmer folgt ihm Della, die er bereits auf der Party kennengelernt hat, und legt sich nackt auf sein Bett. Kurze Zeit später klopfen Detective Inspector Jackson und sein Kollege Freddy Sullivan an die Zimmertür.
Entschlossen tritt Rik Wallace seine neue Stelle als Moralphilosoph am College an, wo er als erstes dem Pförtner Jim begegnet, der ihm den Weg zu der Sekretärin Pandora erklärt. Nachdem Rik die Präsidentin Patricia, Hochwürden Professor Stephen Lambe und die „herausragendste Doktorandin“ Julie Progress kennengelernt hat, hängt sich diese direkt an seine Fersen und zieht zu ihm.
Aus heutiger Sicht ist es kaum zu glauben, dass noch im Jahr 1969 ein Gutachter vor Gericht ausgesagt hat: „Der Orgasmus der Frau ist als natürlich anzusehen“. In der Biografie Beate Uhse – Ein Leben gegen Tabus zeichnet Katrin Rönicke den Lebensweg der im Jahr 1919 als Beate Köstlin geborenen Pionierin in Sachen enttabuisiertem Sex nach. Als Tochter gebildeter Eltern besucht sie bis zur Schließung durch die Nationalsozialisten eine Schule auf Juist. Die sportbegeisterte junge Frau wird Fähnleinführerin beim Bund Deutscher Mädel und erwirbt mit achtzehn Jahren den ersehnten Flugschein. Nach der Ablegung einer Kunstflugprüfung lernt sie ihren ersten Mann Hans-Jürgen Uhse kennen, einen Kunstfluglehrer. Die Autorin schreibt von den ersten Jahren dieser vom Krieg überschatteten Beziehung, der überstürzten Heirat, dass Beate Uhse frühzeitig Witwe wurde und alleine einen Sohn durchbringen musste.
Thorkild Aske war bei einer Spezialeinheit der Polizei Vernehmungsleiter, bevor er für über drei Jahre ins Gefängnis von Stavanger kam. Nach zwei Suizidversuchen braucht er dringend Geld, weshalb ihm sein Freund und Psychologe Ulf das Angebot macht, für die bekannte Krimiautorin Milla Lind als Berater zu arbeiten. Aske begibt sich daraufhin nach Oslo, wo er sich mit Millas Lektorin und ihrem Verleger trifft, die ihm die näheren Umstände erläutern: Robert Riverholt, der frühere Berater von Milla, ist vor einem halben Jahr von seiner Ehefrau erschossen worden. Seitdem leidet die Autorin an einer schweren Depression und hat nichts mehr geschrieben. Weiterhin führen die beiden aus, dass Milla mit Robert über einen realen Fall schreiben wollte, bei dem zwei erst fünfzehn Jahre alte Mädchen von einer Jugendeinrichtung als vermisst gemeldet wurden. André, ein Bewohner der Einrichtung, hätte beobachtet, wie Olivia und Siv in ein Auto gestiegen wären, woraufhin sich ihre Spur verlor. Diese Geschichte sollte die Vorlage für das neue Buch sein.
Für die neunjährige Sara ist die Welt in Ordnung, bis Karin, die Freundin ihrer Mutter, plötzlich verstirbt. Denn nach deren Beerdigung verkündet der Vater, dass Karins Sohn nur noch eine Großmutter hat und deshalb in Zukunft bei ihnen wohnen wird. Den fünfjährigen Steinar, der jedes Jahr mit seiner Mutter das Weihnachtsfest bei ihnen verbracht hat, mochte Sara aber noch nie leiden und hatte sich schon darüber gefreut, dass ihr das in diesem Jahr erspart bleiben würde. Wie ihre fünf Jahr ältere Schwester Emilie soll Sara nett zu dem neuen Familienmitglied sein. Während ihre Schwester weiterhin ihr Zimmer behalten darf, wird Steinar auch noch in Saras Zimmer untergebracht. Aber Sara findet, dass es nach dem Umbau nicht mehr ihr Zimmer ist.
Linda, von Beruf Übersetzerin persischer und französischer Romane, ist die Erzählerin des Romans Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung. Sie gibt sich ihren von ihrer Großmutter Ida Sklorz handelnden Träumen hin, die in Beuthen ihren Anfang nehmen: Alle Einwohner müssen im Januar 1945 die Stadt verlassen. Während Idas Ehemann Kurt in Kiel stationiert ist, macht sie sich bei minus fünfzehn Grad mit ihren Kindern Hannes, Kaspar, Nanne und Karl sowie schwerem Gepäck auf den Weg nach Lüneburg zu Kurts Eltern und seiner Schwester. Noch hofft Ida, bald wieder in die Heimat zurückkehren zu können. Doch auch Lüneburg wird immer häufiger bombardiert und ein Ende des Krieges ist nicht abzusehen. Da die Schwägerin Ida und den Kindern kaum genug zum Leben lässt, ist Ida froh, als sie für den englischen Officer Smith die Wäsche waschen darf. Schnell melden sich seine Kollegen und Gefangene, für die sie im Tausch gegen Lebensmittel oder Schmugglerware ebenfalls kleine Gefälligkeiten erledigt.
Die in Berlin aufgewachsene Verena Friederike Hasel hat mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern ein halbes Jahr bei den Maori in Narrow Neck, einem Vorort von Auckland, verbracht. In ihrem Buch Der tanzende Direktor schreibt sie über das Bildungssystem in Neuseeland, das immer noch auf den von Sylvia Ashton-Warner entwickelten Methoden basiert, die vor mehr als einhundert Jahren geboren wurde. Gleichwohl wurde das Schulsystem in den 1980er Jahren innerhalb von nur vierzehn Monaten einer radikalen Änderung unterzogen. Ein von der Regierung entworfenes „Dezilsystem“ verteilt das für die Bildung bereitgestellte Geld gerecht, und der ständige Austausch zwischen Wissenschaftlern und Schulen hat dazu geführt, dass das erfolgreiche Pilotprojekt „Reading Recovery“ von den USA, Kanada, England und Australien übernommen wurde.
Am letzten Samstag vor den großen Ferien erfährt die neunjährige Yeshi, dass sie mit ihrer Mama vom Land in die Stadt ziehen soll, während ihr Vater für ein Jahr an eine Universität nach London geht. Yeshi vermisst in der Stadt, in der sie nur eine „winzig kleine Wohnung“ beziehen, vor allem ihr Baumhaus. In der neuen Schule findet Yeshi keine Freunde und von der „fiesen Doro“ wird sie nur die Kackbohne genannt, weil sie eine dunkle Hautfarbe hat. Yeshi kam nämlich in Afrika zur Welt und wurde im Alter von drei Monaten von einem Ehepaar aus der Schweiz adoptiert.
Drei völlig verschiedene Menschen begegnen sich in einem Klinikum in Österreich: Der Ex-Junkie Richie, der aus Verantwortung für seine beiden Söhne seit zwei Jahren clean ist; der an Prostatakrebs im Endstadium erkrankte Hans, dessen Ehefrau Poldi seit zwei Jahren tot ist; und schließlich die von ihrem Ehemann verlassene Karin, die von Kopfschmerzen geplagt wird und an einem Burnout leidet. Drei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre Krankengeschichten vereinen sie zu einer gemeinsamen Komposition, dem Dreierblues.
Bei dem Reiseführer Kreta fällt bereits beim Aufschlagen des Inhaltsverzeichnisses die gewählte Gliederung nach Küsten- und Inselabschnitten positiv auf, was aufgrund der langen und schmalen Form der Insel Sinn macht. Um dem Leser einen schnellen Überblick zu ermöglichen, sind jedem Kapitel die jeweiligen Highlights stichwortartig vorangesetzt. Zunächst wird die Hauptstadt Iraklio vorgestellt, deren koloniale Bauten von der venezianischen Architektur zeugen. Es folgen weitere Küsten- und Bergdörfer sowie deren Umgebung, die Auflistung üblicher Sehenswürdigkeiten und obligatorische Empfehlungen für Übernachtungen, zum Essen und Einkäufen, zu Aktivitäten und zum Ausgehen und Feiern.