
Ein namenloser Protagonist voller Gedanken
Michael Wyhnal erzählt in seinem Roman „Oberflächenmensch“* die Geschichte eines zwanzigjährigen Studenten, der sich als kritischer Beobachter einer oberflächlichen Gesellschaft präsentiert. Der Leser erfährt weder den Namen noch das äußere Erscheinungsbild des Protagonisten – lediglich seine Sicht auf eine Welt, in der Freundschaft und Liebe kaum noch zählen, während Rastlosigkeit und One-Night-Stands den Alltag bestimmen.
Ein Urlaub als Übergang – der Beginn einer inneren Reise
Vor Beginn seines Studiums verbringt der junge Mann einen letzten Urlaub in einer schlichten Ferienwohnung, gemeinsam mit seinem besten Freund Lukas Weinrich und dessen Eltern.
Arno Wilhelm – Informatiker, Blogger und Poetry Slammer – hat bereits zwei Gedichtbände geschrieben und nun folgt sein erster Roman. Doch kann es sich bei „Jack Rodman – Die ganze Wahrheit“ nicht um einen gewöhnlichen Roman handeln, denn bereits das Cover ziert ein Foto des fiktiven Musikers Jack Rodman, von dem im Buch weitere Fotos und eine CD mit einigen seiner Songs zu finden sind. Erstaunlich, da doch die Romanfigur erfunden scheint, oder etwa doch nicht? Erfindet vielleicht Arno Wilhelm sich selbst ständig neu?
„Studenten sind auch Menschen“ – und was für welche! – ist der Titel der Realsatiren aus Münster von Helmut Rücker. Zum Teil selbst Erlebtes gibt der Autor hier zum Besten, schreibt von dem Schabernack und den Streichen, die anderen Kommilitonen zugefügt wurden. Allerhand Kurioses ist da wieder aus der Versenkung geholt worden, denn der Autor ist Jahrgang 1939 und die Anekdoten ranken sich um die Jahre vor 1968.
Obwohl der Titel „Das Schwert im Stein“ vermuten lässt, dass es sich bei dem Roman um eine Neuverfassung der Legende um König Artus handeln könnte, ist diese Annahme jedoch nicht ganz richtig. Denn der Roman endet mit der Geschichte um das sagenumwobene Schwert Excalibur, das angeblich von Merlin geschmiedet und mittels eines Zaubers in einen gewaltigen Stein getrieben wurde. So erzählt der Fantasy-Roman von Daniel Daub vielmehr die Geschichte des noch jungen Merlin und dem Heiligen Gral.
In dem Thriller „Tödliche Gerechtigkeit“ herrscht in Washington D.C. Ausgangssperre, weil man einen Terroranschlag befürchtet. Kathy Wirnstein hat als Redakteurin eine Sondergenehmigung für eine Autofahrt erhalten und trifft während einer Panne auf den Obdachlosen Steve. Kathy bittet ihren Chefredakteur Martin, sie abzuholen. Währenddessen führen Steve und Kathy ein anregendes Gespräch, das allerdings von zwei Männern vom FBI unterbrochen wird. Sie wären beauftragt, Kathy abzuholen und sie kann gerade noch Steve ihre Visitenkarte überreichen, bevor sie zu ihnen ins Auto steigt. Steve ist überrascht, als kurz darauf auch noch Martin auftaucht und Kathy abholen will. Nachdem Steve Martin alles erklären konnte, hoffen beide, Kathy in der Redaktion zu treffen. Doch die ist kurze Zeit später tot.
Der katastrophale Klimawandel, eine anhaltende Energiekrise, Hungersnöte, Armut und Krankheit bestimmen das Leben im Jahr 2044. So entflieht der größte Teil der Menschheit täglich in die virtuelle Welt von Oasis, eine Simulation, in der sie ein selbst bestimmtes zweites Leben führen können. Als der Programmierer und Erfinder von Oasis, James Halliday, verstirbt, hat ihn seine virtuelle Welt zu einem der reichsten Menschen gemacht. Doch da er keine Erben hat, verfügt er in seinem Testament: Wer das von ihm in Oasis versteckte Easter Egg als Erster findet, erbt sein gesamtes Vermögen, das auf zweihundertvierzig Milliarden Dollar veranschlagt wird. Das ist allerdings nicht so einfach, denn dazu müssen drei Schlüssel gefunden werden, die drei versteckte Tore öffnen. Die Jagd auf Hallidays Easter Egg beginnt!
Es sind keine weltbewegenden Themen, mit denen sich der Lyriker Dirk Juschkat in seiner Gedichtesammlung „Abgebogen“ beschäftigt. Es sind die kleinen Dinge des Alltags, die ihn bewegen. Er selbst hat für sich den Begriff „Depressionslyriker“ geprägt, doch trifft diese Bezeichnung nicht das gesamte Spektrum seines Schaffens. Denn manche seiner hintersinnig-amüsanten Gedichte wie „Lebenslauf“ oder „Wege zwischen Kopf und Bauch“ erinnern an den populären Dichter Eugen Roth, der Menschen und ihre Schwächen unter die Lupe nahm. So dichtet auch Dirk Juschkat mit einem schelmischen Augenzwinkern Verse wie „Beziehungsbeute“ oder „Oh, du schöne Weihnachtszeit!“, die vermutlich einen persönlichen Hintergrund haben. Andere nachdenkliche, melancholische Texte wie „Ein Fleck auf dem Herzen“ oder „Sehnsucht“ scheint er in seiner Seele zu schmieden.
Nach dem Tod von Onkel Hermann muss sich Stefan Zöllner um sein Elternhaus in Bochum kümmern, das sein Onkel bis zuletzt bewohnte. Zu diesem Zweck kommt Stefan extra aus München, wo er seit 10 Jahren lebt. Mit einem Makler hat er einen Termin vereinbart und nach dem Wochenende will er wieder zurück fahren. In seiner Heimatstadt besucht er seine fast 90-jährige „Omma“ im Seniorenheim und trifft alte Freunde. Mit Toto, Frank, Diggo und Murat wird er an alte Zeiten erinnert und alle gemeinsam besuchen sie das große Volksfest, bei dem die A 40 über 60 km gesperrt wird. Stefans Freunde raten ihm mehrmals, sich bei der Webdesignerin Charlotte Abromeit, kurz Charlie, zu melden. Sie war für ihn eigentlich immer wie eine Schwester und sie sind quasi zusammen groß geworden. Aber Stefan zögert den Anruf bewusst hinaus.
Die unheimliche Lutterburg in der Nähe von Bodenwerder, in der es angeblich spuken soll, steht im Mittelpunkt des neuen Kriminalromans „TodesDuft“ von Andreas Schmidt. Der Autor hat seinen Wuppertaler Ermittler im Columbo-Trenchcoat, Kriminalhauptkommissar Norbert Ulbricht, wieder einmal in das Weserbergland geschickt, wo der Leser auf alte Bekannte aus
Der aus Thüringen stammende Märchenerzähler Dieter Klein begegnet einer attraktiven, couragierten und emanzipierten jungen Dame. Obwohl Petra Klein zwanzig Jahre jünger als er und an den Rollstuhl gefesselt ist, verlieben sie sich ineinander. Doch mit Erschrecken stellt Dieter fest, dass er ihren Vater kennt. Der ehemalige Stasioffizier ist „Das Phantom aus der Vergangenheit“, das ihn seinerzeit hinter Gitter gebracht hat und von nun an verfolgt. Das Verhältnis zu Petra ist dadurch schwer belastet, denn dieser Tyrann, der aus vielen Menschen physische und psychische Krüppel gemacht hat, will ihm auch jetzt noch drohen und ihn erpressen.