
weiterlesenInterview mit Thomas Breuer über seinen neuen Thriller „Der letzte Prozess“

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Kaum jemand möchte sich vorstellen, wie es wäre, eines Tages zu erblinden, einfach nichts mehr sehen zu können, nur noch in völliger Dunkelheit zu leben. Doch mit diesem Gedanken muss sich die neunjährige Mafalda in dem Roman In der Nacht hör‘ ich die Sterne* von Paola Peretti anfreunden. Ohne ihre Brille sieht sie alles nur noch wie durch einen Nebel. Seit drei Jahren führt sie eine Liste, die ihr die Hausmeisterin Estella empfohlen hat. Darin notiert sie all die Dinge, die sie eines Tages nicht mehr machen kann. Wie in jedem Jahr begleiten ihre Eltern sie zum Sehtest, allerdings dieses Mal mit einer niederschmetternden Diagnose: Mafalda wird in höchstens sechs Monaten ihr Augenlicht eingebüßt haben. Sie bemüht sich, die Brailleschrift zu erlernen und ist fest entschlossen, eines Tages auf den Kirschbaum am Schulhof zu ziehen, wo ihrer Vorstellung nach auch der Geist ihrer verstorbenen Großmutter eingezogen ist. Außerdem ist ihr Lieblingsheld Cosimo auf Bäume gezogen. Zu ihrem Entsetzen beschließen ihre Eltern einen Umzug in eine andere, blindengerechte Wohnung, so dass Mafalda sich vorher in dem Kirschbaum einrichten will.
weiterlesenIn der Nacht hör‘ ich die Sterne von Paola Peretti
Hannelore Hippe hat in ihrem Roman Die verlorenen Töchter* das Schicksal der Kinder thematisiert, deren norwegische Mütter eine Beziehung zu einem deutschen Besatzungssoldaten in den Kriegsjahren von 1940 bis 1945 unterhielten. Von den Nationalsozialisten waren diese Beziehungen durchaus erwünscht, und für die Mutter und ihr Kind wurde vom Verein „Lebensborn“ bestens gesorgt. Doch nach dem verlorenen Krieg wurden viele der insgesamt rund zehntausend aus diesen Beziehungen hervorgegangenen Kinder in Kinderheime verschleppt, oft gegen den Willen und ohne Wissen der Mütter. Damit nicht genug: Die Staatssicherheit beraubte die Nachkommen ihrer Identität, in die fortan ein Stasi-Agent „schlüpfte“, während die wahre Person, die von der Bildfläche verschwinden musste, kaltblütig ermordet wurde.
Die Romanfigur Åse Evensen hat einen realen Hintergrund, ist zwanzig Jahre alt und lebt mit ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder Asbjørn und den Eltern auf der Insel Senja in Nordnorwegen. Im Jahr 1942 fährt sie zur Arbeitsaufnahme eines Zuliefererbetriebs der Deutschen Besatzungsmacht in die Provinzhauptstadt Tromsø, wo sie in der Wäscherei eingesetzt wird.
Leon besucht noch den Kindergarten und beobachtet, wie seine Nachbarskinder Metin und Pola aus der Schule kommen. Gerne will sich Leon zeigen lassen, was sie in der Schule gemacht haben und bittet sie in den Kindergarten. Badu verhindert jedoch, dass sie mit ihren Schuhen eintreten, da die Räume sauber bleiben sollen. So müssen auch Metin und Pola sich große Pantoffeln, sogenannte Schlossschuhe, überziehen. Als Jelena angerutscht kommt, nehmen sie staunend zur Kenntnis, dass die Kinder damit sogar im Flur schliddern dürfen. Im Kinderparlament haben sich die Kinder darauf geeinigt, nur auf dem Flur zu schliddern, erfahren Pola und Metin. In der Schule, so erzählen sie, gibt es leider kein Kinderparlament, das ihnen die Möglichkeit zur Mitsprache einräumt.
Als Leon, Jelena und Badu von ihrer Erzieherin Anja gefragt werden, was sie über ihre zukünftige Schule wissen wollen, äußert Badu, dass er dort auch gerne mitbestimmen möchte, was erlaubt ist und was nicht.

Es gibt Dinge, die die menschliche Vorstellungskraft übersteigen. Dazu gehört, was Thomas Breuer für seinen Thriller Der letzte Prozess recherchiert hat. Der Plot vereint eine fiktive Handlung, in der Kriminalisten einen Mord aufklären, mit realen Verbrechen des Dritten Reiches. Das Ineinandergreifen und Verschmelzen dieser beiden Stränge wird bereits zu Beginn deutlich, als es um das historisch belegte Verfahren gegen den früheren SS-Wachmann Reinhold Hanning vor dem Landgericht Detmold im Jahr 2016 geht. Der Autor bedient sich dabei öffentlich zugänglicher Protokolle. Der Romanjournalist Fabian Heller wohnt dem Verfahren zwecks Berichterstattung bei.
Unterdessen wird Hauptkommissar Stefan Lenz neuer Leiter der Paderborner Kreispolizeibehörde. Bereits bei seinem Amtsantritt wird er mit einer in Wewelsberg aufgefundenen Leiche konfrontiert, deren grausame Zurichtung seine Kollegen schockiert.
weiterlesenZwischen Fiktion und historischer Wahrheit: Thomas Breuers Thriller „Der letzte Prozess“
Das Kinderbuch „Ich und der Weihnachtsmann“ von Matt Haig handelt von der elfjährigen Amelia Wishart und ihrem Kater Käptn Ruß. Bisher musste Amelia als Waisenkind in einem Arbeitshaus in London Schornsteine fegen, doch jetzt holt sie der Weihnachtsmann zusammen mit Mary Ethel nach Lappland. Genauer gesagt nach Wichtelgrund, das allerdings für die meisten Menschen unsichtbar ist. In Wichtelgrund leben Wichtel, Elfen und Tomtegubbs, lediglich Amelia, Mary und der Weihnachtsmann sind Menschen. Natürlich muss Amelia auch die Schule besuchen und geht in die Schneeballklasse, in der auch Zwinki ist. Obwohl sie noch ein Kind ist, ist sie aber schon dreihundertzweiundsiebzig Jahre alt. Weil Amelia neu an der Schule ist, darf sie nicht an der Schlittenkunst teilnehmen. Erst, als der Weihnachtsmann für sie ein gutes Wort einlegt, vertraut man ihr Blizzard 360 an. Doch der Flug endet in einer Katastrophe, so dass von dem Schlitten nur noch Schrott übrigbleibt. Erst nach einem langen Irrweg gelangt sie wieder nach Wichtelgrund.
Nicolas Wilkins, kurz Nick genannt, arbeitet als Polizist in Auckland. Als er eines Tages Besuch von Edouard Tunet, Butler des Herzogs von San Michelle und Anna Latour, Kammerzofe der Alt-Herzogin bekommt, die ihn darüber aufklären, dass seine inzwischen verstorbene Mutter eine Comtesse war und seinerzeit abdankte, hält Nick das zunächst für einen Scherz. Doch schließlich können ihn Edouard und Anna davon überzeugen, dass wegen einer schweren Erkrankung seines Cousins George niemand die Regierungsgeschäfte führen kann, so dass er sich bereit erklärt, mit ihnen zu kommen. Beim Polizeipräsidenten ist bereits seine Freistellung erbeten worden, und so geht es für Nick in einem luxuriösen Privatjet an die Côte d’Azur.
Unterdessen behandelt die Ärztin Valerie Nobis eine Patientin in München, die sich an einen Schlüssel klammert. Bevor sie zu einer Untersuchung gebeten wird, soll Valerie diesen für sie verwahren, da er unbedingt morgen in einem Café in San Michelle überreicht werden muss.
Leon besucht eine Kindertagesstätte und kennt bereits die Fische im Aquarium, die Flitzi und Flatzi heißen. Aber weil seine Erzieherin Anja einen neuen Fisch hinzugegeben hat, kann er seine Neugier kaum bremsen und rennt zum Aquarium. Adil und Esma, zwei aus Syrien stammende neue Kinder in seiner Gruppe, setzen sich zu Badu, Leon und seiner Freundin Jelena zum Malen an den Tisch. Als Leon die Fische füttert, sehen sie aufmerksam zu. Aber noch hat der Fisch keinen Namen wie die anderen beiden. Deshalb bittet Anja die Kinder in der Kinderkonferenz, für den neuen Fisch einen Namen auszusuchen.
Es mangelt den Kindern nicht an Ideen, wie der Fisch heißen könnte, doch was dem einen gefällt, mag der andere nicht. Als Adil, der kein Wort Deutsch kann, Samak ruft, wollen alle wissen, was das bedeutet. Von einer Übersetzerin erfahren sie, dass Samak das arabische Wort für Fisch ist. Spontan sind die Kinder von dem Wort begeistert und schlagen als Namen für den Fisch Samaki vor, zumal Adil und Esma damit an ihre Heimat erinnert werden.
weiterlesenLeon und Jelena – Ein Name für den Fisch von Rüdiger Hansen und Raingard Knauer
Der Roman „Vergiss kein einziges Wort“ ist eine Familiensaga, die im Jahr 1921 mit der Teilung Schlesiens seinen Anfang nimmt, den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sowie die 68er Studentenunruhen und die Niederschlagung des Prager Frühlings mit dem Einmarsch der Russen behandelt, um schließlich mit dem Beitritt Polens in die EU im Jahr 2004 zu enden. Dörthe Binkert schildert anhand von Familienschicksalen die Konsequenzen, die sich für die schlesische Bevölkerung in dem Zeitraum ergeben haben, wobei sie sich einerseits ganz eng an geschichtliche Fakten gehalten, andererseits aber auch fiktive Handlungspersonen in den Plot eingebaut hat, mit denen sich der Leser identifizieren kann und ihm ein besseres Verständnis ermöglichen.
Martha und Carl Strebel wohnen im oberschlesischen Gleiwitz und haben bereits die Kinder Konrad, Heinrich, Ida, Hedwig und Klara, als sie im Jahr 1921 mit Luise ein weiteres Kind bekommen. Die immer hilfsbereite Nachbarin Agnes Liedka ist für Martha eine treue Verbündete. Als sich Konrad mit der Polin Paulina verlobt, gerät er mit seinem Bruder Heinrich in Streit.
Im Kindergarten erklären die Erzieherinnen Anja und Sonja den Kindern während einer Kinderkonferenz, dass sie bald eine neue Erzieherin einstellen müssen. Der Grund ist schon offensichtlich, denn Sonja erwartet ein Baby. Für die Stellenanzeige bitten Anja und Sonja die Kinder um Vorschläge, was die neue Erzieherin können sollte. Auf die Ausschreibung melden sich zwei Frauen: Britta Klein und Amaril Jones. Beide haben ihrer Bewerbung Fotos hinzugefügt, die sich die Kinder anschauen. Jelena, Leon, Badu und Esma haben sich bereit erklärt, die beiden durch den Kindergarten zu führen, um ihnen alles zu zeigen. Nachdem sich Britta Klein als erste vorgestellt hat, sind alle neugierig auf Amaril Jones. Am Ende stimmen die Kinder ab und müssen sich für eine der beiden entscheiden, da nur eine die neue Erzieherin werden kann.
Wenn schon kleine Kinder, wie es Rüdiger Hansen und Raingard Knauer in ihrem Kinderbuch „Leon und Jelena – Die neue Erzieherin“ propagieren, in eine Entscheidung mit eingebunden werden, nimmt ihnen das die Ängste vor etwas Neuem, dem Unbekannten. In der Geschichte dürfen die Kindergartenkinder mitentscheiden, welche Erzieherin sie sich wünschen.
weiterlesenLeon und Jelena – Die neue Erzieherin von Rüdiger Hansen und Raingard Knauer