„Verdächtige und andere Katastrophen“ – Eine skurrile Kriminalsatire mit bösem Witz

Buchcover des Kriminalromans Verdächtige und andere Katastrophen

Ein Mord mit Nebengeräuschen

Hauptkommissar Gregor Brandolf, ehrgeizig und deshalb nur „Eifer“ genannt, wird gemeinsam mit seinem Assistenten Paul Maurus in einen rätselhaften Mordfall verwickelt: Die Klavierlehrerin Rosamunde Stichnote wurde erdrosselt neben ihrem Flügel aufgefunden. Für „Eifer“ ist der Fall klar: Nur Jürgen Stein, Fotograf beim „Kreisanzeiger“, der auch die Polizei verständigt hat, kommt als Täter infrage. Maurus hingegen kann nicht nachvollziehen, warum Stein im Fokus steht – doch dessen skurrles Geständnis sorgt für weitere Verwirrung.

Ein Netz aus kuriosen Verdächtigen

Im weiteren Verlauf wird Nachbarin Sofia von Stetten verhört, die überraschend erklärt, Rosamunde sei selbst eine Mörderin gewesen. Damit wird sie zur neuen Hauptverdächtigen.

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BRDgeneration von Uwe Helfrich

BRDgenerationDie heutige „BRDgeneration“ setzt sich nach Uwe Helfrich aus Schildbürgern zusammen, die in der BRS leben, was gleichbedeutend mit „Bundesrepublik Schilda“ ist. In der Satire kritisiert der Autor unser Krankenkassensystem und die Pflegeversicherung sowie die Machenschaften in der Zeitarbeit und das Leid der Minijobber. Er greift das Thema Grundsicherung, Bild-Zeitung und die Schnulzen der TV-Sender auf. Lustig macht er sich über einen Fachmann der Pisa-Studie und erinnert den Leser ganz nebenbei daran, was in unseren Lebensmitteln steckt. Uwe Helfrich schreibt vom Schicksal der Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen ans Bett gefesselt sind und von den Kindern, die häufig Opfer der Streubomben werden. Er warnt vor den Gefahren, die vom Teflon, den Pestiziden, der Gentechnologie, des Fluglärms, der Atomkraftwerke, Resistenzen und Herbizide ausgehen sowie vor den Nebenwirkungen der Arzneimittel. Außerdem schreibt er von einem Genetiker, der zweifelhafte Versuche an der DNA anstellt und prangert die zunehmende Kluft zwischen Armen und Reichen an.

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Supermanfred von Lars Steffens

SupermanfredManfred ist ein ruhiger, zurückhaltender und stets freundlicher Zeitgenosse und nach fünf Jahren Beziehung hat sich Claudia an das unaufgeregte Zusammenleben mit ihrem Freund Freddie gewöhnt. Mit Mitte dreißig hofft sie nicht mehr auf einen Supermann und Freddie ist zwar manchmal ein echter Langweiler, aber auch ein angenehmer Ruhepol. Sie hat ihn damals auf einem Grillfest kennengelernt und war von seinem muskulösen Rücken und seinen starken, gebräunten Unterarmen fasziniert, was sie vielleicht von Freddies Körpermitte abgelenkt hat, denn er ist kräftig gebaut. Als er ihr in einem Gespräch erzählte, dass er Feuerwehrmann ist, wurde der unscheinbare Freddie in ihren Augen noch attraktiver. Obwohl er von keinen spektakulären Einsätzen berichten konnte, glaubte sie, er würde seine eigentlichen Heldentaten verschweigen. Heute weiß sie, dass er nur die Wahrheit gesagt hat.

Als die neue, topmoderne Waschmaschine während des Schleudergangs kaputt geht, ist Claudia stinksauer auf Freddie, denn bestimmt hat er wieder einmal etwas in die Maschine gestopft, ohne vorher die Taschen zu leeren.

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Und Gott sprach: Wir müssen reden! von Hans Rath

Und Gott sprach: Wir müssen reden!Nach seiner Scheidung läuft die Psychologische Praxis von Dr. Jakob Jakobi miserabel, denn wer möchte schon einen Eheberater, der gerade erst geschieden wurde? Da steht mitten in der Nacht seine Exfrau Ellen vor der Tür, die ein Problem mit ihrem neuen Ehemann hat. Ihr Mann Armin ist rasend vor Eifersucht, klingelt kurz darauf an der Tür und der Berufsboxer verpasst Jakob einen Schlag auf die Nase, der wie ein nasser Sack zu Boden geht und erst im Krankenwagen wieder erwacht. Obwohl ihn seine Nase schmerzt, kann ihm Dr. Kessels kein Schmerzmittel geben, denn das hat der Arzt selber eingenommen, weil ihm nach über dreißig Stunden Dienst die Amphetamine ausgegangen sind. Dr. Kessels macht Jakob wenig Hoffnung, dass er in der Notaufnahme gleich behandelt würde, denn mit einer angebrochenen Nase steht er weit hinten auf der Liste und drei Dutzend Leute wären vor ihm dran.

Wie der Arzt ihm prophezeit hat, herrscht im Krankenhaus Jahrmarktsatmosphäre, denn ein paar Dutzend Kranke nebst Familien und Freunden tummeln sich auf dem Flur. Dort trifft Jakob auf den Clown Abel Baumann, der gelegentlich Stiche in der Herzgegend verspürt, die aber nicht organisch, sondern psychosomatisch sind.

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Studenten sind auch Menschen von Helmut Rücker

Studenten sind auch Menschen„Studenten sind auch Menschen“ – und was für welche! – ist der Titel der Realsatiren aus Münster von Helmut Rücker. Zum Teil selbst Erlebtes gibt der Autor hier zum Besten, schreibt von dem Schabernack und den Streichen, die anderen Kommilitonen zugefügt wurden. Allerhand Kurioses ist da wieder aus der Versenkung geholt worden, denn der Autor ist Jahrgang 1939 und die Anekdoten ranken sich um die Jahre vor 1968.

In über dreißig Satiren geht es um den Spaß, die manch einer auf Kosten anderer hatte. Wenn gewaschene Hemden plötzlich an einer Platane baumeln, ein noch gefrorenes Huhn in der Pfanne gegart werden soll oder Wasserfontänen des Nachts in geöffneten Fenstern für Gekreische sorgen. Eine Dose Fisch sorgt in einem Café für Empörung, eine Elektrotafel mit vielen Schaltern treibt eine Professorin fast in den Wahnsinn und in einen Münzautomaten werden Geldscheine „geschmuggelt“. Findige Entdecker verwandeln die Blätter der Gunnera in einen Regenschirm, ein auf der Herdplatte zurückgelassener Vogelkäfig hat eine fristlose Kündigung seitens der Vermieterin zur Folge und ein Essensdieb im Studentenheim wird mit Rizinusöl böse bestraft.

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„Bittere Medizin“ – Spannung, Satire und ein ungewöhnlicher Ermittler

Buchcover des Kriminalromans Bittere Medizin

Ein tragischer Zwischenfall beim Karnevalsumzug

Hubert Wesemann und seine Partnerin Karola arbeiten für Baxmann, den Chef von radioTOTAL Hameln. Im Kriminalroman Bittere Medizin* von Günter von Lonski erhalten sie den Auftrag, über den Karnevalsumzug in Hessisch Oldendorf zu berichten. Doch das bunte Treiben wird jäh unterbrochen: Vor den Augen der Reporter stürzt der Karnevalsprinz Dr. Bodo Schobinsky vom Umzugswagen. Sein Tod kann nur noch festgestellt werden.

Hauptkommissar Bertram legt die Akte rasch zur Seite – angeblich ein natürlicher Tod. Der Verstorbene war Diabetiker, und auch Alkohol spielte eine Rolle. Doch Wesemann bleibt skeptisch und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

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Sport: Sei kein Frosch, Schweinehund! – Satirische Selbstüberwindung mit Muskelkater-Garantie

Buchcover Sei kein Frosch, Schweinehund!

Yoga, Jogging und schweißtreibende Schweinehund-Momente

Marvin Runnings humorvolles Fitnessbuch Sport: Sei kein Frosch, Schweinehund!* beginnt mit einer schweißtreibenden Yogaeinheit. Herrchen, der Protagonist, versucht seinen inneren Schweinehund – genannt Marvin – zu überwinden. Im 40 Grad heißen Hot-Yoga-Studio leidet er 90 Minuten lang, während die Trainerin scheinbar keinen Tropfen schwitzt. Angeblich wird dabei nicht nur seine Schilddrüse massiert, sondern auch die Blutzirkulation seiner „Sexualorgane“ angeregt.

Beim nächsten Kapitel joggt Herrchen 75 Minuten durch den Wald – und stolpert dabei mitten in ein Liebesabenteuer auf der Wiese. Danach wird’s nass: Er schwimmt rund zwei Kilometer im Pazifik vor Hawaii, einem der weltweit besten Tauchgebiete.

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Rezension: Allgäu Sixties von Peter M. Roese – Zwischen Militärdrill, Minirock und Milchbombengeschwader

Buchcover des Romans Allgäu Sixties

Ein Rekrut zwischen Rockmusik, Zeitgeist und Kaserne

In Allgäu Sixties* erzählt Peter M. Roese mit viel Witz und nostalgischer Tiefe vom Leben als Rekrut auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren in den 1960er Jahren. Die Hauptfigur Rossner, ein freiwilliger Wehrpflichtiger, erlebt gemeinsam mit seinen Kameraden die teils absurden, teils charmanten Seiten des militärischen Alltags.

Es ist die Zeit des Minirocks, der Antibabypille, Twiggy, von Fernsehklassikern wie Bonanza und Mit Schirm, Charme und Melone, von Beat-Club, Apollo-Missionen – aber auch von Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke, Alexander Dubček, dem Vietnamkrieg, dem Mord an John F. Kennedy und der legendären Woodstock-Ära.

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Pilz inne Buxe von Ludger Stratmann

Pilz inne BuxeDas als Comic herausgegebene Buch „Pilz inne Buxe“ von Ludger Stratmann kann gar nicht so gut sein, wie Doktor Stratmann, wenn man ihn in seinem Theater in Essen live erlebt! Aber es ist auf jeden Fall so gut gemacht, dass es sich lohnt, einen Blick in die Comics hinein zu werfen, die von Christina Groth-Lindenberg gezeichnet wurden.

Der Ruhrgebietsmensch, hier liebevoll Ruhri genannt, erfährt, dass er den Genitiv und Dativ nach dem Zufallsprinzip einsetzt, was zwar ein Fehler ist, aber man muss auch richtig falsch sprechen! Über Inge erfährt man, dass sie die geheimen erotischen Wünsche ihres Gatten Jupp platzen lassen kann. Und man wird darüber aufgeklärt, dass die glücksbringenden Hormone, die Endorphine, nicht nur beim Joggen vom Körper gebildet werden, nein, sondern auch schon, wenn man der Ehefrau bei der Arbeit zusieht. Wegen eines Verkehrsdeliktes wird Jupp gebeten, ob er Geld „für Leihen hat“ und gibt dann den Rat weiter, innerörtlich nur so schnell zu fahren, wie „mich dat finanziell erlauben kann“.

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Zwischen Idealismus und Amtsschlange – Wie ein Akademiker im Hartz-IV-System strandet

Cover von In der Schlange von Thomas Mahler

Der steinige Weg vom Studium in die Realität

Nach seinem Philosophiestudium findet Mahler – wie viele junge Geisteswissenschaftler – keine reguläre Arbeit. Ein schlecht bezahltes Praktikum kann er sich finanziell nicht leisten, und eine Promotion würde seinen beruflichen Showdown lediglich um ein paar Jahre verschieben. Also arbeitet er als Barmann in einem Neuköllner Biergarten. Doch der Job bringt ihm kaum mehr als die Beiträge zur Krankenversicherung und eine wachsende Niedriglohnfrustration ein. Schließlich kündigt er sein befristetes Arbeitsverhältnis und reiht sich in die Schlange beim Arbeitsamt ein, um Arbeitslosengeld II zu beantragen.

Vom Übergangszustand zur lähmenden Routine

Als Akademiker mit abgeschlossenem Studium sieht Mahler sich nicht als „gewöhnlichen“ Arbeitslosen. Hartz IV soll für ihn nur eine kurze Episode sein – eine finanzielle Überbrückung.

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