Sport: Sei kein Frosch, Schweinehund! – Satirische Selbstüberwindung mit Muskelkater-Garantie

Buchcover Sei kein Frosch, Schweinehund!

Yoga, Jogging und schweißtreibende Schweinehund-Momente

Marvin Runnings humorvolles Fitnessbuch Sport: Sei kein Frosch, Schweinehund!* beginnt mit einer schweißtreibenden Yogaeinheit. Herrchen, der Protagonist, versucht seinen inneren Schweinehund – genannt Marvin – zu überwinden. Im 40 Grad heißen Hot-Yoga-Studio leidet er 90 Minuten lang, während die Trainerin scheinbar keinen Tropfen schwitzt. Angeblich wird dabei nicht nur seine Schilddrüse massiert, sondern auch die Blutzirkulation seiner „Sexualorgane“ angeregt.

Beim nächsten Kapitel joggt Herrchen 75 Minuten durch den Wald – und stolpert dabei mitten in ein Liebesabenteuer auf der Wiese. Danach wird’s nass: Er schwimmt rund zwei Kilometer im Pazifik vor Hawaii, einem der weltweit besten Tauchgebiete.

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Rezension: Allgäu Sixties von Peter M. Roese – Zwischen Militärdrill, Minirock und Milchbombengeschwader

Buchcover des Romans Allgäu Sixties

Ein Rekrut zwischen Rockmusik, Zeitgeist und Kaserne

In Allgäu Sixties* erzählt Peter M. Roese mit viel Witz und nostalgischer Tiefe vom Leben als Rekrut auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren in den 1960er Jahren. Die Hauptfigur Rossner, ein freiwilliger Wehrpflichtiger, erlebt gemeinsam mit seinen Kameraden die teils absurden, teils charmanten Seiten des militärischen Alltags.

Es ist die Zeit des Minirocks, der Antibabypille, Twiggy, von Fernsehklassikern wie Bonanza und Mit Schirm, Charme und Melone, von Beat-Club, Apollo-Missionen – aber auch von Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke, Alexander Dubček, dem Vietnamkrieg, dem Mord an John F. Kennedy und der legendären Woodstock-Ära.

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Pilz inne Buxe von Ludger Stratmann

Pilz inne BuxeDas als Comic herausgegebene Buch „Pilz inne Buxe“ von Ludger Stratmann kann gar nicht so gut sein, wie Doktor Stratmann, wenn man ihn in seinem Theater in Essen live erlebt! Aber es ist auf jeden Fall so gut gemacht, dass es sich lohnt, einen Blick in die Comics hinein zu werfen, die von Christina Groth-Lindenberg gezeichnet wurden.

Der Ruhrgebietsmensch, hier liebevoll Ruhri genannt, erfährt, dass er den Genitiv und Dativ nach dem Zufallsprinzip einsetzt, was zwar ein Fehler ist, aber man muss auch richtig falsch sprechen! Über Inge erfährt man, dass sie die geheimen erotischen Wünsche ihres Gatten Jupp platzen lassen kann. Und man wird darüber aufgeklärt, dass die glücksbringenden Hormone, die Endorphine, nicht nur beim Joggen vom Körper gebildet werden, nein, sondern auch schon, wenn man der Ehefrau bei der Arbeit zusieht. Wegen eines Verkehrsdeliktes wird Jupp gebeten, ob er Geld „für Leihen hat“ und gibt dann den Rat weiter, innerörtlich nur so schnell zu fahren, wie „mich dat finanziell erlauben kann“.

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Zwischen Idealismus und Amtsschlange – Wie ein Akademiker im Hartz-IV-System strandet

Cover von In der Schlange von Thomas Mahler

Der steinige Weg vom Studium in die Realität

Nach seinem Philosophiestudium findet Mahler – wie viele junge Geisteswissenschaftler – keine reguläre Arbeit. Ein schlecht bezahltes Praktikum kann er sich finanziell nicht leisten, und eine Promotion würde seinen beruflichen Showdown lediglich um ein paar Jahre verschieben. Also arbeitet er als Barmann in einem Neuköllner Biergarten. Doch der Job bringt ihm kaum mehr als die Beiträge zur Krankenversicherung und eine wachsende Niedriglohnfrustration ein. Schließlich kündigt er sein befristetes Arbeitsverhältnis und reiht sich in die Schlange beim Arbeitsamt ein, um Arbeitslosengeld II zu beantragen.

Vom Übergangszustand zur lähmenden Routine

Als Akademiker mit abgeschlossenem Studium sieht Mahler sich nicht als „gewöhnlichen“ Arbeitslosen. Hartz IV soll für ihn nur eine kurze Episode sein – eine finanzielle Überbrückung.

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Joachim Zelters „Der Ministerpräsident“ – Eine politische Satire zwischen Identitätsverlust und Medieninszenierung

Buchcover des Romans Der Ministerpräsident

Ein Ministerpräsident ohne Gedächtnis

Nach einem schweren Autounfall liegt Claus Urspring, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, zehn Tage im Koma. Als er in einer Klinik im Schwarzwald erwacht, zeigt er Symptome einer systematisierten Amnesie. Er erkennt weder seine Ehefrau noch weiß er, welcher Partei er angehört oder welche Aufgaben mit seinem Amt verbunden sind. Die behandelnde Ärztin diagnostiziert gravierende Erinnerungslücken und weist darauf hin, dass die Rückgewinnung seiner Identität Wochen oder gar Monate in Anspruch nehmen könnte. Aus gesundheitlichen Gründen rät sie ihm zum Rücktritt vom Amt.

Die politische Maschinerie will Ergebnisse

Doch der politische Berater Julius März verfolgt andere Interessen: Er möchte Urspring möglichst schnell für den bevorstehenden Wahlkampf reaktivieren.

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Der heilige Eddy von Jakob Arjouni

Der heilige EddyEddy Stein ist ein Lebenskünstler. Als Trickbetrüger nimmt er betuchte Touristen aus, um sein Leben in Kreuzberg, als Musiker mit einer bürgerlichen Fassade, zu finanzieren.

Nach einer seiner Gaunereien trifft er zufällig auf dem Hausflur zu seiner Altbauwohnung auf Berlins meistgehassten Prominenten Horst König, der mit einer Bratwurstkette in Amerika Millionen gemacht hat und als Käufer der Tempelhofer Deo-Werke zunächst als Retter gefeiert wurde. Aber nach der angekündigten Schließung der Fabrik und dem damit verbundenen Abbau von 8.000 Arbeitsplätzen als Heuschreckenkapitalist ist er in die Schlagzeilen der Boulevardpresse geraten. Es kommt zu einer Auseinandersetzung der beiden, die durch einen unglücklichen Unfall für Horst König tödlich endet. Doch damit Eddys bürgerliche Fassade keine Risse bekommt, lässt er die Leiche verschwinden, vorbei an Königs Bodyguards, die draußen auf ihren Chef warten.

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