Rezension: „Skala des Bösen“ von Michael Moser – Ein Thriller zwischen Kanzlei, Chaos und kaltem Kalkül

Buchcover Skala des Bösen

Alltag in der Kanzlei – und erste Schatten

Lena von Nierstein arbeitet als Rechtsanwältin in einer Gemeinschaftskanzlei, während ihr Mann Mark sich um den eineinhalbjährigen Sohn Luca und den Haushalt kümmert. Trotz seines Abschlusses an der Kunstakademie bleibt Marks künstlerischer Durchbruch aus – auch seine aktuelle Ausstellung „Das Böse in uns“ floppt. Als Lena bei einer Vernissage eine mysteriöse Bemerkung über ein „perfektes Verbrechen“ hört, wird sie stutzig. Ihre Nachbarin Annika bestätigt die Theorie eines perfekten Mordes – und Lena beginnt zu zweifeln.

Bedrohung im Verborgenen

In der Kanzlei erhält Lena erneut anonyme Geschenke: Gummibärchen, belgische Pralinen und Blumen. Als sie sich auf den Heimweg macht, fehlt plötzlich ihr BH aus der Sporttasche. In ihrer Penthouse-Wohnung mit Blick auf die Frankfurter Skyline beobachtet sie eine dunkle Gestalt im Garten. In der Nacht entdeckt sie ein blutverschmiertes Buschmesser und die Nachricht „Skala des Bösen Nummer acht“ in der Vorratskammer. Luca schläft friedlich – Mark will sie wegen seines Vorstellungsgesprächs nicht wecken.

Zwischen Karriere, Chaos und kryptischen Botschaften

Lena muss eine wichtige Präsentation für Prof. Berg halten, während ihr Kollege Robert sie im Stich lässt. Nach erfolgreichem Abschluss erhält sie zwei Wochen Urlaub. Doch kurz vor Mitternacht überreicht ihr ein Kellner eine rätselhafte Nachricht, und ihr Montblanc-Füller liegt zerbrochen unter Tellern. Am nächsten Tag erreicht sie ein Anruf: Kollege Hartmut Fischer wurde tot aufgefunden. An einer Raststätte verschwindet Mark spurlos – und an der WC-Tür findet Lena eine bedrohliche Botschaft. Zuhause wartet bereits die Polizei.

Psychospiel und moralische Grauzonen

Michael Moser beginnt seinen Thriller ungewöhnlich sachlich – mit juristischem Alltag, den er als ehemaliger Anwalt kennt. Doch die Spannung steigt kontinuierlich. Lena wird mit Ungereimtheiten konfrontiert: Eine gollumartige Gestalt taucht auf, verschwindet aber auf dem Sicherheitsband. Sie lügt ihre Schwiegermutter an und kann der Kommissarin Lubetzki keine plausible Erklärung liefern. Warum sie Mark das blutige Messer nicht zeigt, bleibt ebenso rätselhaft wie dessen Reaktion darauf.

Der Wahnsinn hat einen Namen: Sanders

Ein Psychopath namens Sanders tritt auf, nennt Lena seine Prinzessin und Mark einen Bastard. Die Beziehung zu diesem Nachbarn eskaliert: Gewalt, Verwirrung und widersprüchliche Begegnungen prägen das Geschehen. Am Ende präsentiert Moser ein perfides Spiel um einen perfekt konstruierten Mord – mit überraschenden Wendungen und psychologischem Tiefgang.

Skala des Bösen von Michael Moser

Cover des Thrillers Skala des Bösen
Gmeiner Verlag 2025
Taschenbuch
288 Seiten
ISBN 978-3-8392-0904-2

Bildquelle: Gmeiner Verlag

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