
Ein Treffen alter Geheimdienstler und eine gefährliche Forschung
Oberst a.D. Friedbert Hartmann hat eine außergewöhnliche Karriere beim Ministerium für Staatssicherheit hinter sich, die mit dem Zusammenbruch der DDR abrupt endete. Damals wurde ihm mehrfach der Prozess gemacht, doch nun lädt er seine früheren Weggefährten aus Zeiten des Kalten Krieges in seine imposante Villa in einem Dresdner Nobelviertel ein. Die alten Kameraden, allesamt ehemalige Geheimdienstler befreundeter Ostblockstaaten, wollen dem Niedergang moralischer Werte nicht länger tatenlos zusehen und aus dem Untergrund die Tyrannei von Waffenschiebern, Menschenhändlern und Drogenbossen beenden. Deshalb finanzieren sie seit Jahren die geheimen Forschungen von Henry, dem Sohn des Obersts. Der Biochemiker gilt als genialer Wissenschaftler und hat eine Wunderwaffe mit geschlechtsspezifischer Gefährlichkeit entwickelt.
Ein Vater sucht seine Tochter – und stößt auf alte Stasi‑Machenschaften
Bei einer zufälligen Begegnung im Wanderurlaub in den österreichischen Bergen glaubt Michael Groth, seine angeblich tot geborene Tochter aus DDR‑Zeiten gesehen zu haben. Da das Mädchen nicht nur das Aussehen ihrer Mutter besitzt, sondern auch seine genetische Besonderheit verschiedenfarbiger Augen geerbt hat, ist Groth sicher, dass es seine Tochter sein muss. Er beauftragt den Privatermittler Alexander Buschbeck, der mehrere Jahre als Profiler und psychologischer Berater für das Landeskriminalamt Sachsen tätig war.
Buschbecks erste Ermittlungen führen in eine Klinik nach Friedrichstadt, in der Groths Tochter am 3. Februar 1988 geboren wurde. Doch weder im Krankenhaus noch im zuständigen Standesamt lassen sich Unterlagen finden, die eine Geburt an diesem Tag bestätigen. Nach einem Gespräch mit dem damaligen Arzt ist Buschbeck überzeugt, dass es sich nicht um eine Totgeburt, sondern um Kindesentzug durch die Staatssicherheit handelte.
Ein mysteriöser Fall für die neue Hauptkommissarin
Die frisch beförderte Hauptkommissarin Marlies Bender vom Landeskriminalamt erhält ihren ersten Fall als Chefermittlerin – und der wirkt von Beginn an äußerst rätselhaft. In einer Lagerhalle wird eine Leiche gefunden, deren Körper sich in kürzester Zeit auflöst. Bender findet heraus, dass es sich um einen vietnamesischen Drogendealer handelt. Doch bevor der Pathologe weitere Untersuchungen vornehmen kann, wird die Leiche vom Bundeskriminalamt abgeholt.
Nachdem zwei weitere Vietnamesen tot aufgefunden werden, wird Bender der Fall entzogen. Als sie zufällig ihrem ehemaligen Kollegen Alexander Buschbeck begegnet, der ihr von seinem Auftrag und den Stasi‑Machenschaften berichtet, erkennt sie einen möglichen Zusammenhang und beschließt, ihn bei seinen weiteren Ermittlungen zu unterstützen.
Sex als Waffe – ein realer Gedankenspiel wird zum Thriller
Eine biochemische Waffe, die feindliche Soldaten in sexuelle Ekstase versetzen und kampfunfähig machen sollte, war 1997 tatsächlich ein Gedankenspiel von Wissenschaftlern auf der Air Force Base in Ohio. Die „Sex Bomb“ sollte Gegner überwältigbar machen, ohne sie töten zu müssen.
Dieses Thema greift Symone Hengy in ihrem Thriller Operation Gay Bomb* auf und lässt Sex als Waffe in einem intelligent konstruierten, fiktiven Plot Realität werden. Der bildhafte und flüssige Schreibstil der Autorin fesselt die Leser an eine genial verstrickte Handlung, die an Spannung kaum zu überbieten ist. Allerdings werden die Handlungsstränge nicht immer plausibel miteinander verbunden – insbesondere bleibt unklar, wie Hauptkommissarin Bender auf die Idee kommt, dass ihr Mordfall mit Buschbecks Ermittlungen zusammenhängen könnte.
Der Thriller endet mit einem Cliffhanger, der Raum für eigene Überlegungen zu den tiefsinnigen Randbemerkungen der Figuren lässt und zugleich vermuten lässt, dass eine Fortsetzung folgen wird.
