
Burnout jenseits der gängigen Definitionen
Der Mediziner Fritz Helmut Hemmerich weicht schon bei der begrifflichen Erklärung des Burnout von einer isolierten Betrachtungsweise und der meistverbreiteten Definition ab. Für ihn ist Burnout keine eigenständige Erkrankung. Nicht zu verwechseln mit einem psychovegetativen Erschöpfungszustand, beschreibt er Burnout vielmehr als die Unfähigkeit, vorhandene Kraft in effiziente Energie umzuwandeln.
Seine Definition stützt er auf Erkenntnisse aus Biochemie, Soziologie und Philosophie. Dies verdeutlicht er durch Einführungen in Epigenetik, Physik, Stoffwechselprozesse, Nervenzellen und verschiedene Neurotransmitter. Hirnstrukturen illustriert er mit farbigen Abbildungen und konfrontiert den Leser unter anderem mit Synapsen und der Anafonesis.
In der Autobiografie „Tantra – Schrei nach Liebe“ schildert Tara Wera ihren Lebensweg, der in einem konservativen Elternhaus begann. Ihre Mutter war zwar großherzig, aber auch sehr streng und hielt an alten Tugenden fest. Als sie eine politisch engagierte Frau kennenlernte, kam der Wandel, sie begann Alice Schwarzer zu lesen und emanzipierte sich. Der Vater von Tara Wera war schon immer ein unkonventioneller Typ, der sich für die SPD engagierte und eine Leidenschaft für das Drachenfliegen hatte. Als sich ihre Mutter von ihm trennte und nach Berlin zog, blieben ihre beiden noch minderjährigen Geschwister beim Vater. Zu dieser Zeit überredet sie eine Freundin zu einem Saunabesuch, der für sie zum echten Horror wurde. Sie wollte partout nicht auffallen, doch musterten sie die anderen Saunagäste erstaunt, als sie im Badeanzug auf der mittleren Bank saß.
David Schraven gibt in seinem Buch „Zechenkinder“ Geschichten von Bergleuten wieder, die alle eine Verbundenheit zum Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop haben. Sie schildern ihre Erinnerungen an eine Großdemo für einen sozialverträglichen Ausstieg, den Papstbesuch, das nächtliche Abfackeln der Kokereien, an verheerende Grubenbrände und eine Menschenkette, die sich quer durchs Ruhrgebiet zog und somit zum Band der Solidarität wurde. Sie berichten von Unfällen und der viel gepriesenen Kameradschaft unter den Kumpeln, wobei einer diese nie erlebt hat und ein anderer nur Konkurrenzkampf kennt. Es geht um erlebte Enttäuschungen und das Gefühl, verarscht worden zu sein. Der eine hat sein Glück beim Tunnelbau in der Schweiz gesucht und ein anderer hat von der Maloche unter Tage zum Psychologiestudium gewechselt, während ein Koreaner wegen des Bergbaus ins Ruhrgebiet kam und blieb.
Bereits in der Einleitung zu ihrem Ratgeber „Das Buch der Leichtigkeit“ nehmen die Autoren Henrike und Markus Reinhold Blocher Bezug auf das mehrere tausend Jahre alte Werk „I Ging“, oder auch Yi Jing genannt, das ihnen als Inspiration diente. Dieses „Buch der Wandlungen“ umfasst nach Wikipedia 64 Hexagramme bzw. symbolische Strichzeichnungen, die unter dem Titel „Zhouyi zhengyi“ im 7. Jahrhundert n. Chr. erstellt wurden.
Wie sich die Vergangenheit, besonders, wenn sie emotionale Schmerzen oder Enttäuschungen beinhaltet, in gegenwärtigen Beziehungen wiederholt, erläutert der Psychotherapeut David Richo in seinem Buch „Versöhnung mit der Vergangenheit“. Er zeigt anhand einiger Beispiele auf, wie Übertragungen unbewusst zustande kommen und welche Gründe es dafür gibt. Ein Beispiel für Übertragung ist eine Patientin, die sich in ihren Arzt verliebt, weil er freundlich, verständnisvoll, zuverlässig und um sie besorgt ist. Eigenschaften, die sie sich bei ihrem Vater gewünscht hätte.
Franziska ist die 25-jährige Enkelin von Lena. Sie erinnert sich an Erzählungen ihrer Großmutter und wie sie ihr als kleines Mädchen gelauscht hat. Eine erfundene Geschichte handelte von dem blinden Mädchen Ella. Das Besondere an diesem Mädchen war, dass es mit Tieren sprechen konnte und eines Tages hörte es von einer Eule, dass die Bäume des Obstgartens auf sie gewartet hätten. Die traurigen Bäume berichteten ihr davon, wie es in der Vergangenheit zu Streitigkeiten unter den verschiedenen Obstbäumen gekommen ist. In der Folge wurden quer durch die Reihen der Birnbäume neue Grenzen gezogen, wodurch die Birnbäume zusammen mit den Apfelbäumen in einem Staat leben sollten. Doch alle Bäume des neuen Staates sollten sich ähneln und man redete ihnen ein, dass sie eigentlich keine Birnbäume, sondern Kruschkenbäume wären. Weiter überzeugte man sie davon, dass ihre Sprache viel mehr der Sprache der Apfelbäume ähneln würde als der von Birnbäumen, die außerhalb des neu gegründeten Staates lebten. Die Konsequenz waren Verfeindungen unter den Birnbäumen der verschiedenen Staaten und den alten Dialekt sprach man nur noch zu Hause.
Lars Lorber stellt in seinem Buch „Menschenkenntnis – Der große Typentest“ unterschiedliche Persönlichkeiten vor, wobei er ausführlich auf die jeweiligen Verhaltensweisen eingeht. Ein Mensch kann eher introvertiert oder extrovertiert sein, was sich sowohl auf die Wahrscheinlichkeit eines Verkehrsunfalls, als auch eine Scheidung auswirken kann. Der Autor schreibt von praktischen und theoretischen Charakterzügen, wobei er hier die Frage aufwirft, welchem der beiden Typen mehr Intelligenz bescheinigt werden kann und auch, wer eher übersinnlichen Phänomenen oder der Magie zuspricht. Weiter macht er die Unterschiede deutlich, ob man seine Interessen eher unnachgiebig, also hart, verfolgt oder kooperativ ist, also einen rücksichtsvolleren Umgang pflegt. In diesem Zusammenhang wagt er einen Rückblick in die Evolutionsgeschichte, da hier die Wurzel der klassischen Rollenverteilung zu suchen ist.
Der amtierende Außenminister ist jeweils Leiter des Auswärtigen Amtes. Aktuell umfasst das Stammpersonal 6750 Stellen, die die deutschen Interessen in der Welt vertreten. Ulrich Brinkhoff, Autor des Buches „Träume in der Morgenstille“, war als Mitarbeiter zehn Jahre für dieses Amt tätig. Im Jahr 2011 macht er sich als 72-jähriger mit seiner Ehefrau Monika nach Südkorea auf, wo er in Seoul eingesetzt war. Er findet heute eine ihm fremde Welt vor und kann das Hotel, an dem viele alte Erinnerungen hängen, kaum ausmachen.
Philip J. Dingeldey hat in seinem Buch „Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er & 50er Jahren“ natürlich in erster Linie von den Gegebenheiten in Nürnberg erzählt, doch dürfte sich die Situation in jeder anderen vom Krieg gebeutelten Stadt in Deutschland nicht anders dargestellt haben. Er erinnert an die Zeit rationierter Lebensmittel, die es nur mit Lebensmittelmarken gab und an den Bau von Luftschutzbunkern. Überall hat Juden das gleiche, grausige Schicksal ereilt. Die Bevölkerung war Großangriffen mit Brand- und Phosphorbomben ausgesetzt. Das Alltagsbild der Kinder war geprägt durch Tote auf den Straßen und sie hörten von Vätern, die auf Heimaturlaub von der Front kamen und neben einem zerstörten Haus nur noch die Gräber ihrer Familie vorfanden.