
Vom Schwimmtalent zum Aussteiger
Alles begann im ersten Jahr an der Highschool von Iverton, als Noah Oakmans bester Freund Alan ihm vorschlug, dem Schwimmteam beizutreten. Noah war schnell, wenn auch nicht der Schnellste. Immerhin gewann er ein Wettschwimmen nach dem anderen, und im nächsten Jahr wurden seine Zeiten beeindruckend gut. In der 11. Klasse verbesserten sie sich weiter, und die ersten Colleges boten ihm ein Schwimmstipendium an. Im Gegensatz zu seinen Eltern war Noah davon nicht begeistert, denn anfangs machte ihm das Schwimmen einfach nur Spaß. Doch als er plötzlich richtig gut wurde, weckte er hohe Erwartungen. Bei einem Langdistanztraining bekam er einen Krampf und musste aus dem Wasser gezogen werden. Er behauptete, Schmerzen im Rücken zu haben, war damit aus der Mannschaft raus und musste nicht mehr schwimmen.
Eine Lüge, ein Chiropraktiker – und ein seltsamer Abend
Um seine Lüge aufrechtzuerhalten, geht Noah seitdem regelmäßig zu einem Chiropraktiker und muss morgens zu einem Fitnesstraining bei seinem Coach antreten. Die meiste Zeit verbringt er jedoch mit seinen besten Freunden, den Zwillingen Val und Alan Rosa‑Haas, in deren Pool. Auf einer Party geraten Noah und Alan in Streit, woraufhin Noah sich betrinkt und mit dem Nachbarsjungen Circuit nach Hause geht, der ihn unbedingt hypnotisieren möchte. Noah bricht die Sitzung abrupt ab. Doch nach seinem Besuch bei Circuit hat sich plötzlich alles um ihn herum verändert. Warum hat seine Mutter eine Narbe im Gesicht? Weshalb verhält sich ihr Hund Fluff so seltsam, ist agiler und bellt? Seine Freunde Val und Alan wollen auf einmal an einem weit entfernten College studieren. Nur seine Schwester Penny, die mit ihm den Film Frühstück bei Tiffany ansehen möchte, bleibt eine Konstante. Noah will herausfinden, warum seine Welt aus den Fugen geraten ist.
Bowie, Bücher und eine surreale Wendung
Der skurrile Protagonist des Romans Ganz schön kaputte Tage und wie Noah Oakman sie sieht ist David‑Bowie‑Fan, dessen Musik im Verlauf der Handlung immer wieder Erwähnung findet. Er setzt sich intensiv mit dem Werk der fiktiven Schriftstellerin Mila Henry auseinander, von der an einigen Stellen Auszüge aus Gesprächen und Interviews zitiert werden. Zu Beginn des Romans werden Noahs Leben und sein Umfeld zwar langweilig, aber realistisch geschildert. Im weiteren Verlauf nimmt seine Welt jedoch surreale Züge an, wobei David Arnold erst nach einigen Kapiteln die Auflösung präsentiert.
Jugend, Erwartungen und der Wunsch auszubrechen
Der Roman schildert die Probleme Jugendlicher der gehobenen amerikanischen Mittelschicht, deren Lebensweg nach der Highschool mit dem Besuch eines Colleges vorgezeichnet ist. Doch Noah Oakman versucht, aus diesem Käfig auszubrechen – er will „den Roboter verlassen“, wie er es nennt. Obwohl zunächst der Eindruck entsteht, der Plot würde mit belanglosen Gesprächen und wenig Handlung dahinplätschern, nimmt die Geschichte später Fahrt auf und wartet mit unerwarteten Wendungen auf. So ist der Roman Ganz schön kaputte Tage und wie Noah Oakman sie sieht von David Arnold ungewöhnlich und fantasievoll, wenn auch nicht unbedingt erkenntnisreich, wie auf dem Cover behauptet wird.
Ganz schön kaputte Tage und wie Noah Oakman sie sieht von David Arnold

Übersetzung von Ulrich Thiele
Arena Verlag 2019
Hardcover
440 Seiten
ISBN 978-3-401-60392-6