
Ein Mann, der alles verloren hat
Nachdem Paul eine gescheiterte Ehe hinter sich hat, seinen Job verloren hat und von seinem Vermieter vor die Tür gesetzt wurde, bleiben ihm nur ein Koffer, ein Seesack, eine Pistole und ein altes Schulheft mit Tagebuchaufzeichnungen. In Ermangelung von Freunden weiß er nicht, wohin er gehen soll, und nistet sich zunächst in einer Schrebergartenlaube ein, um schließlich bei Siegfried Pocke auf St. Pauli zu landen.
Pocke gibt seinen Ausstand als Wirt, weil er sein Lokal nicht weiter betreiben kann. Von seinen Ersparnissen begibt er sich auf eine große Reise und überlässt seinem neuen Freund Paul bis zu seiner möglichen Rückkehr sein Auto. Mit diesem macht sich Paul auf den Weg zu einer dänischen Insel.
Erinnerungen an eine verlorene Zeit
Unterwegs liest Paul immer wieder in seinen Aufzeichnungen, die er als Siebzehnjähriger geschrieben hat. Darin berichtet er, wie ihn seine Mutter verlassen hat und sein Vater zum Säufer wurde. Schon früh fühlte sich Paul minderwertig, war depressiv und dachte an Suizid.
Er erinnert sich an die Schülerin Katharina, mit der er viele Briefe ausgetauscht hat, was jedoch im Laufe der vergangenen fast fünfzig Jahre in Vergessenheit geraten war. Seine Gedanken schweifen zum ersten Kuss und zu den ausgetauschten Zärtlichkeiten. Seit der Premiere der Schulaufführung Die Leiden des jungen Werther* hat er Katharina nicht mehr gesehen, denn Franz Keil war nicht nur in dem Theaterstück, sondern auch im wirklichen Leben sein Widersacher.
So kam es auf der Bühne zu einem Unglück, das Pauls Leben entscheidend beeinflusst hat. Als alter Mann geht ihm dieses Mädchen nicht mehr aus dem Kopf, und er fragt sich, was wohl aus ihr geworden ist. Indem er sie aufspürt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Ein verhängnisvoller Neuanfang
Auch Pocke taucht wieder auf. Da beide jedoch mittellos dastehen, sehen sie keinen anderen Ausweg, als eine Bank zu überfallen.
Mit dem Roman Fünf Löcher im Himmel* macht Rocko Schamoni deutlich, wie entscheidend die Weichenstellungen im Leben eines Menschen sein können. Wer einmal, wie Paul, vom Gleis abgekommen ist, findet nie wieder in die richtige Spur zurück und bleibt dauerhaft auf der Verliererseite.
Paul ist in keiner glücklichen Familie aufgewachsen und hatte von Anfang an kaum Chancen auf ein erfülltes Leben. Bereits zur Premiere der Schulaufführung muss er sich selbst Glück wünschen, weil niemand da ist, der ihm Mut zusprechen könnte. Zudem hat er unschuldig mehr als sieben Jahre in einem Jugendgefängnis verbracht.
Ein Roman über Verlust, Einsamkeit und gesellschaftliche Fragen
Rocko Schamoni beschreibt Pauls Schicksal sehr eindrucksvoll und ergreifend. Der Roman berührt den Leser tief und fesselt von Beginn an. Wie Paul die letzten fünfzig Jahre seines Lebens verbracht hat, erfährt der Leser allerdings nicht. Dafür erhält er umso mehr Einblicke in die gemeinsame Schulzeit mit Katharina, in der letztlich die Ursache für das spätere Unglück zu finden ist.
Der Roman Fünf Löcher im Himmel* setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, was Menschen, deren Rente kaum Hartz-IV-Niveau erreicht, noch von ihrem Leben erwarten können, wenn ihnen selbst Freunde fehlen. Das Werk versteht sich als Anklage gegen gesellschaftliche Missstände und regt zum Nachdenken an.
Fünf Löcher im Himmel von Rocko Schamoni

In Fünf Löcher im Himmel erzählt Rocko Schamoni die bewegende Geschichte eines Mannes, der von Verlusten geprägt wurde. Ein Roman über Schicksal, Einsamkeit, verpasste Chancen und die Suche nach einem Neuanfang.
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Verlag: Piper
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenzahl: 190
Genre: Roman