Wenn montags die Savanne Kopf steht – und ein Wasserloch in Gefahr gerät

Cover von Montags ist immer Safari von Johanna Prinz

Ein geplanter Bungalow und große Sorgen

Montags ist immer Safari in der afrikanischen Savanne, deren zentraler Punkt ein Wasserloch mit glitzernden Wellen neben einer Akazie ist. Das Erdferkel Pippa, der afrikanische Madenhacker Horst, Manolo der Löwe und die Erdmännchenbrüder Einz, Zwai und Dreizahn leben glücklich dort und beobachten jeden Montag die Menschen, die sich Touristen nennen. Wenn diese mit ihrem Jeep erscheinen, führen die Tiere ein einstudiertes Theaterprogramm vor.

Eines Tages entdecken sie einen Brief mit einem Bauplan, den die Touristen verloren haben müssen. Die Waldrappe Gisela, die kaum aus ihrem Gebüsch kommt, kann den Inhalt als Einzige lesen. Mit Erschrecken stellen alle fest, dass laut Bauplan genau an der Stelle ihres Wasserlochs ein Bungalow errichtet werden soll. Doch wie können sie das verhindern? Horst hat die Idee, das Große Orakel zu befragen – Pippa hält es allerdings für eine Legende, da niemand weiß, wie es aussehen soll.

Eine Reise voller Rätsel und Gefahren

Die Tiere machen sich auf den Weg und fragen eine Termite nach dem Großen Orakel, die jedoch keine Antwort weiß. Auf ihrem langen Weg legen sie an einem See eine Pause ein, weil sie durstig sind, und hören plötzlich eine Stimme, die sie auffordert, näher zu kommen. Zum Glück können sich alle rechtzeitig vor dem plötzlich aus dem Wasser auftauchenden Krokodil in Sicherheit bringen.

Als sie den Giraffenjungen Enzian treffen, behauptet dieser, das Orakel zu kennen und will sie zu ihm führen. An einer Gnuherde bleibt Enzian stehen und erklärt, dass sie am Ziel seien. Tatsächlich haben die Tiere dort eine Erleuchtung: Zurück an ihrem Wasserloch üben sie für eine „1‑a‑Dressur“, die bei den Touristen gut ankommt. Diese halten ihre Kameras lange hoch und entdecken dabei die unter Artenschutz stehende Waldrappe – womit das Bauvorhaben endgültig scheitert.

Tierische Charaktere und eine spannende Vorlesegeschichte

Das Kinderbuch Montags ist immer Safari ist der Auftakt der neuen Vorlesereihe Wilde Woche. Johanna Prinz stattet die Tiere mit menschlichen Zügen aus: Sie sprechen, sind intelligent und machen sich darüber lustig, wie sie die Menschen aus ihrer Sicht „dressieren“. Kinder ab etwa sechs Jahren können sich leicht mit Pippa, Horst, Manolo und den Erdmännchen identifizieren, da es auch bei ihnen zu Streit kommt – und zu Versöhnung, bei der sich jeder für seine Fehler entschuldigt. Besonders spannend wird es an der Stelle, an der plötzlich das Krokodil zuschnappt.

Wissen, das überrascht – für Kinder und Erwachsene

Das Besondere an dem Buch ist das vermittelte Wissen, das selbst erwachsene Vorleser überraschen kann. Johanna Prinz, promovierte Diplom‑Biologin, ergänzt die Geschichte am Schluss durch eine kleine Sachkunde, die besonders zum Zugvogel Waldrappe interessant ist. Schon die Überschriften wecken Neugier, und die bunten Illustrationen von Stefanie Jeschke ergänzen den Text auf ansprechende Weise.

Dass sich zwei Tiere – der Madenhacker Horst und der Giraffenjunge Enzian – gefunden haben, die aufeinander angewiesen sind und zuvor beide ein trauriges Dasein fristeten, rundet die lehrreiche Geschichte ab, in der schließlich alle glücklich und zufrieden sind.

Montags ist immer Safari von Johanna Prinz

Cover von Montags ist immer Safari von Johanna Prinz
Illustrationen von Stefanie Jeschke
cbj Verlag 2023
Hardcover
128 Seiten
ISBN 978-3-570-18027-3

Bildquelle: cbj Verlag

Teile diesen Beitrag