Zwischen Realität und Fiktion: Eine Reise auf den Spuren Solimans

Zu den Elefanten

Familienurlaub mit Spannungen

Der mit Korrektur- und Lektoratsarbeiten beschäftigte Kulturwissenschaftler Theo verbringt mit seiner Ehefrau Anna und dem siebenjährigen Sohn Moritz wie jedes Jahr die Sommerferien im Salzburger Lungau. Doch die eheliche Beziehung ist von Spannungen überschattet, und es kommt zu Streitigkeiten. Da Anna als Biologin ohnehin wieder ihrer Arbeit nachgehen muss, entscheidet sich Theo zu einer Reise, die er allein mit Moritz unternehmen will: Die beiden wollen in umgekehrter Richtung der Route des Elefanten Soliman folgen. In Salzburg hoffen sie, auf dessen legendäre Route zu stoßen, und wollen mindestens bis Genua gelangen – wenn nicht sogar bis Madrid. Theo plant, in Gasthäusern zu übernachten, die sich entlang der Route befinden und nach dem Elefanten benannt wurden.

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Etwas Schwarzes von Reza Dalvand

Etwas SchwarzesEines Tages entdeckt ein Leopard zwischen grün und rot schillernden Bäumen etwas Schwarzes. Dabei kann es sich nur um einen seiner schwarzen Flecken handeln, die er beim Jagen verloren haben muss. Damit den anderen nicht dasselbe widerfährt, macht er sich sofort auf um alle zu warnen. Ein Rabe sieht ebenfalls das Schwarze und hält es für ein Stück von einem Stern. Er fürchtet, der Himmel könnte einstürzen und will alle Waldbewohner über das drohende Unheil informieren. Sein Gekrächze alarmiert wiederum den Fuchs. Dieser sieht das Schwarze auch, weiß aber nicht, was es sein könnte. Vielleicht das Tuch der Prinzessin? Wenn der König sein Heer ausschickt um es zu suchen, muss er unbedingt alle vor seinen Soldaten warnen.

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Bewölkt aber trocken von Marion Zechner

Bewölkt aber trockenAllein in Deutschland gibt es über eineinhalb Millionen alkoholabhängige Menschen. Doch meist ist es ein langer Weg bis zu dieser Erkenntnis und dem Zeitpunkt, sich die eigene Abhängigkeit einzugestehen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die sechsunddreißigjährige Lucy Richter in dem Roman Bewölkt aber trocken* ist eine von ihnen. Aus einer früheren Beziehung hat sie Freya, eine pubertierende Tochter, und mit ihrem Ehemann Lars den zweijährigen Sohn Jakob. Jeder Tag bringt mit der Doppelbelastung als Hausfrau und Mutter auf der einen Seite und dem Job als Lehrerin auf der anderen Seite neue Herausforderungen, obwohl ihr Lars viele Aufgaben abnimmt und das Ehepaar eine Babysitterin eingestellt hat. Immer häufiger ergreift Lucy jede sich bietende Gelegenheit wie einen „Absacker“ beim Elternstammtisch zum Trinken. Zu Hause bleibt es nicht nur bei einem Gläschen Wein, sondern sie greift zu Absolut Vodka, den sie vor der Familie zwischen Socken versteckt und unterwegs zu Piccolos.

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Kalte Nacht von Anne Nørdby

Kalte NachtIn Hultsjö, einem nur 370 Einwohner zählenden Dorf in der Provinz Småland, kommt ein Volvo mit überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab. Ein dort wohnender Waldarbeiter hört es zweimal knallen und läuft zur Unglücksstelle, wo sich ihm ein grauenhaftes Bild zeigt. Sofort verständigt er den Notruf. Polizeiassistentin Maja Lövgren und ihr Vorgesetzter Göran Berg eilen zur Unfallstelle, wo sie den Fahrer mit eingedrücktem Schädel sowie ein kleines Mädchen und eine Jugendliche vorfinden. Bei der Kleinen handelt es sich um ein an dem Down-Syndrom leidendes schwerverletztes Kind, das mit einem Krankenwagen nach Karlskrona gebracht wird. Für die auf der Rückbank liegende Jugendliche und für den Mann kommt jede Hilfe zu spät.

Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei dem an einem Schädelhirntrauma Verstorbenen um den aus Hamburg stammenden Familienvater Jochen Nowak handelt, der sich mit dem Kauf eines Häuschens in Schweden einen Traum erfüllt hat.

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Ich will dir nah sein von Sarah Nisi

Ich will dir nah seinLester Sharp arbeitet im Fundbüro der Londoner Verkehrsbetriebe und katalogisiert die Fundstücke, die in Bahnen, Bussen, Haltestellen oder Stationen gefunden wurden. Für die Registrierung muss er eine kurze Beschreibung vornehmen und die Daten in ein Computerprogramm eingeben. Über tausend Gegenstände kommen an einem durchschnittlichen Tag zusammen, die nach einer Frist von drei Monaten versteigert werden. Bei Handys, Taschen und Geldbörsen ist die Abholrate verhältnismäßig hoch, sehr persönliche Einzelstücke bleiben in der Obhut des Fundbüros. Im Laufe der Jahre hat jeder Angestellte eine gewisse Zuneigung zu bestimmten Einzelstücken entwickelt. Lester stuft sein persönliches Interesse an einem Fundstück auf einer Skala von null bis zehn ein. Er hat eine Schwäche für medizinische Instrumente und Hilfsmittel.

Als in die Nachbarwohnung die Tänzerin Erin Hunt einzieht, entwickelt Lester eine regelrechte Besessenheit für die junge Frau. Er belauscht sie und spioniert ihr nach, denn sie erinnert ihn an eine Frau, die ihn faszinierte und noch nie dagewesene Gefühle in ihm hervorgerufen hat.

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Treue Seelen von Till Raether

Treue SeelenAchim Tschuly hat als Pyrotechniker eine neue Tätigkeit bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung aufgenommen, weshalb er mit seiner Lebensgefährtin Barbara nach Berlin Zehlendorf, im Westteil der Stadt gelegen, gezogen ist. Unlängst hat sich in Tschernobyl die Reaktorkatastrophe ereignet, und um die durch den Regen kontaminierten Kleidungsstücke nicht in die Wohnungen zu tragen, werden sie häufiger gewaschen. Beim Aufhängen der Wäschestücke lernt Achim auf dem Dachboden die mit Volker verheiratete Marion Sebulke kennen. Aus der zufälligen Bekanntschaft entwickelt sich ein Verhältnis, und als Achim etwas Verbotenes zu deren Schwester Sybille über die Grenze nach Ost-Berlin bringen will, ist er sich über die Folgen nicht bewusst.

Die Handlung seines Romans Treue Seelen* hat Till Raether im Jahr 1986 angesiedelt, als sich im Kernkraftwerk eine Nuklearkatastrophe ereignete. Ort der Handlung ist Berlin, wobei sich die Protagonisten sowohl im West-, wie auch im Ostteil bewegen.

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Mister Oscar macht Ferien von Jim Field

Mister Oscar macht FerienIn einer dicht besiedelten Stadt wohnt im obersten Stockwerk eines Hochhauses der freundliche Hund Mister Oscar. Er beschließt, mit seinem Goldfisch Chips seine Freunde zu besuchen. Bevor es mit dem Zug auf die Reise geht, muss er natürlich einige Dinge einpacken. Bei der Ankunft auf dem Land regnet es. Da Mister Oscar nicht weiß, wie man ein Zelt aufschlägt, hilft ihm Eva dabei. Am darauffolgenden Tag fährt er mit dem Bus in die verschneiten Berge und mit dem Lift geht es auf einen Skihang. An einem anderen Tag trifft sich Mister Oscar mit seiner Freundin Caro an einem See, wo sie eine Bootsfahrt unternehmen. Mit Jojo und Didi geht er im Meer schwimmen. Als er sich mit seinem alten Freund Dougal in einer Stadt trifft, kennt der zum Glück ein nettes Café. Aber auch die schönsten Ferien neigen sich einmal dem Ende zu, und es geht für Mister Oscar und seinen Goldfisch Chips wieder nach Hause.

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Unten ohne von Mark Spörrle

Geschichten aus dem Homeoffice

Unten ohneFluch und Segen: In der Vorstellung der Menschen, die noch nie im Homeoffice gearbeitet haben, stellt diese Form meist etwas Erstrebenswertes dar, während sich die davon Betroffenen häufig zurück in einen geregelten Berufsalltag sehnen. Mark Spörrle gibt in seinem Buch Unten ohne* Geschichten aus dem Homeoffice zum Besten. Der Ich-Erzähler ist mit Lizzy verheiratet, die sich als berufstätige Frau natürlich auch im Homeoffice befindet. Aber erst in diesen krisengeschüttelten Zeiten macht das Ehepaar eine ganz neue Erfahrung, nämlich dass sie sich den ganzen Tag kaum aus dem Weg gehen können. Als Lizzy eines Tages ebenfalls ganz dringend auf ein Arbeitszimmer in der gemeinsamen Wohnung angewiesen ist, macht sich niemand mehr über einen Börsentrader lustig, dem nur die Stockbetten seiner Kinder als Platz für eine Videokonferenz zur Verfügung standen.

Wie ein HB-Männchen könnte der Ich-Erzähler auch an die Decke gehen, als das Netz eines Tages aufgrund Überlastung komplett zusammenbricht, denn nicht nur Lizzys Ehemann und sie selbst sind auf das Internet angewiesen, sondern, um das Chaos perfekt zu machen, auch die pubertierende Tochter Luise.

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Rosa-weiße Marshmallows von Bettina Ehrsam

Rosa-weiße MarshmallowsNach einem für Lisa Flanders traumatischen Erlebnis und darauffolgenden Suizidversuch wurde sie in einer Klinik in Boston behandelt und mit dreiundzwanzig Jahren entlassen. Weil ihre Freundin Maude ihr vom Leben ihres Bruders Dave und seiner Frau Agnes auf der Farm Walworth in Wisconsin vorgeschwärmt hat, zieht sie vorübergehend zu ihnen. Agnes und Dave machen sich wie auch sein Bruder Tom und die Kinder Roy und Kevin über sie wegen ihrer unzureichenden bäuerlichen Kenntnisse lustig. Allein zu dem Schamanen Big Wam gewinnt Lisa Vertrauen, wenn sie sich abends zu ihm ans Feuer setzt, wo er rosa-weiße Marshmallows auf Spießen so lange über der Glut dreht, bis sie nach Karamell duften. Obwohl sie glaubte, nie mehr im Leben glücklich sein zu können, schöpft sie in seiner Gegenwart Hoffnung.

Nach zehn Jahren vergeblicher Suche haben Lisas Eltern Walt und Dana die Hoffnung aufgegeben, dass Lisa noch lebt. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass Lisa mit einem Bus nach Chicago reiste, am Flughafen in O-Hare jedoch nie ankam.

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