Erst vor fünf Jahren hat die mittlerweile vierunddreißigjährige Martina Bäck von ihrer Tante Uschi und deren Mann Karl erfahren, dass ihr Vater noch lebt. Von Uschi und Karl, bei denen sie aufgewachsen ist, hat sie immer nur gehört, dass er vor ihrer Geburt verschwunden wäre und ihre Mutter, an die sie keine Erinnerung hat, bei einem Autounfall ums Leben kam. Martina erfährt weiter, dass ihr an Schizophrenie erkrankter Vater inzwischen durch Lungenentzündungen und einen Schlaganfall geschwächt ist, womit ihr nicht mehr viel Zeit zum Kennenlernen verbliebe.
In einem ihr von der Tante ausgehändigten Tagebuch ihrer Mutter liest sie von den Veränderungen ihres Vaters und seiner Entmündigung. Aus Verzweiflung darüber und mit allen Sorgen allein gelassen, hat sie einen geplanten Suizid dem Tagebuch anvertraut. Ihren Zieheltern wirft Martina vor, Schuld am Tod der Mutter zu tragen, und sie wird von quälenden Gedanken heimgesucht, nicht früher von der Existenz ihres Vaters gewusst zu haben.
weiterlesenSpurensuche – Diagnose Schizophrenie von Barbara Schwarzl
Peter Coon beginnt seinen Erzählband mit einer Geschichte, in der es um die Verarbeitung oder besser Nicht-Verarbeitung eines Erlebnisses von Karl geht, der das Unglück in Ramstein mit dem Absturz von drei Kunstflugmaschinen im August 1988 miterlebt hat und den die Erinnerungen daran regelrecht verfolgen. Weiter geht es mit Lena und Lukas, die sich in einem Dunkelrestaurant kennengelernt haben. Nach vielen Gesprächen lädt Lena ihren neuen Freund zu sich nach Hause ein, doch auch dort treffen sie in völliger Dunkelheit aufeinander, wogegen sich im Verhalten von Elsa und Paul viele Paare wiedererkennen dürften, die schon längere Zeit zusammenleben. Die beiden beratschlagen, ob sie am Abend lieber gemeinsam lesen oder spielen sollen, oder doch eventuell besser fernsehen.
Joe Lederer von der Münchner Mordkommission informiert die Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth, mit der er neuerdings wieder eine Beziehung hat, über einen Leichenfund. Am Tatort eingetroffen stellt sie fest, dass Laura von Reinstein ein tiefer Halsschnitt zugefügt wurde, an dem sie verblutet ist. Joe und sein Kollege Mick sprechen als erstes mit ihrer Putzfrau, die ihnen von dem geschiedenen Mann der Toten berichtet. Dabei soll es sich um Karl Maria von Loessl handeln, in dessen Adern blaues Blut fließt. Die Ermittlungen ergeben, dass Karl Maria von Loessl identisch mit ihrem Polizeireporter Charly Loessl ist, der plötzlich nicht mehr auf der Arbeit erscheint. Am Tatort können seine Fingerabdrücke sichergestellt werden und weil er als der Hauptverdächtige gilt, fahndet man bereits nach ihm. Natürlich verstößt es gegen die Regel, dass Joe seiner Sofie unter dem Mantel der Verschwiegenheit davon erzählt.
In der Anthologie „Sonne, Mord & Meer“, herausgegeben von Regina Schleheck, dreht sich jede der neunzehn Kurzgeschichten um genau eines dieser drei Themengebiete. So hängt es in heimischen Gefilden während eines Wildniswochenendes von der Entscheidung einer Gruppe ab, ob Otto sterben soll. Im Gegensatz zu Rocko, der nach einem AC/DC Konzert auf der Flucht ist und nicht weiß, wohin er fliegen soll, befindet sich eine Frau auf dem Rückflug von Irland nach Frankfurt, wo ihr allerdings einiges sonderbar vorkommt. Da ergeht es ihr aber immer noch besser als einer Besatzung, die im Indischen Ozean auf einer Insel notlanden muss. Auch der Urlaub von drei Frauen steht von Anfang an unter einem schlechten Stern, denn anstatt Flugtickets nach Malaga in Händen zu halten, soll es plötzlich nach Faro an die Algarve gehen.
„Das geht nicht!“, ist ein Ausspruch, den Wolfgang Kulow noch nie gelten ließ, denn er wollte in seinem Leben stets „Das Unvorstellbare wagen“. In seiner Autobiografie, die er in Zusammenarbeit mit Iris Hadbawnik geschrieben hat, bekennt der an der Ostsee aufgewachsene Extremsportler freimütig, dass er sich immer nur wirklich frei im Wasser, in der Wüste oder in den Armen einer schönen Frau gefühlt hat. Schon als junger Mann sucht er die Herausforderung und übernimmt nach Feierabend gefährliche Arbeiten am Rumpf der Fischerboote.