„Helenenplatz“, der zweite Roman der Schweizerin Simona Ryser, ist ein modernes Märchen von Menschen, die in der nüchternen Zeit der virtuellen Partnerbörsen auf der Suche nach dem Leben und der großen Liebe sind. Die Autorin verarbeitet auch in diesem Roman Themen, die schon in ihrem ersten Werk „Maries Gespenster“ eine große Rolle spielten.
Die Protagonisten des Romans sind drei Stadtmenschen, die scheinbar ziellos durch die Großstadt streifen, immer auf der Suche nach dem einen Date, das die ganz große Liebe verspricht. Da ist Hanna, die unter dem Burn-out Syndrom leidende Treuhänderin, die der Trostlosigkeit ihres Daseins durch das Klauen von Kleidung und Schminke in Kaufhäusern zu entfliehen versucht. Auf der Suche nach einem Mann bedient sie sich der virtuellen Partnerbörse. Doch jedes Date, das sie online verabredet, verlässt sie fluchtartig, sobald der unbekannte Dating-Partner am Treffpunkt auftaucht. Da ist Sabine, ihre Assistentin, die zunehmend Hannas Aufgaben übernimmt und ihr neue Dates vermittelt, und die selbst davon träumt, der großen Liebe zu begegnen.

Im Mittelpunkt des Romans „Penalty“ von Mal Peet steht das Leben von Edson Bakula, der als 14-jähriger Junge aus Afrika von Weißen entführt wird. Fast zwei Monate muss er mit anderen auf einem Schiff ausharren und viele verhungern während der Überfahrt oder sterben an der Entleerungskrankheit. Noch vor der Ankunft in Südamerika lehrt ihn ein Pai – ein Priester, wie Bakula Kontakt zu seinen Ahnen aufnehmen und diese Macht nutzen kann. In Santo Tomás wird er als Sklave an Oberst d’Oliveira verkauft. Erst viele Jahre später wird er seinem Herrn einen großen Dienst erweisen können, für den er auch großzügig belohnt wird.
Hauptkommissar Svenjamin Bubbles hat es in dem als Parodie angelegten Buch „Verarschung“ von Lars Arffssen mit ungewöhnlichen Morden zu tun: In Schweden treibt ein Rentier-Killer sein Unwesen. Zusammen mit seinen Kollegen und dem Journalist Mikael Blomberg will er ein psychologisches Profil von einem Rentiermörder erstellen. Doch damit nicht genug: Zwei Tote geben ihnen weitere Rätsel auf. Dr. Jerker Ekkrot wird tot in seiner Wohnung aufgefunden und auch Twigg Arssen, ein früherer Schulfreund von Mikael Blomberg. Von seinem Vater erfahren sie, dass Twigg Arssen als Schriftsteller an einem Buchprojekt gearbeitet hat und möglicherweise im Begriff war, ein Komplott aufzudecken. Für Kommissar Bubbles ist die irgendwie durchgeknallte und tätowierte Lizzy die Mörderin von Dr. Ekkrot und Arssen. Sie wird festgenommen und ins Gefängnis gesteckt. Dort sieht sich Mikael Blomberg mit ihr zusammen eine Videoaufzeichnung an und es stellt sich heraus, dass sie nicht die Schuldige sein kann. Lizzy beeindruckt immer wieder durch ihre Rechenkünste und als Computerhackerin ist sie unschlagbar.
Über die Tannhaus-Grundschule flog an einem warmen Vormittag ein Hund, einfach so. Vor dem Fenster jedes einzelnen Klassenzimmers machte der Boxer Halt, fletschte seine Zähne und ruderte mit den Vorderbeinen. Genauso interessiert wie der Hund hineinschaute, schauten die begeisterten Kinder aus ihren Klassenzimmern auf das seltsame fliegende Tier hinaus. Und es fordert einiges von den Kindern. Die Lehrer wollen in Ruhe unterrichten, den Kindern kommt der fliegende Hund aber so seltsam vor, dass es sie gar nicht auf ihren Stühlen hält. Besonders beeindruckt ist die kleine Liselotte von dem Hund, selbst die Ermahnungen ihrer Lehrerin können diese Faszination nicht brechen. Als Lieselotte auf den Hund hinweist ist dieser nämlich bereits in das nächste Stockwerk geflogen und sie bleibt die einzige Zeugin dieser Begebenheit. Lieselotte, das wird schnell klar, ist ein einsames Kind, das Gefüge innerhalb der Klasse hat sich gefunden und sie ist irgendwie außen vor geblieben. Eine allerbeste Freundin hat sie nicht.
Im Mittelpunkt des großen literarischen Romans „Die Zwillinge von Nürnberg“ von Hermann Kesten steht das Leben der Zwillinge Primula und Ultima. Nachdem ihre Mutter im Kindbett verstarb, werden sie von ihrem Vater aufgezogen, der als grausamer Richter bekannt ist. Als sie in ein Internat gesteckt werden sollen, fliehen die 17-jährigen Schwestern nach Nürnberg. Man schreibt das Jahr 1918 und es ist endlich wieder Frieden eingekehrt. Sie werden zusammen mit Ferdinand Lust, der aus einem Gefangenenlager aus Nancy geflohen ist, liebevoll von Marie Tucher aufgenommen. Ferdinand unterhält eine kurze Liaison mit der Witwe eines kürzlich verstorbenen Freundes sowie mit der von ihm geliebten Marie Tucher und auch mit Primula, eine der beiden Zwillingsschwestern. Primula wird schwanger und die beiden Schwestern zieht es nach Berlin, wo Primula ebenfalls Zwillinge, zwei Jungen, auf die Welt bringt. Primula und Ultima beschließen, die beiden Jungen Alexander und Caesar jeweils als ein Kind von sich auszugeben und niemand soll jemals von diesem Schwindel erfahren.
Die Hauptperson in „Heldensommer“ ist der fünfzehn Jahre alte Philipp, der sich im Grunde nur fürs Rauchen, Kiffen und Trinken interessiert. Durch die Schule hat er sich bisher mit etwas Glück und dem geringstmöglichen Aufwand gemogelt. Die Schule war ihm auch bisher herzlich egal. Als er jedoch durch einen besonders motivierten Austauschlehrer aus Frankreich eine durchaus berechtigte sechs auf dem Zeugnis bekommt und er folglich die Klasse wiederholen muss, ist er dann doch etwas verärgert. Philipp sieht die Schuld für diesen Misserfolg allein bei dem in seinen Augen viel zu strengen und ungerechten Lehrer.
Im Mittelpunkt des Romans „Krumme Gurken“ von Jaromir Konecny steht der 16-jährige Benn. Er lebt in der virtuellen Welt von Computerspielen wie Lost Horizon und chattet in Facebook und MySpace. Wie sein Freund Rowdy hat Benn allerdings ein Problem: beide haben sie eine „krumme Gurke“, wie sie im direkten Vergleich feststellen müssen, und beide können sie die nicht unter Kontrolle halten, wenn ihnen ein sexy Mädchen über den Weg läuft. So nennen sie ihre neu gegründete Band auch „Krumme Gurken“ und die ersten Aufnahmen veröffentlichen sie auf YouTube.
Berlin – Jablonskistraße – 1940: Das ist der Schauplatz in Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Der überwiegende Teil des deutschen Volkes lässt sich nur zu gerne täuschen und glaubt an den großen Sieg. Die Juden haben es immer schwerer. Es ist die Zeit, in der jeder etwas zu verbergen hat und sich schnell um Kopf und Kragen reden kann, wenn er nicht aufpasst. Einschüchterungen und Ängste sind an der Tagesordnung und die Luft ist wie bei einem drohenden Gewitter damit geladen. Für jeden spürbar. Niemand kann mehr jemandem trauen, die Kinder verraten ihre Eltern und die Gestapo ist überall.