
Die Hinrichtung des Bobby Mencken
In Jim Nisbets Thriller Tödliche Injektion ist der junge Bobby Mencken angeklagt, eine fünffache Mutter durch Schüsse ins Gesicht getötet zu haben. Obwohl es keine Zeugen für den Mord gibt, soll er – ein Schwarzer und ehemaliger Junkie – durch die Giftspritze hingerichtet werden.
Alles ist vorbereitet: Der Pfarrer hat seine Gebete gesprochen, und der Gefängnisarzt Dr. Johanson steht bereit. Seit 25 Minuten warten sie auf den Verurteilten. Stattdessen erreicht sie die Nachricht, Bobby habe einen Wärter getötet, der ihn aus der Zelle führen sollte – und das, obwohl ihm bereits eine hohe Dosis Valium verabreicht wurde. Schwer verletzt wird Bobby schließlich in die Todeszelle geschleppt.

In Elias Khourys Roman „Yalo“ wird die Titelfigur im Gefängnis von Beirut einem Verhör unterzogen. Der Ermittler erwartet von ihm, dass er sich seiner Vergehen für schuldig bekennt. Schîrîn Raad hätte ihn wegen Vergewaltigung angezeigt. Aber das sind doch alles gemeine Unterstellungen! Sie hat doch nach seinen Umarmungen geschmachtet! Er hat sie doch geliebt, sich in ihre Zartheit verliebt. Die Liebe zu ihr schnitt ihm die Luft ab, er wollte sie heiraten! Und die Sterne konnte er nur bei ihr sehen! Warum glaubt man ihm nicht und quält ihn dafür? Er wird geschlagen, getreten, aufs Übelste gefoltert. Dann soll er alles aufschreiben, seine ganze Lebensgeschichte und bloß bei der Wahrheit bleiben! 

In seinem Roman Nur Mut, kleiner Liebling lässt der Autor Christian Futscher seinen Protagonisten, den 49-jährigen Christian, seinen Gedanken nachhängen. Der Wiener hält sich wiederholt in Venedig auf – immer in derselben Wohnung –, um an einem neuen Buch zu schreiben. Wenn er nicht schreibt oder in einem der vielen Bücher liest, führt er Tagebuch und hält darin seine Erinnerungen fest.


„Stahlstück“ von Sebastian Guhr ist eine Sammlung von 15 in sich geschlossenen Erzählungen. Ein ehemaliger Ministrant berichtet in „Echnaton der Zweite“ von stumpfsinniger Anwaltsarbeit und dass seine Kollegen ihre Gleichgültigkeit sogar vor sich selbst verbergen können. Nach einem alles vernichtenden Feuer hält sich das Gerücht, ein Junge kann durchs Feuer gehen ohne Schaden zu nehmen. In „Hüben wie drüben“ besucht eine Schwester ihren Bruder und es entwickeln sich Gespräche mit weiteren Gästen. Dabei geht es unter Anderem um die Arbeitsmoral, wobei ein Großteil der Bevölkerung nur zu Leistungen fähig ist, wenn sie sich prostituiert. Die Frage bleibt offen, wer hier auf Kosten anderer lebt.