
Sieben Überlebende und eine Insel voller Rätsel
Bei dem Fantasy‑Abenteuer Silberflut handelt es sich um eine Dilogie. Im ersten Teil Das Geheimnis von Ray’s Rock unternimmt eine siebte Schulklasse mit zwei Lehrern eine Klassenfahrt auf die Insel Ray’s Rock. Doch durch ein Unglück bleiben in der Fortsetzung Silberflut – Die Verschollenen von Ray’s Rock von den ursprünglich sechsundzwanzig Schülern nur noch sieben übrig: Eddie, Milla, Nick, Lucy, Theo, Laurens und Jasper.
Abgeschnitten von der Außenwelt und ohne funktionierende Handys sitzen sie am sechsten Tag auf der Insel in der Keltischen See fest – denn Milla hat ihre Rettung mit einem Boot vereitelt.
Angriff der silbrigen Pflanzen und ein verschwundener Freund
Plötzlich werden die Schüler von silbrigen Pflanzen mit Kletten angegriffen. Die klingenartigen Dornen verursachen blutende, schmerzende Wunden.
Sie beschließen, zum Cottage zurückzukehren, müssen jedoch feststellen, dass die Tür bereits mit Efeu zugewuchert ist. Dort hoffen sie, den nach einem Sprung ins Wasser verschwundenen Nick anzutreffen – vergeblich.
Nur Eddie glaubt an seine Vision, dass es Nick gut geht. Er macht sich allein auf den Weg zum See, ohne zu wissen, dass Milla ihm folgt. Eine bestimmte Anordnung von Steinen überzeugt ihn, dass Nick noch lebt.
Unerklärliche Phänomene und wachsende Verzweiflung
Milla entdeckt unterdessen in einem Karton ein Küken – doch bei den anderen angekommen, liegt darin plötzlich ein Tausendfüßler. Ein weiteres unerklärliches Phänomen, ähnlich der Silberflut, bei der ihr gesamtes Gepäck verbrannte.
Mitschüler und Lehrer verschwinden spurlos. Der Gemüsegarten ist verfault, neu gesetzte Keimlinge werden von Wildschweinen zerstört. Die Schüler haben Hunger und fürchten um ihr Leben.
Zwei Perspektiven, ein Albtraum – und ein letzter Gruß
Eddie und Milla erzählen in Silberflut – Die Verschollenen von Ray’s Rock abwechselnd in der Ich‑Form von ihren Erlebnissen. Alex Falkner nutzt eine jugendnahe Umgangssprache, die den Figuren entspricht.
Eine Katastrophe jagt die nächste. Kaum haben sich die Schüler von einem Schreck erholt, wartet bereits das nächste Wagnis. In ihrer Angst, die Eltern könnten sie nie wiedersehen, schreiben sie sogar einen letzten Gruß in Form eines Briefes.
Keltische Mythen, Ogham‑Schrift und überraschende Fakten
Für die im Roman erwähnte keltische Schrift Ogham ließ sich die Autorin von einem Mitarbeiter der Universität Trier beraten. In der Danksagung findet sich ein Link für weiterführende Informationen.
Wer über Laurens’ Idee schmunzelt, mittels eines Rührbesens Bewegungsenergie in elektrische Energie umzuwandeln, um ohne Strom eine E‑Mail zu versenden, wird durch den Buchtipp und den empfohlenen YouTube‑Kanal in der Danksagung überrascht – und eines Besseren belehrt.
Alex Falkner hat zudem zu keltischen Mythen und der Anderswelt recherchiert.
Leseempfehlung, Illustrationen und ein überraschendes Ende
Der Verlag empfiehlt das Buch für Leser ab neun bis zehn Jahren. Angesichts einiger Begriffe wie entmaterialisiert oder implodiert und der Tatsache, dass die Protagonisten selbst Siebtklässler sind, eignet sich die flüssig erzählte, spannende Geschichte eher für Leser ab zehn Jahren.
Schaurig‑schöne Schwarz‑Weiß‑Illustrationen von Torben Weit ergänzen das Abenteuer, das ein überraschendes Ende nimmt – und Eddie, Milla, Nick, Lucy, Theo, Laurens und Jasper nachhaltig verändert.
Die Lösung findet Jasper in der Anderswelt, in der alles umgekehrt ist. Alles klar? Nein? Dann musst du Silberflut lesen – am besten beide Bände in der richtigen Reihenfolge.
Silberflut – Die Verschollenen von Ray‘s Rock von Alex Falkner

Illustrationen von Torben Weit
Arena Verlag 2020
Hardcover
256 Seiten
ISBN 978-3-401-60491-6