Corpus Delicti – Ein Prozess von Juli Zeh

Corpus Delicti - Ein ProzessIn der Mitte des 21. Jahrhunderts wurde der demokratische Staat von einem totalitären System abgelöst, das sich Methode nennt. Die Methode hat Gesundheit zur höchsten Bürgerpflicht gemacht und jeder Bürger ist gezwungen, täglich sportliche Aktivitäten auszuüben, um seinen Körper gesund zu erhalten, sowie verschiedene Maßnahmen wie Blutdruckmessung und Urintest durchzuführen. Im Rahmen einer Meldepflicht müssen Schlaf- und Ernährungsberichte eingereicht werden. Diese Bestimmungen werden vom Staat ständig überwacht und Verstöße werden bestraft. Die Ideologie, auf denen dieses System beruht, wurde von Heinrich Kramer mit seinem Werk „Gesundheit als Prinzip staatlicher Legitimation“ geschaffen.

Moritz Holl ist ein Freidenker, der sich nicht unbedingt an die vom Staat vorgegebenen Regeln hält. So nutzt er die Zentrale Partnerschaftsvermittlung, die er für die größte Puffmutter der Welt hält, um Frauen kennenzulernen, ohne jedoch eine Verpflichtung eingehen zu müssen.

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Interview mit der Autorin Gabriela Kasperski

Gabriela Kasperski
Bildquelle: Gabriela Kasperski
Gariela Kasperski wurde in den Sechzigerjahren in Thalwil, einer Gemeinde am Zürichsee, geboren. Nach einem Anglistikstudium hat sie neben einer Reihe weiterer Tätigkeiten als Moderatorin beim Rundfunk und Fernsehen sowie als Theaterschauspielerin gearbeitet. Mit ihrem Mann und den drei Kindern lebt sie in Zürich.

Gabriela, jetzt musst du mich als erstes einmal darüber aufklären, wie man sich bei euch in Zürich richtig begrüßt. Mit einem „Grüezi“, „Griezi“ oder „Grüesseich“? Oder einfach mit „Sali“ oder „Salü“?

    Das kommt drauf an, ob man sich siezt oder duzt. Beim Duzen ist es „Hoi“ oder Hallo, wie bei euch 🙂. „Sali“ sagen eher ältere Menschen, meine Mutter zum Beispiel. Beim Siezen ist es Grüezi, klar, allerdings hält auch da das Hallo Einzug. Die Umgangssprache ist wie überall in ständiger Veränderung. Außerdem ist es je nach Dialekt anders, Grüessich ist eher Berndeutsch, Griezi eher Baseldeutsch. Einfach kompliziert, wie überall.

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Whisper Network von Chandler Baker

Whisper NetworkSexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wird häufig aus Scham nicht zur Anzeige gebracht und nach einem Artikel auf Tagesschau.de ist in Deutschland jede achte Frau davon betroffen. In dem Roman Whisper Network* von Chandler Baker arbeiten Ardie Valdez, Grace Stanton und Sloane Glover als Justiziarinnen bei Truviv in Dallas, dem Weltmarktführer für Sportbekleidung. Als der Geschäftsführer Desmond Bankole plötzlich einen Herzinfarkt erleidet und stirbt, ist Chefjustiziar Ames Garrett für dessen Nachfolge im Gespräch. Die drei Frauen haben ihn auf ihre BAD-Liste gesetzt und konnten nicht ahnen, dass ihre „Begrapscher-aus-Dallas-Liste“ veröffentlicht wird. Sie müssen eine Entscheidung treffen: Entweder verklagen sie ihre Firma und den Chef, bevor er befördert wird, oder sie riskieren den finanziellen Ruin. Ihre Entscheidung setzt eine Tragödie in Gang.

Dass Chandler Baker im Zusammenhang von der neu zu besetzenden Stelle konsequent nur von einem CEO spricht, hätte vielleicht bei der deutschen Übersetzung mit Vorstandsvorsitzenden erklärt werden können. Im Plot erwähnte TV-Folgen werden einem deutschen Leser vermutlich genau so fremd sein wie „ein Dixi-Klo am dritten Tag von Coachella“.

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Bretonisch mit Meerblick von Gabriela Kasperski

Bretonisch mit MeerblickDie fast fünfzigjährige und geschiedene Schweizerin Tereza Berger hat von ihrer Tante Annie Gisler ein Haus in Camaret-sur-Mer auf der Halbinsel Crozon geerbt, dass sie verkaufen will. Bevor sie der Maler Severin Lukesch zum Haus führt, macht sie die Bekanntschaft der Surflehrerin Ayala Ngkachana, die ihr von der gefährlichen Strömung im Atlantik erzählt und auch von den zwei Toten in diesem Frühjahr: Bruno und Ronan. Einer alten bretonischen Sage nach fordert die Strömung „Morwen“ alle einhundert Jahre drei Tote, so dass in diesem Jahr noch ein weiteres Opfer im Meer ertrinken wird. Das, so erfährt Tereza, würde sich in einem geringeren Verkaufspreis niederschlagen. Als sie endlich an der „Villa Wunderblau“ ankommt, ist sie von dem verfallenen Haus mit morschen Treppenstufen und nicht funktionierendem Wasser einerseits enttäuscht, findet es andererseits aber auf „schäbige Weise grandios“.

Schon nach der ersten Nacht, die Tereza in der Villa verbracht hat, erhält sie Drohungen in Form von Schmierereien, die am Fenster der zum Haus gehörenden Bibliothek ihrer Tante angebracht wurden. Zudem hat sie das Gefühl, von einem „Kapuzenmann“ beobachtet zu werden, was ihr Angst bereitet.

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#CrashTag von Martin Brückner

#CrashTagFriedrich Graber ist Wirtschaftsredakteur bei der Neuen Frankfurter Zeitung und hat, wie sein Idol Steve McQueen, ein Faible für schnelle Autos, insbesondere für Modelle aus der Filmgeschichte. Auf der Website crashtag.com, die von ausgebrannten Luxusautos berichtet, liest er von dem Unfall eines Lamborghini Miura, der sich in Bangkok ereignet hat. Wenig später wird ein weiterer Unfall vermeldet: Sebastian Wirt, Geschäftsführer der Wirt AG, die auf autonomes Fahren setzt, kommt mit seinem Porsche 911 Carrera 2.7 RS in Nizza von der Fahrbahn ab, der Wagen fängt Feuer und der Fahrer verstirbt. Auf der Website ist weiterhin zu lesen, dass Klaus Polanski den Porsche, der offensichtlich nur Schrott war, an Wirt verkauft hat, was Friedrich Graber aufhorchen lässt.

Der Journalist stattet Klaus Polanski für eine neue Story einen Besuch ab. Als Friedrich Graber feststellt, dass seine Playstation gehackt wurde, bittet er seinen Freund und IT-Spezialist Titus Boyst, alles über Polanski herauszufinden. Leider meint es das Schicksal mit Graber nicht gut, denn sein neuer Ferrari Dino wird ihm gestohlen.

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Zwischen Bühne und Abgrund: Anne Enrights Roman Die Schauspielerin

Buchcover des Romans Die Schauspielerin

Die Suche nach der Mutter

In ihrem Roman Die Schauspielerin* lässt Anne Enright die Ich-Erzählerin Norah der Frage nachgehen, wer ihre Mutter wirklich war – nicht nur als öffentliche Figur, sondern als Mensch. Für Norah ist es bereits rätselhaft, dass ihre Mutter, die Schauspielerin Katherine O’Dell, ihren Geburtsort London geheim hielt. In Irland feierte Katherine erste Erfolge, die ihr als Sprungbrett für eine Karriere dienten, die sie ab Mai 1948 für dreiundzwanzig Jahre an den Broadway führte. Norah, die 1952 in Brooklyn geboren wurde, erinnert sich an die vielen Zigaretten, die ihre Mutter rauchte, und an deren übermäßigen Alkoholgenuss.

Der Zusammenbruch einer Schauspielerin

Schon früh berichtet Norah von einem Vorfall im Jahr 1980, bei dem ihre Mutter den Filmproduzenten Boyd O’Neill in den Fuß schoss.

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