Die Liste der bekannt gewordenen Entführungen reißt nicht ab und immer neue Schreckensmeldungen erreichen uns. Für Entsetzen hat die Entführung von Natascha Kampusch nach ihrer Entlassung gesorgt, die als 10-Jährige in einem Kleintransporter verschleppt und über acht Jahre von ihrem Peiniger gefangen gehalten wurde. Marc Dutroux hat gleich mehrere Kinder im Alter von 8-19 Jahren entführt. Nicht anders ergeht es der 13-jährigen Maren, dem 16-jährigen Conrad, der 14-jährigen Sophia, dem erst 11-jährigen Eike und dem 12-jährigen Leon in dem Jugendroman „Die unterirdische Sonne“ von Friedrich Ani. Auch sie wurden von zwei Männern und einer Frau in einen Lieferwagen gezerrt und auf eine Insel verschleppt. Sie leben in einem Kellerraum ohne Fenster, in dem lediglich tagsüber eine Deckenlampe für Licht sorgt. Dreimal in der Woche wird kurz frische Luft eingelassen, das einzige Bad müssen die Kinder selber putzen. In dem immerhin warmen Kellerraum können sie fernsehen und bekommen zu essen und trinken, nur reden dürfen sie nicht über das, was oben geschieht. Nach oben werden sie fast täglich einzeln oder zu zweit geholt.
Monat: Februar 2014
Burnout neu gedacht – Fritz Helmut Hemmerichs ungewöhnlicher Blick auf ein verbreitetes Phänomen

Burnout jenseits der gängigen Definitionen
Der Mediziner Fritz Helmut Hemmerich weicht schon bei der begrifflichen Erklärung des Burnout von einer isolierten Betrachtungsweise und der meistverbreiteten Definition ab. Für ihn ist Burnout keine eigenständige Erkrankung. Nicht zu verwechseln mit einem psychovegetativen Erschöpfungszustand, beschreibt er Burnout vielmehr als die Unfähigkeit, vorhandene Kraft in effiziente Energie umzuwandeln.
Seine Definition stützt er auf Erkenntnisse aus Biochemie, Soziologie und Philosophie. Dies verdeutlicht er durch Einführungen in Epigenetik, Physik, Stoffwechselprozesse, Nervenzellen und verschiedene Neurotransmitter. Hirnstrukturen illustriert er mit farbigen Abbildungen und konfrontiert den Leser unter anderem mit Synapsen und der Anafonesis.
Tantra – Schrei nach Liebe von Tara Wera
Mein Weg, meine Befreiung!
In der Autobiografie „Tantra – Schrei nach Liebe“ schildert Tara Wera ihren Lebensweg, der in einem konservativen Elternhaus begann. Ihre Mutter war zwar großherzig, aber auch sehr streng und hielt an alten Tugenden fest. Als sie eine politisch engagierte Frau kennenlernte, kam der Wandel, sie begann Alice Schwarzer zu lesen und emanzipierte sich. Der Vater von Tara Wera war schon immer ein unkonventioneller Typ, der sich für die SPD engagierte und eine Leidenschaft für das Drachenfliegen hatte. Als sich ihre Mutter von ihm trennte und nach Berlin zog, blieben ihre beiden noch minderjährigen Geschwister beim Vater. Zu dieser Zeit überredet sie eine Freundin zu einem Saunabesuch, der für sie zum echten Horror wurde. Sie wollte partout nicht auffallen, doch musterten sie die anderen Saunagäste erstaunt, als sie im Badeanzug auf der mittleren Bank saß.
Als 33-Jährige war sie seit fünf Jahren mit einem Rechtsanwalt, verheiratet, den sie bereits mit 14 Jahren in der Tanzschule kennengelernt hatte. Sie arbeitete als gelernte Kinderkrankenschwester in einer Klinik in Offenbach und suchte einen Nebenjob. In der Hanauer Landstraße fand sie eine Stelle in einer Praxis für Erotikmassagen, in der sie die Gäste mit einer abschließenden Handentspannung massierte.
Rezension: Rattenlinie Bariloche – Fiktion mit realem historischen Schatten

Kriminalfall mit internationalem Sog
Schnell ist für Hauptkommissarin Verena Mayer-Galotti und ihren Kollegen André Hase klar: Der Sturz von Randolf Bock aus dem fünften Stock eines Berliner Hotels war kein Unfall, sondern Mord. Die Ermittlungen führen die beiden zu Bocks Arbeitgeber sowie zu Paul Kamm und der Table-Dancerin Martha Maaßen, deren Verhalten die Ermittler überrascht.
Eine Fotokappe mit Fingerabdrücken von Ari Kelch, gefunden unter dem Fenster des Toten, bringt Bewegung in den Fall. Bei Kelch wird belastendes Fotomaterial gefunden – er wird vorläufig festgenommen. Doch statt sich weiter als Fotograf auszugeben, behauptet Kelch nun, als Privatdetektiv gearbeitet zu haben, und bietet Mayer-Galotti seine Unterstützung an.
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Unentschieden von Alexandra Maxeiner
Iris Schubert ist Dozentin für Lyrik und alleinerziehende, chaoserprobte Mutter der dreijährigen Laura. Sie ist als Talkgast zu einer Radiosendung eingeladen, bei der sie für die Bürgerinitiative „S.O.S. Heidenruh“ Position beziehen soll. Ihr Kontrahent ist die Ferdinand-Mayer-AG und für die Kampagne „Das Erlebnisbad – ein Froschfriedhof“ ist ausgerechnet der Projektleiter Ben Schäfer ihr Gesprächspartner, der als Spezialist für Härtefälle gilt. Erst im Studio trifft sie mit ihm zusammen, was für beide eine Überraschung ist, denn sie kennen sich bereits. Das letzte Mal hat sie ihn vor 25 Jahren auf Jürgens Party nach dem Abitur im Jahr 1989 getroffen und es stand zwischen ihnen „Unentschieden“.
Schon als Kinder haben die beiden mit Playmobil gespielt, was jedoch in einem Desaster und ihrem Wunsch endete, ihm nie wieder zu begegnen. Als Pubertierende verliebt sich Iris in Christian, mit dem sie eine „Seelenverwandtschaft“ verbindet. Im Gegensatz zu ihr ist er politisch interessiert und sein Lieblingsthema ist der Kapitalismus.