Black Box Dschihad von Martin Schäuble

Daniel und Sa’ed auf ihrem Weg ins Paradies!

Black Box DschihadTäter sind immer auch Opfer. Aber erst, wenn es zu spät ist, wird nach den Hintergründen und Ursachen gefragt. Martin Schäuble zeichnet in dem Buch „Black Box Dschihad“ biographisch die Umstände auf, die zwei junge Männer zu islamistischen Terroristen machte.

Daniel kommt 1985 in einer deutschen Kleinstadt zur Welt und ist elf Jahre alt, als sein Vater von zu Hause auszieht. Er schließt sich der Hip-Hop-Szene an und legt bei teuren Einkäufen Wert auf Markenkleidung. Anstelle eines Romans liest der ehrgeizige Schüler lieber das Grundgesetz, denn sein Ziel ist ein Jurastudium. Ihn erschüttert der Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 und sechs Jahre später fragt er nach den Ursachen. Der Einmarsch amerikanischer Truppen in den Irak löst bei Daniel eine kritische Haltung gegenüber der gesamten westlichen Welt aus und mit achtzehn Jahren bricht er die Schule ab. Nachdem ihn sein Weg als Aussteiger nach Brasilien führt, endet sein Regenwald-Abenteuer in einem Albtraum.

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Kreuzworträtselmord – Zwischen journalistischer Neugier und moralischem Abgrund

Buchcover des Kriminalromans Der Kreuzworträtselmord

Ein Urlaub mit Folgen: Shiva stößt auf einen rätselhaften Fall

Endlich ist es Shiva, Journalistin einer Boulevardzeitung, nach zwei Jahren gelungen, der beruflichen Tretmühle zu entkommen, um ein paar Tage Urlaub in Oberhof zu verbringen. Kaum angekommen, zieht es sie mit ihren Langlaufskiern in die Loipe, wo sie auf Susanna trifft – eine Frau mit einem seltsamen Verhalten. Doch schnell freunden sich Shiva, Susanna und deren Freundin Judith an. Bevor Shiva den Hintergründen von Susannas Verhalten auf den Grund gehen kann, wird sie jedoch vom Chefredakteur nach Berlin zurückbeordert.

Alte Kriminalfälle – Neue Schlagzeilen?

Um die sinkenden Auflagen der Zeitung zu steigern, will die Redaktion alte Kriminalfälle neu aufrollen. Shiva soll den sogenannten Kreuzworträtselmord bearbeiten – ein über 30 Jahre zurückliegender Fall, der scheinbar restlos aufgeklärt wurde.

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Der seltsame Fremde – Zwischen Realität, Erinnerung und Paralleldasein

Eine literarische Analyse des Romans von Christian Haller

Buchcover des Romans Der seltsame Fremde

Einladung zu einer Reise ins Ungewisse

Der mit einer Astrophysikerin verheiratete Fotograf Clemens Lang erhält eine Einladung zu einem internationalen Kongress, bei dem er seine Arbeiten präsentieren und ein Portfolio zusammenstellen soll. Bereits am Flughafen begegnet ihm eine geheimnisvolle Figur, die sich selbst als „der seltsame Fremde“ bezeichnet und vorgibt, sein auserwählter Begleiter zu sein. Obwohl Clemens den Mann auf Mitte vierzig schätzt, behauptet dieser, bis 1916 Friedländer geheißen zu haben, von Beruf „Causeur“ gewesen zu sein und heute unter dem Namen Landers zu leben.

Der Fremde stellt Lang vor ein Rätsel: Er sagt zutreffend eine Flugverspätung voraus, erscheint immer wieder wie aus dem Nichts und verschwindet ebenso unbemerkt.

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Buchrezension: „SexLügen“ von Denise Harris – Zwischen Tabubruch und Klischeeüberladung

Buchcover des Romans SexLügen

Ein Pseudonym als Schutzschild

Autoren greifen nicht selten zu einem Pseudonym, wenn sie nicht persönlich mit einem kontroversen Werk in Verbindung gebracht werden möchten. Besonders in der erotischen Literatur ist dies weit verbreitet – und im Fall des Romans SexLügen* erscheint es fast selbstverständlich. Denn die Hauptfigur Denise Harris, die offenbar identisch mit der Autorin ist, erlebt in der Handlung zahlreiche sexuelle Begegnungen – mit über 300 Männern und zwei Frauen.

Vom Ehebruch in die Krise

Durch ein Telefonat mit Mr. Murdock von der First Interstate Bank erfährt Denise, dass ihr Ehemann Ronald nicht nur sämtliche gemeinsamen Konten überzogen hat, sondern auch drei Monatsraten für das Haus offen sind.

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Schoßgebete von Charlotte Roche

SchoßgebeteMit ihrem Debüt „Feuchtgebiete“ wirbelte Charlotte Roche gehörig die Gemüter auf. Die einen hassten und verhöhnten es, die anderen liebten und feierten Roches ekelhaft offenes Werk. Daher wurde auch der Folgeroman „Schoßgebete“ mit gemischten Gefühlen erwartet. Der Roman lehnt sich jedoch nicht gänzlich an seinen Vorgänger an. Hier steht das eheliche und mitmenschliche Zusammensein in seinen unterschiedlichsten Facetten im Mittelpunkt. Jedoch zeigt Roche erneut, dass sich auch hier jede Menge Tabus finden lassen, die man gehörig ausschlachten kann.

Und noch etwas fällt schnell auf, wenn man die ersten Seiten des Buches aufschlägt und liest: Die autobiografischen Züge zwischen dem weiblichem Hauptcharakter Elizabeth und Autorin Roche scheinen stärkere Ähnlichkeiten angenommen zu haben, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Trotzdem wird schnell klar, dass Roche hier nicht allzu offenherzig von sich selbst spricht.

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