Die Spiegel Paperback-Bestsellerliste wird angeführt von sado-masochistischen Erotik-Romanen: Die Schottin E. L. James belegt mit ihrer Trologie Shades of Grey* die ersten drei Plätze und der Erotikknüller verkaufte sich in den USA bereits mehr als zehn Millionen Mal! Sexualtherapeutin Dr. Carla Thiele gibt als Erklärung dafür, warum gerade Frauen davon begeistert sind, an, dass sie sich mit den Protagonistinnen identifizieren.
In dem erotischen Roman „Ivory – Insel der Lust“ von Megan Parker ist Zahira fast 18 Jahre, als sie zufällig auf einem Flug die Bekanntschaft eines doppelt so alten, sehr gut aussehenden Mannes macht. Obwohl sie weiß, dass Santiago wegen einer Vergewaltigung angeklagt wurde, kommt es bereits im Flugzeug auf der Toilette zu einer ersten intimen Berührung. Zahira ist von ihm besessen, will nur noch ihm gehören. Sie folgt dem Multimilliardär aus Florida auf seine Privatinsel Ivory, wo sie eine für sie völlig neue Welt im Luxus kennen lernt, aber auch die drei Leibwächter von Santiago, seinen Anwalt und Arzt. Santiago hat Zahira von Anfang an klar gemacht, dass sie nicht die einzige Rolle in seinem Leben spielen wird, denn seine größte Liebe gilt David, seinem Arzt.
„Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern…“, heißt es bei Friedrich Nietzsche in „Über Lüge und Wahrheit im außermoralischen Sinn“. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Katharina Tiwalds Roman „Die Wahrheit ist ein Heer“.
Tino Hemmann greift in der Erzählung „Hugo – Der unwerte Schatz“ das wohl düsterste Kapitel der deutschen Vergangenheit auf: Die systematische Tötung von geistig und körperlich Behinderten sowie all derer, die nicht ins System der Nationalsozialisten passten. Um dem Leser die unfassbaren Gräueltaten schildern zu können, bedient sich der Autor einer fiktiven Geschichte um einen Jungen, der stellvertretend für das Schicksal viel zu vieler Kinder steht:
„Herzrasen“ ist eines der Symptome, das bei Flugangst auftreten kann und immerhin leiden nach einer Umfrage 15% aller Deutschen darunter. Der Privatdetektiv Alex Herz leidet in dem Kriminalroman von David Daniel ebenfalls unter dieser Phobie und lehnt deshalb beinahe einen lukrativen Auftrag, der ihn nach Irland führen soll, ab. Doch Gereon, ein Gefängnispriester, kann ihn überreden und Alex erhält von Graf zu Bickenbach ein wertvolles Bild, das für eine Auktion nach Dublin gebracht werden soll. Alex fürchtet sich vor dem Flug, ahnt jedoch noch nicht, dass der das geringste Übel bei dieser Aktion sein wird!
„Endlich sind sie tot!“, darüber sind sich die Nachbarn der Familie Brose einig. Eine Nachbarin entdeckt eines Morgens Blut unter der Wohnungstür und alarmiert die Polizei. Die ermittelnden Beamten aus Krefeld finden Vater, Mutter und ihren 18-jährigen Sohn halb nackt und kopfüber von der Decke hängend. Alle drei wurden aufs Grausamste über Stunden gefoltert, nachdem ihnen zuvor ein lähmendes Gift verabreicht wurde. So mussten sie das Martyrium bei vollem Bewusstsein erleben! Der 16-jährige Sohn Marvin kauert verstört und apathisch am Ort des Verbrechens. Aufgrund der Spurenlage ist es keine Frage, dass er die bestialischen Morde an seiner Familie begangen hat.
Ist es nicht ein Widerspruch, den Leser bei einem traurigen Thema zum Lachen zu bringen? Doris Knecht ist mit dem Roman „Gruber geht“ dieser Spagat gelungen! John Gruber lebt in Wien als stolzer Porschebesitzer und genießt sein Leben, besonders die Frauen, in vollen Zügen. Auf einem geschäftlichen Flug nach Zürich lernt er Sarah Vogel kennen, die bei großen Unternehmen als DJ sehr gefragt ist. Als die Berlinerin einen Auftrag in Wien annimmt, begegnen sich die beiden wieder und landen nach wenigen Stunden gemeinsam im Bett. Da entdeckt Sarah einen Brief von einem Krankenhaus, den John seit Wochen nicht öffnen wollte. Seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich, als er darin liest, dass bei ihm ein Tumor entdeckt wurde.
In seinem Roman „Septemberwut“, einem Krimi aus Ostwestfalen, hat Rolf Düfelmeyer die Handlung in seiner Heimat an realen Orten angesiedelt. Wie der Autor glaubhaft versichert, ist die Geschichte frei erfunden, aber Bielefeld gibt es wirklich.
Für das Jahr 2009 listet das statistische Bundesamt 11634 Pflegeheime und 12026 ambulante Pflegedienste. Die in jenem Jahr zu pflegenden 2,3 Millionen Menschen könnten bis 2030 sogar noch auf 3,4 Millionen ansteigen. Lucie Flebbe hat in ihrem Kriminalroman „77 Tage“ genau diese Menschen, die sich nur noch eingeschränkt selbst versorgen können, in den Mittelpunkt gerückt.
Auch wenn sein letzter Kriminalroman den Titel