Wie ich meinen Mann verlor – und verdammt viel übers Leben lernte!
Brenda Strohmaier will mit ihrem Sachbuch Nur über seine Leiche Trauernde ermutigen, „sich von zwickenden Konventionen zu befreien“. Die letzten acht Lebensjahre litt ihr Ehemann Volker Gunske an einer primär sklerosierenden Cholangitis, einem Gallenrückstau, der die Zerstörung seiner Leber zur Folge hatte. Dem Paar, das sich zehn Jahre kannte, waren nur acht Monate seit der Eheschließung vergönnt, bevor Volker infolge eines ärztlichen Fehlers an einer Lungenentzündung und Sepsis erkrankte, die ihn letztlich in ein Koma fallen ließen und die Abschaltung lebenserhaltender Maschinen – im Beisein seiner Ehefrau – erforderlich und so die erst Vierundvierzigjährige im Mai 2016 zur Witwe machte.
Bei der Ortsauswahl für die anstehende Trauerfeier stellte sich Brenda Strohmaier die Frage, was ihr Mann gewollt hätte. Sie kam zu dem Schluss, dass nur ein Kinosaal dem ehemaligen Filmkritiker gerecht werden kann. Es musste eine Entscheidung bezüglich der Kleidung, die sie zur Beerdigung tragen will, getroffen werden und auch, was mit seinem Ehering geschehen sollte.
Michael Klemsch kann ein Lied davon singen, wie er über Jahrzehnte immer wieder erfolglos versucht hat, dauerhaft Gewicht zu verlieren. In seinem autobiografischen Buch Micky halbiert sich (nicht) hat er Stationen seines Lebens aufgezeichnet. So war er als Kind, und auch noch als Jugendlicher sportlich und dünn gewesen. Doch mit drei-/vierundzwanzig Jahren setzte eine kontinuierliche Gewichtszunahme ein, die rasch zum ersten Mal die 200 kg Grenze erreichte, was er darauf zurückführt, dass er beruflich bedingt keinen Sport mehr treiben konnte. Der Wiener meldet sich bei der österreichischen Rality-Show „Du bist, was du isst“, beantragt eine Kur und wird Vater eines Sohnes. Mit ihm geht er heute gerne zum Schwimmen und fährt auf einem speziellen, für sein Gewicht ausgelegtes Rad.
Tamina Kallert hat für ihr amüsant geschriebenes Buch
Wie Jad Turjman in seiner lesenswerten Autobiographie
Heidrun Böhm setzt in ihrer Autobiografie bei dem von Schicksalsschlägen gezeichneten Lebensweg ihrer Mutter an, die nach der Geburt von zwei Kindern von ihrem Ehemann vergewaltigt wird und daraufhin ein behindertes Kind zur Welt bringt. Als der Ehemann nach der Scheidung in einem Gefängnis einsitzt, zwingt das die Mutter zur Arbeitsaufnahme. Sie lernt einen Mann kennen, wird erneut schwanger. Doch der werdende Vater verunglückt tödlich, so dass das Baby bis zum vierten Lebensjahr in einem Heim aufwachsen muss. Die behindert geborene Schwester wird mit sechs Jahren in einem Heim aufgenommen.
Die Worte „Hören wird überbewertet“ könnten von einem Menschen stammen, der selbst hören kann. Um so erstaunlicher ist es, dass diese Aussage ausgerechnet von Cindy Klink kommt, deren Eltern gehörlos sind und die selbst seit ihrem dritten Lebensjahr hochgradig schwerhörig ist. Die 1997 geborene junge Frau ist mit der Gebärdensprache aufgewachsen, die für sie die Muttersprache ist. Trotzdem war es für sie von jeher wichtig, sich auch in der Lautsprache verständigen zu können. Als sie mit dreizehn Jahren ein traumatisches Erlebnis hat und unter Depressionen leidet, betätigt sie sich als Bloggerin und führt ein Tagebuch. Mit diesem Ventil kann sie „Dampf ablassen“.
Lizbeth Khiel verarbeitet in ihrem Buch „Drei Farben: Gold – Aurelia“ den Tod ihrer Tochter Aurelia. Es ist ihre dritte Schwangerschaft und bereits ab dem vierten Monat hat sie jede Woche denselben Traum, der nichts Gutes verheißt. Obwohl ihr Gynäkologe mit dem Verlauf der Schwangerschaft zufrieden ist, fürchtet Lizbeth, dass ihre Tochter nicht gesund sein wird. In der sechsunddreißigsten Woche stürzt sie direkt auf ihren Bauch. Da sich das Kind plötzlich nicht mehr bewegt, fährt sie mit ihrem Mann ins Krankenhaus und fordert eine sofortige Ultraschallaufnahme. Doch eine unerfahrene Hebamme sieht nicht die Notwendigkeit und es vergehen wertvolle Minuten. Erst als endlich eine Ärztin hinzugezogen wird, stellt diese anhand der Ultraschallaufnahmen fest, dass das Baby klinisch tot ist. In erster Linie geht es zu diesem Zeitpunkt darum, die Mutter zu retten, die innerlich zu verbluten droht, da sich die Plazenta bereits ablöst. Eine Notoperation wird in die Wege geleitet.
Rich Cohen arbeitete seit 1993 als freier Mitarbeiter bei dem Musikmagazin Rolling Stone und erhielt ein Jahr später, mit erst sechsundzwanzig Jahren, den Auftrag, für die Zeitschrift über die US-Tour der Rolling Stones zu schreiben. Wie kaum einem anderen Menschen gab ihm das die Möglichkeit, hinter die Kulissen und in die Privatsphäre der Bandmitglieder zu schauen, die auch später noch für seine Fragen zur Verfügung standen, was die Entstehung seines Buches „Die Sonne, der Mond & die Rolling Stones“ erst möglich machte.
Die im Jahr 1927 geborene Claretta Cerio hat ihre Kindheitserinnerungen bereits in einem 1981 erschienenen Buch veröffentlicht, was mittlerweile in einer überarbeiteten Auflage vorliegt. Sie schreibt zunächst von ihren Großeltern, die mütterlicherseits von Capri und väterlicherseits von Sylt stammten, wie sich ihre Eltern Maria und Ernst kennenlernten und heirateten sowie von ihren Geschwistern Carlo, Raffaela und Hans Eberhard. Ihr Vater arbeitete für einen Wiener Kaffeebetrieb, gründete eine Keksfabrik und verkaufte die Produkte in Westerland auf Sylt. Clarettas Erinnerungen reichen bis zum Jahr 1932, als sie mit ihrem in die SA eingetretenen Vater zu einer Rede Hitlers nach Malente reiste. Doch schon zwei Jahre später verstarb er, so dass sich die Mutter um den Verkauf der Friesenkekse kümmern musste und auf die Hilfe von Kindermädchen angewiesen war.
Kann das gut gehen, wenn ein nach Endorphinen lechzender Laufsüchtiger mit seiner Familie ein Kreuzfahrtschiff besteigt? Als Knut Knieping, nichts Böses ahnend, eines morgens von seiner Frau Cecile mit dem Wunsch nach einer Kreuzfahrt konfrontiert wird, sucht er natürlich händeringend nach einer Ausrede. Er könnte seekrank werden… Doch Cecile lässt keinen seiner Einwände gelten, und los geht es mit Tochter Fine zur Einschiffung nach Warnemünde. Der Anblick der Kabinengröße, ihres für die nächsten zehn Tage als Behausung dienenden „Wohnklos“, ist nicht nur für ihn ein Schock. Im Fitnessstudio, das sich offensichtlich großer Beliebtheit erfreut, folgt für Knut die nächste Ernüchterung. Auf dem Laufband sorgt ein kräftiger Seegang für eine weitere Überraschung, und als es am nächsten Morgen zum Frühstück geht, sieht sich Familie Knieping einer beträchtlichen Anzahl vor dem Frühstücksraum wartender Gäste gegenüber.