Nach „Längswege“ und Abgebogen ist nun bereits der dritte Gedichtband des selbsternannten Depressionslyrikers Dirk Juschkat mit dem Titel „Leise Gedanken“ erschienen. Auch in dieser Gedichtsammlung bleibt der Lyriker der alten Dichtkunst treu, was er in den Gedichten „Reimzwang“ und „Moderne Lyrik“ zum Ausdruck bringt. So scheint ihm die moderne Lyrik von Willkür bestimmt und deshalb mag er sie meistens nicht. Denn er will den Reim nicht missen und ist von der Metrik fasziniert, die ihn durch seine Werke führt. Natürlich sind auch Depressionen weiterhin ein Thema, das sich durch das gesamte Buch zieht. Doch anders als in vorherigen Werken teilt Juschkat dem Leser nicht nur sein Leid mit, sondern berichtet in seinen Gedichten „Innerlich gefangen“ und „Wo die Depressionen wohnen“ über die Krankheit und wirbt für Toleranz.
Während die heiteren, schelmischen Gedichte wie „Lau“ und „Vertreter“ oder „Herr Regenschirm“ an den beliebten Dichter Eugen Roth erinnern, greift auch Dirk Juschkat in seinen Gedichten „Keine Zeit für Neid“ und „Wir leben uns zu Tode“ die menschlichen Schwächen wie Sucht nach Macht und Jagd nach Glück auf.
Michael ist erst acht Jahre alt, als sein Vater, den er seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat, zur Hintertür hereinkommt und den Freund der Mutter erschlägt. Anschließend schickt er den Sohn auf sein Zimmer und macht sich über die Mutter her. Aus Furcht versteckt sich Michael in einem Waffensafe, den der Vater, als er fortging, zurückgelassen hatte. Da dem Vater die Zahlenkombination nach so langer Zeit nicht mehr einfällt, schafft er den Safe zum nahegelegenen Fluss und versenkt ihn im Wasser, um auch seinen Sohn zu töten. Wie durch ein Wunder wird der kleine Michael gerettet, doch spricht er ab diesem Tag kein Wort mehr.
Nach seiner Scheidung läuft die Psychologische Praxis von Dr. Jakob Jakobi miserabel, denn wer möchte schon einen Eheberater, der gerade erst geschieden wurde? Da steht mitten in der Nacht seine Exfrau Ellen vor der Tür, die ein Problem mit ihrem neuen Ehemann hat. Ihr Mann Armin ist rasend vor Eifersucht, klingelt kurz darauf an der Tür und der Berufsboxer verpasst Jakob einen Schlag auf die Nase, der wie ein nasser Sack zu Boden geht und erst im Krankenwagen wieder erwacht. Obwohl ihn seine Nase schmerzt, kann ihm Dr. Kessels kein Schmerzmittel geben, denn das hat der Arzt selber eingenommen, weil ihm nach über dreißig Stunden Dienst die Amphetamine ausgegangen sind. Dr. Kessels macht Jakob wenig Hoffnung, dass er in der Notaufnahme gleich behandelt würde, denn mit einer angebrochenen Nase steht er weit hinten auf der Liste und drei Dutzend Leute wären vor ihm dran.
Seit vierzig Jahren dauert der Frieden zwischen Menschen und Drachen im Königreich Goredd bereits an. Die Drachen, die als Saarantrai eine menschliche Gestalt annehmen können, leben als Gelehrte an der Universität und als Botschaftsangehörige mitten unter den Menschen. Doch als Prinz Rufus von einem Mörder enthauptet wird und kein Kopf aufzufinden ist, deutet alles darauf hin, dass er von einem Drachen abgebissen wurde.
Sir Alan Baxter ist in eine der ältesten und reichsten Familien Englands hineingeboren worden. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der als Erstgeborener das Vermögen und Ansehen der Familie mehren muss, kann er sich die Freiheit nehmen, die Frauen zu erkunden und ein unbeschwertes Leben zu führen. Doch nach dem Tod des Bruders übernimmt Alan Baxter dessen Pflichten, gönnt sich aber weiterhin seine kleinen Freiheiten, um die weibliche Lust zu erforschen. Er entwickelt ein Gespür für Frauen mit der Fähigkeit Schmerz in Lust zu wandeln, sie leiden für ihn und geben ihm die Macht es zu genießen.
Am Morgen nach ihrem Konzert, einem grandiosen Erfolg, wird die Sängerin Joanne Jones alias Antje Schmidt auf dem Gelände eines Ruderclubs tot aufgefunden. Durch einen Stich ins Herz ermordet, wobei die Tat von hinten mit einer dünnen, leicht gebogenen Waffe mit äußerster Präzision ausgeführt wurde. Der alte John Wayne von Stralsund, Kriminalhauptkommissar Karl Gau und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Für seine neue Mitarbeiterin, die 29-jährige Kommissarin Ella Busch, die von der Bundeshauptstadt nach Stralsund versetzt wurde, ist dies der erste Fall in ihrer neuen Wahlheimat. Sie hat ein hartes Studium hinter sich, das sie mit Bestnoten abgeschlossen hat und besitzt ein Feingefühl für alle möglichen Schwingungen. So steigt in ihr das Gefühl auf, dass dieser Mord erst der Anfang ist.
Seine letzte Herrschaft hatte ihn mehr als vier Jahre lang in ihren Diensten behalten, doch als Madame schwanger wurde, hat man ihn entlassen. Nun hat er als Sklave keine Stelle mehr und steht plötzlich allein auf der Welt. Deshalb will er so rasch wie möglich wieder dienen, sich unterwerfen und macht sich auf einschlägigen Sadomaso-Webseiten und in Sadomaso-Szenelokalen auf die Suche. Als ihn auch nach einem knappen Jahr niemand in seine Dienste nehmen will, bietet er sich aus Verzweiflung auf einer Sklavenauktion an.
Während Mittelerde in Tolkiens „Der Herr der Ringe“ eine fiktive Welt ist, kann Carola Clasens Mitteldorf relativ leicht geografisch zugeordnet werden, denn es befindet sich, wie der Titel des Romans bereits verrät, „Nirgendwo in der Eifel“, obwohl die Oleftalsperre, an der Mitteldorf gelegentlich zu finden ist, in der Nähe von Hellenthal liegt.
Sandra Bannister ist Dozentin für Literaturgeschichte an der Universität von Akron im US-Bundesstaat Ohio. Obwohl sie inzwischen Mitte dreißig ist und als angehende Professorin an ihrer Habilitation arbeitet, sieht sie um einige Jahre jünger aus und wird oftmals für eine Studentin gehalten. Ihre Beziehung zu Frank versetzt sie in einen Zustand der unaufhörlichen Anspannung, denn wann immer er sich meldete, um ihr ein Treffen zu befehlen, hatte sie bereit zu sein. Frank hat sie über einen SM-Kontaktmarkt im Internet kennengelernt und er ist der erste Mann, der rücksichtslos genug ist, um ihr die Lust an der sexuellen Erniedrigung zu verschaffen. Wobei es ihm nicht an Einfallsreichtum mangelt, um Sandra zu demütigen.
„Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern…“, heißt es bei Friedrich Nietzsche in „Über Lüge und Wahrheit im außermoralischen Sinn“. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Katharina Tiwalds Roman „Die Wahrheit ist ein Heer“.