In Elias Khourys Roman „Yalo“ wird die Titelfigur im Gefängnis von Beirut einem Verhör unterzogen. Der Ermittler erwartet von ihm, dass er sich seiner Vergehen fĂĽr schuldig bekennt. SchĂ®rĂ®n Raad hätte ihn wegen Vergewaltigung angezeigt. Aber das sind doch alles gemeine Unterstellungen! Sie hat doch nach seinen Umarmungen geschmachtet! Er hat sie doch geliebt, sich in ihre Zartheit verliebt. Die Liebe zu ihr schnitt ihm die Luft ab, er wollte sie heiraten! Und die Sterne konnte er nur bei ihr sehen! Warum glaubt man ihm nicht und quält ihn dafĂĽr? Er wird geschlagen, getreten, aufs Ăśbelste gefoltert. Dann soll er alles aufschreiben, seine ganze Lebensgeschichte und bloĂź bei der Wahrheit bleiben!
Also schreibt er: Mit 11 Jahren wurde ein Mädchen neben ihm von einer Bombe zerfetzt, was ihm einen Schock versetzte. Mit 14 hat er schon in der Kaserne gelernt, nicht zu sprechen, weil der Krieg seine Worte hinter Worten verbirgt.
Ingolf Ludmann-Schneider beginnt in seinem Buch „Sterben, Tod und Jenseits“ mit einem kurzen Abriss seines Lebenslaufes, bevor er sich dem eigentlichen Thema widmet: Er ist in der Lage, sich mit dem Universum, noch lebenden oder toten Tieren sowie bereits verstorbenen Menschen zu „unterhalten“. Zur Erklärung fĂĽhrt er an, dass Tierkommunikation die nonverbale Kontaktaufnahme zum Tier mittels Telepathie bedeutet und dass dabei die physische Ebene zugunsten der geistig-seelischen verlassen wird. Mit dem Universum unterhält er sich beispielsweise ĂĽber das Sterben von Tieren und wie diese das empfinden. Er erfährt, dass es keine Hölle gibt und das Universum weiĂź sogar, dass der Autor selbst und sein sofort nach der Geburt verstorbener Zwillingsbruder im frĂĽheren Leben die OrdensbrĂĽder Franziskus und Dominikus waren. AuĂźerdem wird er gebeten, das alles in diesem Buch niederzuschreiben.

In seinem Roman Nur Mut, kleiner Liebling lässt der Autor Christian Futscher seinen Protagonisten, den 49-jährigen Christian, seinen Gedanken nachhängen. Der Wiener hält sich wiederholt in Venedig auf – immer in derselben Wohnung –, um an einem neuen Buch zu schreiben. Wenn er nicht schreibt oder in einem der vielen Bücher liest, führt er Tagebuch und hält darin seine Erinnerungen fest.



„StahlstĂĽck“ von Sebastian Guhr ist eine Sammlung von 15 in sich geschlossenen Erzählungen. Ein ehemaliger Ministrant berichtet in „Echnaton der Zweite“ von stumpfsinniger Anwaltsarbeit und dass seine Kollegen ihre GleichgĂĽltigkeit sogar vor sich selbst verbergen können. Nach einem alles vernichtenden Feuer hält sich das GerĂĽcht, ein Junge kann durchs Feuer gehen ohne Schaden zu nehmen. In „HĂĽben wie drĂĽben“ besucht eine Schwester ihren Bruder und es entwickeln sich Gespräche mit weiteren Gästen. Dabei geht es unter Anderem um die Arbeitsmoral, wobei ein GroĂźteil der Bevölkerung nur zu Leistungen fähig ist, wenn sie sich prostituiert. Die Frage bleibt offen, wer hier auf Kosten anderer lebt.