Hauptkommissar Svenjamin Bubbles hat es in dem als Parodie angelegten Buch Verarschung von Lars Arffssen mit ungewöhnlichen Morden zu tun: In Schweden treibt ein Rentier-Killer sein Unwesen. Zusammen mit seinen Kollegen und dem Journalist Mikael Blomberg will er ein psychologisches Profil von einem Rentiermörder erstellen. Doch damit nicht genug: Zwei Tote geben ihnen weitere Rätsel auf. Dr. Jerker Ekkrot wird tot in seiner Wohnung aufgefunden und auch Twigg Arssen, ein früherer Schulfreund von Mikael Blomberg. Von seinem Vater erfahren sie, dass Twigg Arssen als Schriftsteller an einem Buchprojekt gearbeitet hat und möglicherweise im Begriff war, ein Komplott aufzudecken. Für Kommissar Bubbles ist die irgendwie durchgeknallte und tätowierte Lizzy die Mörderin von Dr. Ekkrot und Arssen. Sie wird festgenommen und ins Gefängnis gesteckt. Dort sieht sich Mikael Blomberg mit ihr zusammen eine Videoaufzeichnung an und es stellt sich heraus, dass sie nicht die Schuldige sein kann. Lizzy beeindruckt immer wieder durch ihre Rechenkünste und als Computerhackerin ist sie unschlagbar.

Als wieder eine ganze Rentierfamilie abgeschlachtet wird, findet man einen Finger des Mörders am Tatort, den dieser dort zurückgelassen hat. Die Spur führt zu den Zwillingen Reinhard und Ronni Niemand. Es gibt außerdem Verwicklungen, da auch von Lizzy eine Zwillingsschwester existiert. Als Vater kommt nur Dmitri Kalashnikov infrage. Wie sehr sich auch Mikael Blomberg und Kommissar Bubbles bemühen, Lizzy ist ihnen immer um eine Nasenlänge voraus! Stehen nun die Rentiermorde in einem Zusammenhang mit den beiden Toten? Welche Rolle spielt Lizzys Schwester Chamelea? Und wo befindet sich das Manuskript von Twigg Arssen, das noch immer nicht aufgetaucht ist? Findet sich da des Rätsels Lösung?

Einigen Lesern werden schon auf den ersten Seiten von Lars Arffssens Parodie Verarschung die Namen der Protagonisten irgendwie bekannt vorkommen. Zumindest dann, wenn sie die Trilogie Verblendung, Verdammnis und Vergebung von Stieg Larsson gelesen haben. Denn das vorliegende Buch hat die Personen mit nur leicht abgeänderten Namen und ebenso die Geschehnisse der drei Bände als Fundament übernommen und in parodistischer Weise umgesetzt. Es ist sicher an einigen Stellen witzig, wenn ein Kommissar das Verhör eines Gefangenen davon abhängig macht, ob er beim Schachspiel gewinnt oder verliert. Oder wenn die Polizeibeamten nur noch mit Schreckschuss-, Wasser- und Paintball-Pistolen ausgestattet werden. Auch die Namensgebungen wird mancher Leser schmunzelnd zur Kenntnis nehmen, wenn nämlich jemand mit seiner Geliebten zur Bömshüttå an den Poppensee fährt. Doch auch, wenn der Autor berechtigterweise auf das Unvermögen seines Landsmannes Henning Mankell hinweist und auf sexuelle Folter, eheliche Gewalt und Pädophilie aufmerksam macht, erschließt sich dem Leser nicht unbedingt der Anspruch seines Werkes. Denn um nur der Unterhaltung zu dienen, dafür bietet das Buch zu wenig Lachnummern. Diejenigen, die von der Larsson-Trilogie keine Kenntnis haben, verstehen nicht einmal die Anspielungen. Die Leser, die das Original kennen, werden es immer der Verarschung von Lars Arffssen vorziehen.

Lars Arffssen, Verarschung, Rowohlt Verlag 2011, Taschenbuch, 272 Seiten, ISBN 978-3-499-25838-1, Preis: 8,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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