Nichts als Papier von Daniel Zipfel

Nichts als PapierWelche Bedeutung hat ein Vertrag, der von einer Partei vorsätzlich in kriegerischer Absicht gebrochen wird? Er ist nichts weiter wert als das Papier, auf dem er niedergeschrieben wurde! Diese leidvolle Erfahrung macht auch der Protagonist des Romans Nichts als Papier* von Daniel Zipfel: Im Jahr 1683 erfährt der in Stockholm verheiratete Rechtsgelehrte Doktor Samuel von Pufendorf von einem Wiener Hofbibliothekar, dass es an der Grenze zu Ungarn ein Volk geben soll, das in „paradiesischer Armut“ lebt. Pufendorf, der vom Gerechtigkeitsempfinden des Menschen überzeugt ist und an der Lehre über die Güte der menschlichen Natur forscht, bricht deshalb zum Studium auf. In Wien legt er eine Rast ein und kommt beim Wirt Georg Franz Kolschitzky unter, der sich allerdings des nachts, wenn er auf dem Dudelsack spielt, Gustl nennt. Enttäuscht nimmt Pufendorf zur Kenntnis, dass sein Bruder Esaias, den er in Wien anzutreffen gedachte, verschwunden ist.

Unterdessen treffen in Wien immer mehr Flüchtlinge ein, die von Gräueltaten berichten, doch wird dem kein Glauben geschenkt. Kaiser Leopold I ist mit seiner Ehefrau längst geflüchtet, da ihm ein Heer von tatarischen Reitern gemeldet wurde.

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Hundert Himmel von Astrid Ruppert

Eine Erzählung über den Mut, anders zu sein!

Hundert HimmelWer sonst sprechende Tiere nur aus einer Fabel kennt, der wird mit der Erzählung Hundert Himmel* von Astrid Ruppert eines Besseren belehrt: Der Zilpzalp Zio wird von seinen Freunden Zack und Zett für eine nächste Flugstunde abgeholt. Doch Zio, der noch nie das Gefühl hatte, zum Schwarm dazuzugehören, möchte wie sonst viel lieber auf seinem Ast in der Buche sitzen bleiben und die schöne Frühlingswelt betrachten. Während die anderen Zilpzalpe aufbrechen, ist Zio vom Gesang eines Rotkehlchens fasziniert, da er selbst wie alle seine Artgenossen lediglich ein Zilp und Zalp zustande bringt. Deshalb übt er fleißig, bis er zunächst nur einzelne neue Töne und schließlich ein ganzes Lied zwitschern kann.

Seine Freunde haben kein Verständnis für Zios Beobachtungen, die in ihren Augen langweilig sind, und dem Schwarmältesten gefällt gar nicht, dass Zio sich nicht mit dem Gesang der Zilpzalpe zufriedengibt.

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Die leuchtende Republik von Andrés Barba

Die leuchtende RepublikEin ehemaliger Jurastudent erinnert sich, wie er vor zweiundzwanzig Jahren nach San Cristóbal kam und in Estepí zum Leiter der Sozialbehörde befördert wurde. Dort heiratete er die drei Jahre ältere Maia, die bereits eine neunjährige Tochter gleichen Namens hatte. Bevor er selbst bei einem Spaziergang mit der kleinen Maia Zeuge wurde, wie eine Frau von fünf Kindern ausgeraubt wurde, wies erstmals eine Abgeordnete die Sozialbehörde auf das Problem bettelnder Kinder hin. Nachdem abermals Passanten von Kindern überfallen wurden, die den Polizisten „in einer unverständlichen Sprache“ geantwortet haben und sich bei dem Versuch der Polizisten, den Jüngsten der Kinder festzunehmen, versehentlich ein Schuss löste, wurde immerhin ein Krisentreffen einberufen. Doch trotz eines tödlich getroffenen Polizisten und seinem Kollegen, der im Gefängnis auf seinen Prozess wartete, gab die Polizei in einem Land, in dem das Morden an der Tagesordnung steht, den Ermittlungen gegen Kriminelle den Vorrang.

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Das Versprechen von Paris von Alexandra Joel

Das Versprechen von ParisIm australischen Brookfield wächst Grace Woods bei ihren Eltern Alfred und Olive glücklich auf. Eine Gouvernante unterrichtet sie in Französisch und lehrt sie Klavier spielen. Im Jahre 1939 macht ihr Jack Osbourne, Sohn des reichsten Farmers der Gegend, einen Antrag. Doch Grace bittet ihn zu warten, bis er von seinem freiwilligen Kriegsdienst bei der britischen Luftwaffe zurück ist. Für die junge Frau bricht eine Welt zusammen, als Reuben Wood, der sich ebenfalls freiwillig gemeldet hat und der für sie immer wie ein Onkel war, als verschollen gemeldet wird. Dann erleidet ihr geliebter Vater Alfred auch noch einen Herzinfarkt.

Von Jack erhält Grace über die Kriegsjahre viele Briefe von der Front, in denen er ihr gesteht, den Krieg nur noch für sie durchhalten zu können. Als er als Major zurückkehrt, heiraten die beiden im Mai 1946.

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Vom Klassenzimmer zur Lesebühne: Ein Gespräch mit Autorin Helen M. Sand über ihren Weg zur Schriftstellerei, Inspirationen und Zukunftspläne

Helen M. Sand sitzt mit verschränkten Beinen auf einem Holzboden, den Rücken zur strukturierten Wand gelehnt. Sie trägt einen hellen Pullover, dunkle Hose und klobige Stiefel. Das Bild ist in Schwarzweiß gehalten, was dem Motiv eine zeitlose, ruhige Atmosphäre verleiht.
Bildquelle: Helen M. Sand

Wer ist Helen M. Sand?

Helen M. Sand, alias Simone Schönung, wurde am 1. Dezember 1972 in Karlsruhe geboren. Sie studierte am Heidelberg College in Tiffin, Ohio, American Literature sowie an der ehemaligen Ruperto Carola – heute Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – die Fächer Spanisch, Englisch und Deutsch. Während dieser Zeit lebte sie sowohl in den USA als auch in Argentinien, wo sie am Goethe-Institut in Rosario als Deutschlehrerin tätig war.

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Die Zeit, die vor uns liegt von Maria Barbal

Die Zeit, die vor uns liegtArmand ein Witwer, der über Rückenschmerzen und Schlafstörungen klagt, wird von seinem Arzt empfohlen, es doch einmal mit Yoga zu versuchen. Er meldet sich für einen Anfängerkurs im Bürgerzentrum von Sants, einem Stadtbezirk von Barcelona, an und muss feststellen, dass er der einzige Mann unter mehr als einem Dutzend Frauen ist. Auch wenn ihm das zunächst Unbehagen bereitet, fühlt er sich nach einiger Zeit doch recht wohl dabei. Eines Morgens wird er von Elena angesprochen, ob er nicht eine Tochter namens Silvia hätte. Obwohl er keine Tochter hat, klärt er Elena nicht über ihren Irrtum auf. Da er sie attraktiv findet und sie ihm gleich zu Anfang aufgefallen war, möchte er sie gerne näher kennenlernen.

Nach Kursende folgt er Elena in der Hoffnung, dass sich eine Begegnung ergibt. Als Armand sie in einem Café entdeckt, nimmt er seinen ganzen Mut zusammen, spricht sie an und setzt sich zu ihr an den Tisch.

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Ein französisches Abenteuer von Trevor Dolby

Wie aus einem alten Haus in Südfrankreich unser zweites Zuhause wurde

Ein französisches AbenteuerIn seinem Reisebericht Ein französisches Abenteuer* schreibt Trevor Dolby, dass er trotz seiner aus frühester Jugend stammenden Abneigung gegen Franzosen mit seiner Familie viele Urlaube in Murs an der Côte d’Azur verbracht hat. Im Jahr 2004 überzeugt ihn seine Ehefrau Kaz, ins Languedoc zu reisen. Gleich am nächsten Tag lassen sie sich von einem Immobilienmakler Häuser zeigen. Nach etlichen Besichtigungen und einer Enttäuschung erhält die in London lebende Familie eine E-Mail. Da ihnen für eine Entscheidung nur drei Tage bleiben, Kaz sich aber nicht freinehmen kann, fliegt Trevor alleine. Die Würfel sind zugunsten eines aus dem 12. Jahrhundert stammenden Hauses in Causses-et-Veyran gefallen, einem Dorf mit 556 Einwohnern. Schweißtreibend transportiert Trevor mit seinem sechzehnjährigen Sohn George Möbel mit einem Van, und es vergehen noch viele Wochen, bis er mit Kaz sowie den Kindern George und Freya im Languedoc ein gemütliches zweites Zuhause findet.

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Der Kuss des Kaisers von Christine Neumeyer

Ein historischer Wien-Krimi

Der Kuss des KaisersIm Auftrag des kaiserlich-königlichen Kultusministeriums soll der k. u. k. Amtssekretär Josef Krzizek während der Ausstellung von Gustav Klimt den Ankauf des Gemäldes „Der Kuss“ abwickeln. Da wird im Muschelbrunnen des Schlosses Belvedere in Wien eine menschliche Hand gefunden. Polizeiagent Johann Pospischil und sein Kollege Doktor Leopold Frisch entdecken daraufhin in den Brunnen und Teichen des Schlossparks verteilt weitere Leichenteile. Allerdings fehlt der Kopf, was eine Identifizierung schwierig gestaltet. Ihr Vorgesetzter Chefinspektor ist aufgebracht, denn es ist nicht auszudenken, was bei Bekanntgabe des Mordes passiert. Es könnte die Versicherungssumme des Gemäldes beträchtlich in die Höhe treiben. Und was würde der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand dazu sagen, der bald in seine Residenz zurückkehren wird? Die beiden Ermittler von der Geheimpolizei stehen unter Druck und müssen sich beeilen.

Nachdem Franz Kührer wegen einer augenfälligen Hautkrankheit seine Anstellung als Fuhrmann verlor, trieb es ihn mit seiner Ehefrau Erna immer mehr in die Armut. Amtssekretär Krzizek sorgte dafür, dass die Familie eine Wohnung im selben Haus wie er beziehen kann.

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Putin im Wartezimmer von Lou Bihl

Putin im WartezimmerDie zweiundzwanzigjährige, aus Aleppo stammende Amira ist Mitglied eines Kurses, in dem es um gesunde Ernährung geht, denn wie alle Kursteilnehmer leidet sie an Adipositas und will überschüssige Pfunde verlieren. Bei den regelmäßig stattfindenden Treffen gehen den Ausführungen durch die Hausärztin stets Gespräche der an den Sitzungen Teilnehmenden voraus, die sowohl vom Alter, als auch von ihrer Bildung, beruflich ausgeübten Tätigkeit oder politischen Einstellung nicht unterschiedlicher sein könnten. Trotz dieser Differenzen rücken die Gruppenmitglieder immer mehr zusammen. Doch dann werden sie mit einem Schicksalsschlag konfrontiert.

Lou Bihl gibt in ihrem Nachwort an, dass sie die Ereignisse im Ukrainekrieg durch die umfangreiche Auseinandersetzung für ihr Buch Putin im Wartezimmer* besser verarbeiten konnte.

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Im See der Himmel von Helen M. Sand

Im See der HimmelDie aus dem deutschen Mühlbach geflohene ehemalige Krankenschwester Maria lebt mit ihrem Ehemann Jack, der als Pfarrer tätig war, im nordwestlich von South Carolina gelegenen Greenville. Schon immer hat er seine Frau darin bestärkt, nach Deutschland, von wo sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geflohen ist, zu reisen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Doch erst nach seinem Tod entschließt sie sich dazu, nachdem sie eine E-Mail aus Mühlbach von Sofia, einer Enkelin ihrer Schwester Käte, erhalten hat. Sofia lädt Maria zum Geburtstag von Käte ein und will ihr bei dieser Gelegenheit eine Holzkiste überreichen, die sie beim Fällen eines Kirschbaumes im Garten gefunden hat. Nach fast sechzig Jahren kehrt Maria in ihr Heimatdorf und freut sich auf das Wiedersehen mit den noch übrig gebliebenen Familienmitgliedern, da wird die schwangere Sofia mit einem Aneurysma ins Krankenhaus eingeliefert.

Helen M. Sand schreibt in ihrem Roman Im See der Himmel* sowohl von den im Jahr 2001 stattfindenden Ereignissen, als auch von Marias Erinnerungen an die Kriegsjahre.

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