Der achtjährige Ash lebt mit seiner Mutter Yanela in einem kleinen Haus in Südafrika, in dem schon seine Vorfahren gelebt haben. Regelmäßig besucht ein fremder Mann seine Mutter und zieht sich mit ihr zurück, so dass Ash noch die Geschwister Honey und Zuko bekommt. Obwohl schon der kleine Zuko ein guter Beobachter ist, kann er nicht sprechen und somit auch nicht artikulieren, dass er lieber barfuß läuft, weil die Schuhe drücken. Als Ash zwölf Jahre alt ist, besucht sie der Fremde ein letztes Mal. Da mit seinem Fortgang die Geldzuwendungen ausbleiben, geht es der Familie zunehmend schlechter. Für die kränkliche Honey fehlt es an Medikamenten. Sie verstirbt, woraufhin die Mutter hinter dem Haus eine Grube aushebt. Eine Beerdigungsfeier kann sie sich nicht leisten, denn sie ist ohne Arbeit.
Als Ash siebzehn Jahre alt ist, verrät ihm seine Mutter auf dem Sterbebett, dass der Fremde ein teurer Anwalt in der Stadt ist und Dominic Rahl heißt. Sie rät ihrem Sohn, von dem Ort, an dem alle krank werden, wegzugehen und bittet ihn, sich um Zuko zu kümmern.
weiterlesenHörst du, wie der Himmel singt? von Kirsten Miller
Auf einem Feld macht das Kaninchen Entdeckungen und beobachtet kleine Tiere. Dabei gelangt es immer tiefer in den Wald, den es in der Dunkelheit nicht kennt. Das Kaninchen fragt sich, wo die Sonne geblieben ist und fängt in der Nacht an zu weinen. Endlich sieht es ein Licht im Wald, das warm ist und das es sogar zu einem Ball formen kann. Das Licht vor sich hertragend, bahnt sich das Kaninchen den Weg. Plötzlich rumpelt der Boden und es kommt ein Maulwurf zum Vorschein, der um ein Stück des Lichts bittet, damit er in seinem Bau lesen kann. Das Kaninchen gibt dem Maulwurf die Hälfte seines Lichts ab.
Wie kann einem Kind eine Ewigkeit erklärt werden, wenn es sich schon nichts unter einer Stunde, einem Tag oder gar einem Monat vorstellen kann? Genau darum geht es aber, wenn jemand verstorben ist, denn dieser Abschied ist endgültig, für immer. Welche Worte können einem Kind begreiflich machen, dass es einen geliebten Menschen nie mehr sehen kann? Hermien Stellmacher nimmt Eltern und Erziehern mit ihrer Bilderbuchgeschichte Nie mehr Oma-Lina-Tag? diese Last von den Schultern, indem sie schon für die Kleinsten eine tröstende Geschichte geschrieben hat:
Pädagogisch ist es sinnvoll, wenn schon den Kleinsten Grenzen aufgezeigt werden, denn nur so kann ihnen bewusst werden, dass sie von ihren Eltern geliebt werden. Lässt man ihnen alles durchgehen, entwickelt sich das Gefühl, dem anderen egal, nicht wichtig genug zu sein. Grenzen müssen gesteckt werden, doch sie müssen genau definiert werden, dürfen nicht „schwammig“ sein. Das Kind muss wissen, was es darf und was nicht. Und genau dafür gibt es Regeln, die das Sachbilderbuch Wir sind füreinander da von Louise Spilsbury zu Beginn erklärt. Am Beispiel eines neuen Spieles wird erläutert, wie wichtig Regeln sind, und auch zu Hause, in der Familie, in der Schule oder im Schwimmbad geht es nicht ohne Regeln, wobei nicht überall dieselben gelten.
Atalanta plagt fast jede Nacht derselbe Alptraum, in dem sie sich von einem mysteriösen Mann mit gelben Augen verfolgt fühlt. An ihrem siebzehnten Geburtstag wird ihr Traum sehr real: Eine Hand greift nach ihrem Arm und tatsächlich zeugt später ein Hämatom davon. Als ihre Freundinnen berichten, dass Amalinta während eines Traumes in einer ihnen unbekannten Sprache gesprochen hat und es im Zimmer eiskalt wurde, während sie jedoch geglüht hätte, entschließt sich Amalinta, eine Traumdeuterin in Wien aufzusuchen. Sie verfasst eine letzte Nachricht an ihre Familie und entsorgt daraufhin ihr Handy im Müll.
In einer ziemlich wahren Geschichte aus Brasilien ist Onkel Flores ein Schneider. Sein Neffe Edinho hat bereits viel von ihm gelernt, während er die Nachmittage bis zur Heimkehr seiner Mutter von der Arbeit bei seinem Onkel verbracht hat. Dieser erzählt ihm viel davon, wie es früher war, als der Fluss Velho Chico noch sauberes Wasser führte und die Lavadeiras, die Wäscherinnen, dort ihre Wäsche waschen konnten. Nachdem Fabriken gebaut wurden und auch Wohnraum für die Arbeiter geschaffen werden musste, wandelte sich das Dorf Pinbauê in eine Stadt.
Eines Tages entdeckt ein Leopard zwischen grün und rot schillernden Bäumen etwas Schwarzes. Dabei kann es sich nur um einen seiner schwarzen Flecken handeln, die er beim Jagen verloren haben muss. Damit den anderen nicht dasselbe widerfährt, macht er sich sofort auf um alle zu warnen. Ein Rabe sieht ebenfalls das Schwarze und hält es für ein Stück von einem Stern. Er fürchtet, der Himmel könnte einstürzen und will alle Waldbewohner über das drohende Unheil informieren. Sein Gekrächze alarmiert wiederum den Fuchs. Dieser sieht das Schwarze auch, weiß aber nicht, was es sein könnte. Vielleicht das Tuch der Prinzessin? Wenn der König sein Heer ausschickt um es zu suchen, muss er unbedingt alle vor seinen Soldaten warnen.
In einer dicht besiedelten Stadt wohnt im obersten Stockwerk eines Hochhauses der freundliche Hund Mister Oscar. Er beschließt, mit seinem Goldfisch Chips seine Freunde zu besuchen. Bevor es mit dem Zug auf die Reise geht, muss er natürlich einige Dinge einpacken. Bei der Ankunft auf dem Land regnet es. Da Mister Oscar nicht weiß, wie man ein Zelt aufschlägt, hilft ihm Eva dabei. Am darauffolgenden Tag fährt er mit dem Bus in die verschneiten Berge und mit dem Lift geht es auf einen Skihang. An einem anderen Tag trifft sich Mister Oscar mit seiner Freundin Caro an einem See, wo sie eine Bootsfahrt unternehmen. Mit Jojo und Didi geht er im Meer schwimmen. Als er sich mit seinem alten Freund Dougal in einer Stadt trifft, kennt der zum Glück ein nettes Café. Aber auch die schönsten Ferien neigen sich einmal dem Ende zu, und es geht für Mister Oscar und seinen Goldfisch Chips wieder nach Hause.
Es gibt Menschen, die sich lieber zurückziehen und still verhalten. Für ihre Mitmenschen gelten sie als schüchtern oder introvertiert. Nur selten kommen sie aus sich heraus und erheben ihre Stimme. Genau so ergeht es einem kleinen Mädchen in dem Bilderbuch Ich bin still von David Ouimet. Es ist manchmal still, weil es sowieso niemand versteht, wenn es spricht. Aus der Kleinen spricht Verzweiflung, weil sie nicht weiß, wie sie sein soll. Sie hört auch nicht immer zu, wenn andere etwas sagen, weil ihre Gedanken leicht abgelenkt werden und abschweifen. Am liebsten möchte sie davonfliegen.
Der Kuckuck zählt zu den bedrohten Tierarten. Um den Winter in unseren Breitengraden überleben zu können, begibt er sich jedes Jahr im August auf eine weite Reise, die ihn entweder zu seinem Winterquartier südlich des Äquators oder nach Westafrika führt. Erst im Frühling, spätestens Ende Mai, tritt er die lange Rückreise an, die er vornehmlich in der Nacht und in Etappen von etwa fünfzig Kilometern zurücklegt. In dem Kinderbuch von Daniel Fehr kommt auch ein Kuckuck gerade im Frühling aus Afrika und ruft freudestrahlend „Kuckuck, ich bin wieder da!“. Doch leider antwortet ihm niemand, was ihm seltsam vorkommt. So fliegt er zum großen Baum, wo die Maus wohnt und stellt fest, dass sie nicht zu Hause ist. Sein nächstes Ziel ist die Lichtung, wo er den Hirsch anzutreffen hofft.