Die siebenundvierzigjährige Olivia ist Dozentin für Kunstgeschichte an der Universität in Göttingen. Mit ihrem Ehemann Philip bewohnt sie ein großzügiges Haus, das über eine Wohnung für den mittlerweile in England studierenden Sohn Vincent verfügt. Zu Philips Geburtstag organisiert sie eine Überraschungsparty mit all seinen Freunden. Die Überraschung ist ihr auch gelungen, da Philip davon ausging, dass keiner seiner Freunde Zeit hat zu kommen. Allerdings ist Olivia von der Rede ihres Mannes überrascht, als er darin verkündet, aufs Land ziehen zu wollen, wo er einen alten Hof sanieren will. Um die Kosten zu decken, will er ihr Haus verkaufen. Olivia ist wie vor den Kopf gestoßen, zumal ihre gemeinsame Planung so aussah, dass sie in dem Haus alt werden wollten. Wie es scheint, hat Philip alles Organisatorische bereits mit seinem Partner Tom besprochen, mit dem er zusammen ein Architekturbüro leitet.
Aber für Olivia kommt es noch schlimmer, als ihr Philip wenig später eröffnet, dass er sie verlassen wird. Ausgerechnet für die viel jüngere Aimee, ihre Freundin, die ein Yogastudio leitet und von der sie selbst einen Gutschein für einen Workshop als Geschenk für ihren Mann gekauft hat.
weiterlesenWohin gehst du, wenn ich bleibe von Lucia Sperling
Im Alter von sechzehn Jahren sitzt die zutiefst verstörte Ottilie im Jahr 1944 neben ihrem im Bett liegenden erschlagenen Vater Walter Rabe. Sie hat keine Erinnerung daran, warum Blut an ihrer Hand ist. Von Kriminalrat Werner Beltheim wird verlangt, dass er den Mord an dem Gestapo-Offizier und Mitarbeiter im Sicherheitsdienst schnellstens aufklärt. Da Ottilie nichts zum Tathergang auszusagen weiß, kann Rabe, der von ihrer Schuld nicht überzeugt ist, nicht einmal erwirken, dass sie vor ein milderes Jugendgericht gestellt wird. Stattdessen wird die Jugendliche zu einer zehnjährigen Haft in der Uckermark verurteilt. Für den nicht linientreuen Kriminalrat wird klar, dass der wirklich Schuldige geschützt wird und für ihn tauchen während seiner Ermittlungsarbeit immer neue Fragen auf, wobei er aufpassen muss, nicht selbst in die Fänge der Gestapo zu gelangen.
Hera Lind zeichnet in ihrem Roman
Anni, die Tochter des Hamburger Süßwarenfabrikanten Friedrich Brand, wünscht sich sehnlichst in den Familienbetrieb einzusteigen und würde gerne die Handelsschule besuchen. Doch ihr Vater ist der Meinung, dass Frauen sich mit den Aufgaben als Ehefrau und Mutter begnügen sollten und so schickt er sie für ein Jahr in die Haushaltsschule des Bundes Deutscher Mädels nach Köln. Als sie im Juni 1940 nach Hamburg zurückkehrt, trifft sie am Bahnhof ihre Eltern in Begleitung ihres älteren Bruders Hans, der inzwischen als Soldat eingezogen wurde und ausgerechnet zum Zeitpunkt ihrer Rückkehr an die Front muss.
Nachdem die Ehefrau von Karlheinz Kallemann vor einem Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, ist der Neunundsechzigjährige ein regelrechter “Kotzbrocken” geworden. Er wohnt seitdem nur noch in seinem kleinen Häuschen im Schrebergarten und ist bei allen Nachbarn als Nörgler, Miesepeter und unberechenbarer Griesgram verschrien. Als eines Tages ein Hund seinen Weg kreuzt, gerät er beim Versuch, ihn zu verscheuchen, ins Straucheln und stürzt zu Boden. Beim Abendrundgang entdeckt Kallemann in seinem geliebten Tulpenbeet große Löcher. Sogar Blumenzwiebeln wurden herausgerissen, was nur der Hund gemacht haben kann! Tatsächlich entdeckt ihn Kallemann hinter dem Geräteschuppen und macht Jagd auf seinen Feind. Doch immer wieder landet er auf dem Boden, bis er sich endlich mit Schmerzen ins Bett legt.
Seit einem halben Jahr lebt Ina Krause auf Sylt, nachdem es ihre Freundin Maike, mit der sie während des Studiums in Hamburg zusammengewohnt hat, der Liebe wegen auf die Insel zog. Der Vater ihres Freundes Bendix besitzt am Strand von Westerland ein Luxushotel, in dem Maike ihre Freundin die erste Zeit unterbringen konnte. Doch nachdem es sich Ina gutgehen ließ und ihr Studium nicht fortsetzen wollte, ist sie in eine kleine, gemütliche Wohnung gezogen und arbeitet nun seit fünf Wochen als Produktionsassistentin beim Inselradio Sylt. Vom ersten Tag an hat Ina ein Auge auf den attraktiven Moderator Jan Jessen geworfen, der von Fanpost überschüttet wird. Ihr Ziel ist es, sich mit ihrem Traummann zu verabreden, der ihr in ihren Träumen einen Heiratsantrag macht und mit dem sie eine Familie gründen wird.
Die diesjährige Dürrekatastrophe in Südeuropa hat zur Folge, dass in Italien der Gardasee austrocknet und die Kleinbauern in Spanien um ihre Existenz bangen, da enorm viel Wasser für den Anbau von Erdbeeren benötigt wird. Mit diesem Problem wird auch die Protagonistin Marianne Holzrichter konfrontiert, die dem Aufsichtsrat einer Wasseraufbereitungsgesellschaft angehört, als sie eines Tages gebeten wird, unbedingt Herrn Obereke aus Südafrika kennenzulernen. Dort, so erfährt sie, vermischen sich die sauren Grubenwässer aus stillgelegten, überlaufenden Gruben mit dem Grundwasser, wobei giftiges Sulfat entsteht, das wiederum in den Flüssen landet. Für Südafrika sind die Folgen aufgrund des Abbaus nicht nur von Kohle, sondern auch von Diamanten, Erzen, Gold und Platin weitaus dramatischer als für Deutschland, so dass ganzen Landstrichen ein ökologisches Todesurteil droht. Für die Rettung Afrikas käme nur sie infrage.
Die in Hamburg wohnende Mira lässt sich mit der Fähre zur Taufe ihrer Nichte nach Amrum übersetzen. Mit gemischten Gefühlen betritt sie neben dem Apartmenthaus ihrer Schwester Anke das ehemalige Kapitänshaus, das sie nach dem Tod ihres Patenonkels Ocko von ihm geerbt hat und erinnert sich an ihre früheren Besuche und seine Geschichten. Zurück in Hamburg, erhält Mira vier Monate später von Anke einen Anruf: Ein Orkan hätte das Dach des Kapitänshauses abgedeckt und den Schuppen zerstört. Die vom Wind hinterlassene Unordnung wäre ihren Gästen nicht zuzumuten. Sollte Mira nicht sofort nach Amrum kommen, würde das alte Haus abgerissen.
In dem Roman
Swetlana, die Tochter des russischen Waffenhändlers Wladimir Wladimirowitsch und der erfolglosen Theaterschauspielerin Tatjana Valentina, lebt mit ihren Eltern in einer Villa in dem Hamburger Nobelviertel Harvestehude. Ihr Vater, der große Rasputin, hat es mit seinen Geschäften zu erheblichem Reichtum gebracht. Als Nichte des russischen Präsidenten, dem kleinen Rasputin, gehört sie zu den Privilegierten. Von ihrem Vater hat sie früh gelernt, dass man in Russland mit den richtigen Scheinchen jedes Problem aus der Welt schaffen kann, doch die Deutschen sind furchtbar kleinlich.