Buchrezension: Die tote Schwester von Stephan Brüggenthies

Ein spannender Kriminalroman über Vergangenheit, Identität und Entführung

Buchcover des Kriminalromans Die tote Schwester

Ein Kommissar zwischen Erholung und neuer Bedrohung

Im Kriminalroman Die tote Schwester* von Stephan Brüggenthies ist Kommissar Zbigniew Meier vorübergehend vom Dienst bei der Kriminalpolizei Köln freigestellt, um sich von einem belastenden Fall zu erholen. Statt Ruhe gönnt er sich ein Abenteuer: Gemeinsam mit seiner erst 18-jährigen Freundin Lena fliegt der 38-jährige nach New York. Dort begegnen sie dem alten Mann Samuel Weissberg, der sie bei einer Kunstausstellung mit der Galeriebesitzerin Delia Johannsen bekannt macht. Samuel berichtet von seiner verschollenen Schwester Eva, die als Baby während der Flucht vor den Nazis auf einem Gehöft zurückgelassen wurde – seither fehlt jede Spur von ihr.

Rückkehr nach Köln: Die Spur von Lena verliert sich

Kaum in Köln gelandet, verschwindet Lena mitsamt Gepäck – Zbigniew war nur kurz auf der Toilette. War da nicht der geheimnisvolle Mann in Kufiya in New York? Wurde Lena entführt?

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Der Schrei des Lipizzaners von Isabella Trummer

Der Schrei des LipizzanersEin Verrückter, der seit über zwei Jahren in der Steiermark Pferde mit Messerstichen quält, beschäftigt Inspektor Kammerlander und seinen Kollegen Ratzinger in dem Kriminalroman „Der Schrei des Lipizzaners“ von Isabella Trummer. Doch diesem Tierquäler gilt nicht ihre einzige Sorge. In einem Wald wird eine Leiche entdeckt, die schon eine beginnende Verwesung aufweist und in Plastikfolie eingewickelt ist. Da bei dem Toten keine Papiere gefunden werden, kann Raubmord nicht ausgeschlossen werden. Nachdem der Tote als Wolfgang Grebien identifiziert werden konnte, weiß man, dass er an Aids im Endstadium litt und schwul war. Auffällig war allenfalls eine Kette in Hufeisenform, die er um den Hals getragen hat.

Wolfgang Grebien hat vier Jahre mit Martin Meringer zusammengelebt und Kammerlander und Ratzinger erhoffen sich von ihm erste Hinweise. Nachdem dieser eine Ansteckung mit Aids zunächst abstreitet, gibt er letztlich doch zu, auch infiziert zu sein.

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Zwischen Schuld, Schweigen und Stoizismus – Georg Unterholzners „Mörderlatein“ im Spiegel Epiktets

Buchcover des Kriminalromans Mörderlatein

Eine nächtliche Entdeckung mit Folgen

„Anytos und Meletos können mich zwar töten, aber schaden können sie mir nicht.“ – Dieser zentrale Gedanke aus Epiktets Handbüchlein der Moral* spielt eine Schlüsselrolle in Georg Unterholzners Kriminalroman Mörderlatein*.

Nach einem Pink-Floyd-Konzert fahren die Freunde Max und Kaspar mit dem Motorrad zurück ins Kloster-Internat Heiligenbeuern. Im Licht der Scheinwerfer entdecken sie einen Unfallwagen: Ein dunkelblauer Jaguar ist von der Straße abgekommen und hat einige Sträucher mitgerissen. Das Auto weist nur geringe Schäden auf, doch der Fahrer – äußerlich unverletzt – ist tot. Die beiden können die Polizei nicht verständigen, da sie sich unerlaubt aus dem Internat entfernt haben. Kurz vor dem Abitur würde ein Verweis schwer wiegen. Als sich ein anderer Wagen nähert, fliehen Max und Kaspar.

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Kettenreaktion von Sebastian Stammsen

KettenreaktionDavid Krusekamp bricht in dem Kriminalroman „Kettenreaktion“ von Sebastian Stammsen in einem Elektrogeschäft zusammen, jede Hilfe kommt zu spät. Kriminaloberinspektor Markus Wegener und seine Kollegin Nina Gerling treffen vor Ort schon auf den Gerichtsmediziner, der vor einem Rätsel steht, was die Todesursache anbelangt. Denn Drogen, Alkohol und Gift scheiden von vornherein aus. Die Videoaufzeichnungen der Fernsehabteilung zeigen einen schwankenden David Krusekamp und es muss geklärt werden, ob er geschubst wurde, bevor er gestürzt ist. Markus Wegener und Nina Gerling befragen zunächst Michael Freise, der sich in unmittelbarer Nähe von David Krusekamp befunden hat. Er beteuert immer wieder, dass er ihn weder kannte, noch ihn berührt hat.

Die beiden Kriminalbeamten machen sich auf den Weg zu Nadine Krusekamp, um sie vom Tod ihres Mannes zu unterrichten. Die Ehefrau kann ihnen auch keine brauchbaren Hinweise geben und bei Durchsicht der Computerdateien gibt ihnen eine Eintragung ein Rätsel auf.

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Hexenspiel – Psychokrimi mit verstörender Tiefenschärfe

Buchcover des Psychokrimis Hexenspiel

Der Albtraum beginnt im Dunkeln

Ein Mädchen erwacht in völliger Dunkelheit – mit dem bitteren Geschmack von Mandeln und Blut im Mund. Der Geruch von faulen Äpfeln, Schimmel und Erbrochenem liegt in der Luft. Ihr ist kalt, sie hat Schmerzen und große Angst. Neben ihr liegt der leblose Körper ihrer Freundin Sandra. Was wie ein Spiel begann, entpuppt sich als erschütternde Realität. So beginnt der Psychokrimi Hexenspiel* von Manfred Koch.

Ermittlungen und alte Wunden

Polizeiinspektor Klaus Wagner möchte eigentlich nur seine demenzkranke Mutter besuchen, notwendige Reparaturen im Elternhaus prüfen und im Garten arbeiten. Doch eine reißerische Schlagzeile bringt seinen Tag aus dem Gleichgewicht: Zwei vierzehnjährige Mädchen – Sandra und Daniela – gelten als vermisst.

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Der Regler von Max Landorff

Der ReglerIn dem Thriller „Der Regler“ von Max Landorff lässt sich Gabriel Tretjak für Dienste bezahlen, die seine Auftraggeber selbst nicht ausführen wollen. So wird er von Melanie Schwarz beauftragt, ihren Mann zu erpressen. Sie verlangt die Scheidung plus genügend Geld, um ein angenehmes Leben führen zu können. Er ist gewohnt, in seinem Leben alles unter Kontrolle zu haben, wobei er stets von seiner Ratio geleitet vorgeht.

Doch dann passieren merkwürdige Dinge: Der Kommissar August Maler sagt ihm, dass der Hirnforscher Prof. Kerkhoff durch einen Messerstich in die Leber getötet wurde und ihm beide Augen mit einer Eiskugelzange entfernt worden sind. Der letzte Anruf des Toten hätte ihm, Gabriel Tretjak, gegolten. Eine alte Frau, die Gabriel als kleinen Jungen kannte, findet in einem Hotelzimmer Prof. Kufner, der auf dieselbe Art ermordet wurde. Gabriel bekommt einen Anruf von der Tochter seiner Putzfrau, die er angeblich auf seine Kosten in ihr Heimatland Argentinien geschickt haben soll. Wenige Tage darauf findet sie ihre Mutter in der Wohnung von Gabriel tot auf, der daraufhin verhaftet wird.

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Mord auf Schienen – ein Fall zwischen Wien und Berlin

Auf der Strecke von Claus-Ulrich Bielefeld und Petra Hartlieb

Ein Schriftsteller auf dem Weg ins Verderben

Im Kriminalroman Auf der Strecke von Claus-Ulrich Bielefeld und Petra Hartlieb steigt Xaver Pucher in Wien in den Zug, der ihn nach Berlin bringen soll. Er träumt vom großen Geld und davon, als Schriftsteller berühmt zu werden. Doch dazu kommt es nicht: Ein Zugführer findet ihn mit einer Drahtschlinge erwürgt.

Ermittlungen in zwei Städten

Die Ermittlungen laufen parallel in Wien und Berlin. Erste Hinweise deuten auf einen islamistischen Hintergrund, da Pucher bereits Monate zuvor Drohungen wegen seines letzten Buches erhalten hatte. Fatik Özül erklärt jedoch, dass seine Glaubensbrüder in dieser Sache nichts mehr unternehmen würden.

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Tödliche Aussicht über der Weser

Cover von Tödlicher Schnappschuss von Andreas Schmidt

Unfreiwillige Kur statt Erholung

Andreas Schmidt, Autor von inzwischen sechs Wuppertal-Krimis, schickt in seinem neuen Roman Tödlicher Schnappschuss den Wuppertaler Leiter des KK11, Kriminalhauptkommissar Norbert Ulbricht, zur Kur ins Weserbergland nach Bad Pyrmont.

Doch Ulbricht verspürt nicht den geringsten Drang zu einer vierwöchigen Kur unter strenger medizinischer Aufsicht. Er fühlt sich den „Quacksalbern“ ausgeliefert und entzieht sich den Ärzten, wo er nur kann. Schon am frühen Morgen schleicht er sich aus der Klinik, um einen Becher Kaffee und belegte Brötchen in einer Burgruine zu genießen, die über dem kleinen Ort Polle thront. Als er hinunter ins Tal blickt, entdeckt er einen Mann, der leblos mit weit geöffneten Augen unterhalb der Mauer im Buschwerk liegt.

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Ein Todesurteil voller Zweifel

Cover von Tödliche Injektion von Jim Nisbet

Die Hinrichtung des Bobby Mencken

In Jim Nisbets Thriller Tödliche Injektion ist der junge Bobby Mencken angeklagt, eine fünffache Mutter durch Schüsse ins Gesicht getötet zu haben. Obwohl es keine Zeugen für den Mord gibt, soll er – ein Schwarzer und ehemaliger Junkie – durch die Giftspritze hingerichtet werden.

Alles ist vorbereitet: Der Pfarrer hat seine Gebete gesprochen, und der Gefängnisarzt Dr. Johanson steht bereit. Seit 25 Minuten warten sie auf den Verurteilten. Stattdessen erreicht sie die Nachricht, Bobby habe einen Wärter getötet, der ihn aus der Zelle führen sollte – und das, obwohl ihm bereits eine hohe Dosis Valium verabreicht wurde. Schwer verletzt wird Bobby schließlich in die Todeszelle geschleppt.

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Macht, Geld und Mord in den Grachten von Amsterdam

Cover von Schwarze Kanäle von Guido Eekhaut

Ein gefährliches Spiel mit politischen Extremen

Die Handlung von Schwarze Kanäle von Guido Eekhaut spielt in Amsterdam, einer Stadt, in der Drogen, Prostitution und die Schwulenszene allgegenwärtig sind. Der linke Aktivist und mit den Kommunisten sympathisierende Pieter van Boer hat sich in eine zur äußersten Rechten gehörende Partei der Niederlande eingeschleust.

Deren Gründerin, Hendrika van Tillo, hat eine Liste mit rund 300 Personen erstellt, die hohe Summen an ihre Partei spenden. Sämtliche Namen sind mit Wirtschaftskriminalität und Geldwäsche verknüpft. Van Boer gelingt es, diese Liste auf illegalem Weg in seinen Besitz zu bringen.

Ein Mord, eine Liste und eine Verfolgungsjagd

Der russische Finanzier Adam Keretsky, der legale Geschäfte als Tarnung für seine Operationen nutzt und bald zu den Hauptaktionären der mächtigen Fabna-Bank zählen wird, setzt alles daran, die Veröffentlichung der Liste zu verhindern. Er beauftragt Andrej Tarkovski und Parnow mit der Beseitigung des Problems.

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