Mit einem Epilog „Wie es gewesen sein muss“ beginnt Paulus Hochgatterer seinen Roman „Das Matratzenhaus“. Eine Frau geht mit einem Mädchen eine flache Anhöhe empor. Bevor sie das Haus betreten, ergreift das Mädchen ihre Hand. Zwei Männer und eine Frau unterhalten sich in einer fremden Sprache in der Halle. Sie bekommt von einem der Männer einen Umschlag und lässt das Mädchen los. Sie zählt das Geld aus dem Umschlag und verlässt das Haus, ohne sich umzublicken. Vielleicht lacht sie, vielleicht schreit sie auch.
Raffael Horn ist Psychiater im örtlichen Krankenhaus der fiktiven österreichischen Kleinstadt Furth am See. Seine Frau Irene arbeitet als Lehrerin, spielt leidenschaftlich Cello und hat ein Verhältnis mit einem durchgeknallten Benedektinermönch. Er befasst sich mit einer früh gestörten Selbstverletzerin und scheitert an dem Versuch die Zuneigung zu seinem Sohn Tobias zu finden. Nur der Sex mit seiner Ehefrau ist für ihn noch immer das Beste, was es gibt.
In dem Thriller „Parasiten“ von Marina Heib ist Christian Beyer der Chef der Soko, einer Sondereinheit, die zum Zweck der Jagd nach Serienkillern gegründet wurde. Die auf ungewöhnliche Weise zugerichtete Leiche von Henning Petersen, eines jungen Volontärs der Hamburger Morgenpost, gibt nicht nur ihm Rätsel auf. Wenn er an einem brisanten Fall gearbeitet hätte, müsste sein Kollege Walter Raumsauer davon gehört haben, was aber augenscheinlich nicht der Fall war. Zusammen mit seinen Kollegen Eberhard Koch, einem Spezialisten in der Spurensicherung, Daniel Meyer-Grüne, der sich als ehemaliger Hacker unverzichtbar gemacht hat, Volker Jung, einem Verhörspezialisten und Pete Altmann, einem Sprachgenie, führen ihn die Ermittlungen zum Lover des Ermordeten: Danylo Savchenko.
Vor über einem Jahr hat sich die Frau von Paul Amon mitsamt der 6-jährigen Tochter auf und davon gemacht. Die Alkoholexzesse ihres Mannes wollte sie sich und der Kleinen nicht länger zumuten. Bis heute hat es Paul einfach nicht geschafft, davon loszukommen. Auch jetzt sitzt er wieder in seiner Lieblingskneipe. Er hat eine Verletzung am Kopf und kann sich nicht erinnern, woher sie rührt. Doch es tauchen immer diese bruchstückhaften Erinnerungen an ein Mädchen in Todesangst auf. Erst, als Paul eine Unterhaltung der anderen Gäste aufschnappt, nimmt sein Verdacht immer konkretere Formen an. Ein junges Mädchen soll auf offener Straße vergewaltigt worden sein. Zum Glück hat der Täter von seinem Opfer gelassen, weil ihm jemand einen Schlag auf den Hinterkopf verpasst hat. So erklärt sich also seine Verletzung! Es passt alles zusammen. Er hat einen Filmriss und kann sich an nichts mehr erinnern. So weit ist es mit ihm schon gekommen? Dass er Mädchen vergewaltigt? Er muss etwas unternehmen, es kann und darf so nicht weitergehen.
Stefan Raschmann lebt und arbeitet seit Jahren in Mali als Schreiner. Für Dauda Wueleguem, einen betuchten Afrikaner, soll er eine Küche anfertigen. Als er jedoch die Bekanntschaft eine seiner Frauen macht, ist er sofort von ihr angetan. Er trifft sich mit Fatoumata öfter als nötig und die Beiden verlieben sich ineinander. Obwohl Stefan mit vielen afrikanischen Bräuchen vertraut ist, ahnt er nichts von den Problemen, die eine solche Verbindung nach sich ziehen. Sein Arbeitskollege Abdulaj warnt ihn immer wieder und fürchtet ein drohendes Unheil. Doch Stefan trägt noch an einer Last aus seiner Vergangenheit, über die er mit niemandem sprechen mag und schlägt alle Warnungen in den Wind.
Die Mörderjagd kann spannend und fesselnd sein, doch wie man dabei dem Leser auch noch etwas Wissen über Flora und Fauna vermittelt, zeigt Christian Oehlschläger mit seinem Kriminalroman „Der Waldvogel“. Denn bereits bei dem Titel des Romans handelt es sich nicht, wie man annehmen könnte, um einen Vogel, sondern um einen Schmetterling, der letztendlich entscheidend zur Aufklärung des Falls beiträgt.


