Zwischen Tanztee und Hamsterrad: Die Lebensgeschichte des Werner Weber

Buchcover des Romans Die Lange Stille

Eine ungewöhnliche Begegnung mit Folgen

Werner Weber besucht mit der fünfzehnjährigen Karin Mohrmann, die er bislang lediglich unter dem Namen „Die Lange Stille“ kannte, einen Tanzunterricht. Für den Abtanzball wünscht sie sich, seine Partnerin zu sein. Doch zum Tanztee ist er stets mit Angela gegangen – da ist guter Rat teuer! Ehe er sich versieht, „geht“ er bereits mit der Langen Stillen, die dies mit knappen Worten beschließt.

Karin stellt ihren Eltern den neuen Freund vor und macht kein Geheimnis aus ihrer Absicht, Werner heiraten zu wollen. Während Mutter Elke gegen den jungen Mann ist, kann dieser Elkes Vater, Dr. Arnulf – Leiter eines Röntgeninstituts mit „zwei linken Händen“ – von seinen Qualitäten beim Bäumefällen überzeugen.

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„Talberg 1977“ von Max Korn – Eine düstere Chronik zwischen Schuld, Einsamkeit und Gesellschaftskritik

Buchcover des Romans Talberg 1977

Die Einsiedlerin im Wald – Maria Steiners abgeschiedenes Leben

Die 72-jährige Maria Steiner lebt seit Jahrzehnten allein in einem abgelegenen Haus im Wald, das sie von ihrer Tante Bruni geerbt hat. Nur selten zieht es sie in das fünf Kilometer entfernte Dorf Talberg, wo sie aufgrund ihres zurückgezogenen Lebens und mysteriöser Gerüchte gefürchtet wird. An jenem schicksalhaften Tag, an dem der Jäger auf Marias Wunsch hin einen ihr einst anvertrauten Hund erlöst, erhält sie Besuch von der jungen Metzgerstochter. Das Mädchen bittet Maria, ihre ungewollte Schwangerschaft geheim zu halten – in der Hoffnung auf Hilfe von der als „Hexe“ verschrienen Alten. Tatsächlich überreicht Maria ihr einen Kräutertrank.

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Zwischen Wohnträumen und Wirklichkeit: Ein Roman über Wohnungssuche, Freundschaft und gesellschaftliche Missstände

Buchcover des Romans Familie ist, wenn man trotzdem lacht

Eine Familie auf der Suche nach mehr Raum

Steffi und Arno Ruttmann leben mit ihren Kindern Lina und Oskar in Hamburg-Ottensen. Seit der Geburt ihres zweiten Kindes wünscht sich Steffi eine größere Wohnung. Als ihr ein Makler eine ideale Wohnung vierzig Kilometer von der Innenstadt entfernt zeigt, ist sie von der Größe und Ausstattung begeistert. Erst auf der Rückfahrt in die Stadt wird ihr klar, warum Wohnungen in den Randbezirken so günstig angeboten werden: Niemand möchte täglich im Stau stehen oder eine schlechtere Netzabdeckung in Kauf nehmen.

Arno, der als Geschäftsführer einer Werbeagentur arbeitet, erzählt seiner Ehefrau eines Tages, dass die Wohnung eines Kollegen in der Stadtmitte frei wird.

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Zwischen Geschichte und Gegenwart: Terrorismus im Spiegel der Jahrhunderte

Buchcover des Romans Graff oder Allahs Zorn im Garten Europas

Historische Wurzeln moderner Anschläge

Der Ursprung der Anschläge auf das World Trade Center im September 2001, gefolgt von denen in London im Juli 2005 und in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember 2016, reicht laut dem Politikwissenschaftler Winfried Veit bis ins 12. Jahrhundert zurück. In seinem Buch Graff oder Allahs Zorn im Garten Europas* beschreibt Veit, wie religiöse Fanatiker – getrieben von Machtstreben und Reichtum – in die Fußstapfen ihrer Vorgänger aus vergangenen Jahrhunderten treten. Diese These bildet den Ausgangspunkt seines Romans, in dem das Grenzgebiet zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz eine Schlüsselrolle einnimmt.

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Sandseele – Ein Roman über Erinnerung, Krieg und die Zerrissenheit der Seele

Cover des Buches Sandseele von Wolf Gregis

Die ungebrochene Macht der Taliban

Wie die jüngsten Entwicklungen zeigen, ist es bis heute nicht gelungen, eine Kontrolle über die in Afghanistan regierenden Taliban zu erlangen. Bereits in der Vergangenheit scheiterten sowohl die Engländer als auch die Sowjets daran, dem Land Frieden zu bringen. Unter dem Pseudonym Wolf Gregis hat der Afghanistan-Experte Christian Taszarek, basierend auf seinen Erfahrungen als Bundeswehroffizier im Auslandseinsatz, den Roman Sandseele* geschrieben.

Ein Gesicht aus der Vergangenheit

Eines Abends – seine Ehefrau verbringt das Wochenende mit den Kindern bei seinen Eltern – erkennt Martin Küfer in der Tagesschau ein Gesicht, an das er zehn Jahre lang nicht mehr gedacht hat: Abdul Rahman. Plötzlich werden alte Erinnerungen an seine Zeit als Offizier in Afghanistan wach.

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Zwischen Wall Street und Maya-Dschungel: Die doppelte Identität des Jake Friedman

Buchcover des Romans Der Schatten von Tulum

Erfolgreicher Banker mit familiärem Rückhalt

Mit fünfundfünfzig Jahren hat es Jake Friedman als Investmentbanker an der Wall Street weit gebracht. Gemeinsam mit seiner Frau Sharon führt er ein angenehmes Leben. Sein Sohn Alex arbeitet mit ihm zusammen, und Tochter Meredith hat ihm bereits zwei Enkelkinder geschenkt. Aktuell betreut Jake, der auf Geschäfte mit Mexiko spezialisiert ist, den Verkauf der größten mexikanischen Privatbank Bancogran. Um das Projekt abzuschließen, muss er nach Mexico City fliegen, wo ein Treffen mit Arturo Diego Sanchez geplant ist.

Doch seit seiner Ankunft in Mexiko wird Jake hingehalten, und seine Unzufriedenheit wächst. Als es schließlich zum Treffen mit Sanchez kommt, eskaliert das Gespräch, und Jake beschuldigt den Mexikaner des Betrugs.

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Zwischen Liebe, Landflucht und Lebenskrisen

Eine literarische Betrachtung des Romans Solikante Solo von Björn Kern

Buchcover des Romans: Solikante Solo von Björn Kern

Eine zerrissene Familie zwischen Stadt und Schloss

Die Psychotherapeutin Ruth Korwaczek lebt mit ihrer fünfjährigen Tochter Sisal in Berlin. Vater der Kleinen ist Jann-Marten Friedrich, der sich einst als Bierbrauer selbstständig gemacht hatte, jedoch zwei Jahre vor Sisals Geburt Insolvenz anmelden musste. Da es ihn mehr aufs Land zog, als ihn die Stadt halten konnte, investierte er sein restliches Geld in ein Schloss im eine Stunde östlich gelegenen Ort Solikante – gedacht als neues Zuhause für seine junge Familie.

Doch Ruth kann sich weder mit dem heruntergekommenen Gemäuer noch mit Jann arrangieren. Zwar sind sie nicht gesetzlich verheiratet, doch Ruth hat ihm vor sechs Jahren die Ehe geschworen – ein Versprechen, das zunehmend brüchig wirkt.

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Die Spur des Schweigens – Ein Roman über Machtmissbrauch, Schweigen und Wahrheitssuche

Buchcover des Romans: Die Spur des Schweigens

Julias Weg in den Journalismus

Kurz nach dem Abitur besuchte Julia Feldmann die Journalistenschule und träumte davon, investigative Reportagen zu schreiben. Doch seitdem hält sie sich mit dem Verfassen von Pressemeldungen sowie Texten für Broschüren im Wellnessbereich über Wasser. Zusätzlich arbeitet sie als freie Medizinjournalistin für das Magazin Gesundheit heute. Von dessen Chefredakteur Chris Hensel, mit dem Julia gemeinsam die Journalistenschule besucht hat, erhält sie gelegentlich Aufträge, etwa für Erfahrungsberichte oder Reportagen.

Nach einer Pressekonferenz über ein Präparat zur Gewichtsreduktion lehnt Julia jedoch ab, das Pulver in einem Selbstversuch zu testen oder auch nur darüber zu schreiben – sie hält das angebliche Wundermittel für gesundheitlich bedenklich.

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Rückkehr an den Atlantik: Eine Reise durch Erinnerung und Verlust

Buchcover des Romans: Unsere glücklichen Tage

Zufälliges Wiedersehen in Luxemburg

Elsa, die Protagonistin des Romans Unsere glücklichen Tage* von Julia Holbe, fährt nach Luxemburg, um einen neuen Pass zu beantragen. Dort trifft sie zufällig auf Marie, eine alte Freundin aus Schultagen. Mit ihr und Fanny hat sie früher die Sommerferien an der französischen Atlantikküste verbracht, wo beide auch Lenica kennenlernten, die dort wohnte. Elsa erinnert sich genau an „ihren“ Felsen und an unzählige glückliche Tage – bis Lenica eines Abends ihren irischen Freund Sean mitbrachte. Der aus ihrer Sicht ewig währende Sommer fand an einem der letzten Tage ein jähes Ende, und die Freundinnen verloren sich über viele Jahre aus den Augen.

Ein Abend voller Erinnerungen

Mit gemischten Gefühlen sucht Elsa in Luxemburg Fanny auf, von der sie weiß, dass sie mittlerweile eine Buchhandlung leitet. Fanny ist sofort einverstanden, dass Elsa und Marie am Abend zu ihr kommen.

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Zwischen Bühne und Abgrund: Anne Enrights Roman Die Schauspielerin

Buchcover des Romans Die Schauspielerin

Die Suche nach der Mutter

In ihrem Roman Die Schauspielerin* lässt Anne Enright die Ich-Erzählerin Norah der Frage nachgehen, wer ihre Mutter wirklich war – nicht nur als öffentliche Figur, sondern als Mensch. Für Norah ist es bereits rätselhaft, dass ihre Mutter, die Schauspielerin Katherine O’Dell, ihren Geburtsort London geheim hielt. In Irland feierte Katherine erste Erfolge, die ihr als Sprungbrett für eine Karriere dienten, die sie ab Mai 1948 für dreiundzwanzig Jahre an den Broadway führte. Norah, die 1952 in Brooklyn geboren wurde, erinnert sich an die vielen Zigaretten, die ihre Mutter rauchte, und an deren übermäßigen Alkoholgenuss.

Der Zusammenbruch einer Schauspielerin

Schon früh berichtet Norah von einem Vorfall im Jahr 1980, bei dem ihre Mutter den Filmproduzenten Boyd O’Neill in den Fuß schoss.

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