Schau Liebling, der Mond nimmt auch zu! von David Leukert

Schau Liebling, der Mond nimmt auch zu!In seinem Buch „Schau Liebling, der Mond nimmt auch zu!“ erklärt David Leukert dem Leser auf eine amüsante Weise den Schwachsinn einiger Bonusprogramme und wie es bei einem Speed-Dating abläuft. Mit einem vollautomatischen Handtuchkasten auf einer Toilette ereilt ihn ein Malheur und beim rheinischen Karneval bekommt er einen Kulturschock. Lustig macht er sich über die Carglas-Werbung sowie über ein Paar, das wie Kletten aneinander hängt, und er nimmt die Multitasking-Fähigkeit der Frauen aufs Korn. Ihm stoßen unsinnige Namensgebungen auf Speisekarten und schwachsinnige Dialoge in neuen Fernsehserien unangenehm auf, er geht Anglizismen auf den Leim und ärgert sich über Blumen, die anstelle von Freude nur Arbeit machen.

Der Autor schreibt von Erfahrungen, die er mit der Telekom und in einem Baumarkt gemacht hat und auch von den Erlebnissen eines leidgeprüften Vaters. Gar nicht einverstanden ist er damit, dass Katholiken sündigen und durch eine anschließende Beichte ihren „Fehlerpunkte-Score“ auf null setzen.

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Günner Mambrallek: So isset! von Volker Kosznitzki

Günner Mambrallek: So isset!In bestem Ruhrpott-Deutsch schreibt Volker Kosznitzki Geschichten über Günner Mambrallek, der sich als bekennender Gewerkschafter den Titel eines Dipl.-Cholerikers zugelegt hat. Obwohl Günner an seinem Wohnort die Innenstadt nicht gefällt, ist er stolz auf das „Berchbaumuseum“. Verheiratet ist er mit „Lissbett“, die ihm sogar Vorschriften macht, wie er zu pinkeln hat. Vergeblich sucht er in einem Biergarten bei ein paar „Pilskes“ Entspannung, zieht sich einen Bandscheibenschaden zu, als er gegen Wildtauben vorgehen will und kommt einem Zeitschriftenwerber bei einer Urkundenfälschung auf die Schliche. Günner versteht nicht, wieso die „Verschönerung“ eines Wahlplakats Sachbeschädigung sein soll, hält nur eine Abgeordnetendiät für eine wahre Diät, wird von einer früheren Schulkollegin über „Traumfänger“ aufgeklärt und sammelt Erfahrungen als Patient im Krankenhaus.

Volker Kosznitzki gibt in dem Buch „Günner Mambrallek: So isset!“ Ruhrpott-Geschichten zum Besten, von denen einige eher zum Heulen sind, als zum Lachen.

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Annalieder von Nadine Kegele

AnnaliederHelene wollte ihrer kleinen Schwester Anna nur ihren Freund Mats vorstellen, weil sie auf beide stolz war. Sie konnte nicht ahnen, dass sie Gefallen aneinander finden. Gestern Abend und heute in der Früh hat sie nichts gegessen damit ihr Pailettenkleid gut sitzt. Eigentlich hat sie Glück nicht in Annas Haut zu stecken in ihrem weißen Kleid. „Anna sein“ und elf weitere Geschichten werden von Nadine Kegele in „Annalieder“ jeweils aus der Perspektive einer weiblichen Protagonistin erzählt.

Eine Frau greift in „Die Farbe Blut“ nach dem Duschgel und schneidet sich dabei mit dem Rasierer in die Brustwarze. Sie ist unsicher, ob sie zu ihrem praktischen Arzt oder zu ihrem Gynäkologen gehen soll. Eine andere mit einer birnenförmigen Figur wie ihr Kontrabass kann in „Nie einen Rosengarten“ Gebärfreude nicht nachvollziehen, weil sie weder Schmerzen noch Kinder mag.

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Die schlimme Zeit zwischen Aufstehen und Hinlegen von Marcus Gärtner (Hrsg.)

Die schlimme Zeit zwischen Aufstehen und HinlegenInsgesamt haben sich fünfzehn namhafte Autoren in vierzehn Geschichten Gedanken über „Die schlimme Zeit zwischen Aufstehen und Hinlegen“ gemacht, woraus eine Anthologie gleichen Titels entstanden ist. Ihre schriftstellerische Kreativität hat in einer der Geschichten zu einem Mord im Skiurlaub geführt und in einer weiteren einen Jogger eine Leiche finden lassen. Manch ein Protagonist simst lieber als zu telefonieren und ein unter Onaniezwang leidender Professor landet in einer Nervenklinik. Der Leser erfährt etwas über einen Schriftsteller, der vor zwölf Uhr mittags keine Anrufe entgegen nimmt, trotzdem aber nicht faul ist und ebenso wie seine Berufskollegen süchtig den Verkaufsrang bei Amazon beobachtet. Ein Familienvater baut für den Weltuntergang heimlich einen Bunker und ein Autor muss seinem Lektor absagen, weil er im Urlaub statt der erhofften Ruhe störende Animationsprogramme über sich ergehen lassen muss. Manche Menschen haben Probleme mit der Wiedererkennung von Gesichtern und andere können sich keine Geheimnummern merken, was im einen Fall zu Verwicklungen und im anderen zu bösen Überraschungen geführt hat.

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Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie… von Wolfgang Sternkopf (Hrsg.)

Gedanken… 50plus!

Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie...Das Buchprojekt „Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie…“ ist nach einer Idee von Wolfgang Sternkopf entstanden, der das Buch auch herausgegeben hat. Die Texte zum Thema „50plus“ sollten jedoch nicht allein von Schriftstellern geschrieben werden und so wurden über die Initiative „Best Ager“ in vielen Städten des Ruhrgebiets Besucher der Job-Clubs für das Projekt gewonnen. In vier Workshops an insgesamt zwölf Abenden haben die Teilnehmer mit professioneller Hilfe der Autoren Eva von der Dunk, Brigitte Werner, Renate Queke, Ulrich Breitbach und Josef Krug Texte erarbeitet und bei einer der nächsten Zusammenkünfte vorgestellt. Der Fotograf Uwe Jesiorkowski hat dies in Bildern festgehalten und Klaus Poetsch hat einige Karikaturen zur Auflockerung der Texte beigetragen. Am Ende ist der Name Programm, denn Dr. Stefan Lob hat das Nachwort zu dem Buch verfasst.

„Gedanken… 50plus“ ist auf dem Cover von „Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie…“ zu lesen, doch das Buch kann nicht halten, was der Titel verspricht. „Übung, Erfahrung, Fähigkeiten, Weitblick, Wissen, Menschenkenntnis, Praxis …“ sind einige der Begriffe einer Schlagwortwolke auf dem Cover und genau zu diesen Themen erwartet der Leser nun Beiträge der über Fünfzigjährigen, die solche Fähigkeiten besitzen.

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Antonia auf Abwegen von Annette Sand

Antonia auf AbwegenDie Journalistin Antonia Weißenbach blickt in der Erinnerung zurück auf ihre Kindheit. Sie denkt an alte Schulkameraden und besonders eine ehemalige Lehrerin, Frau Drumme, die ihr das Leben zur Hölle machen konnte. Als Antonia langsam erwachsener wurde, wollte sie die Welt verändern. Ihre Gedanken schweifen heute zurück zu den 68er Revolten, zu Rudi Dutschke, der RAF um Andreas Baader und Ulrike Meinhof sowie zu der Schleyer-Entführung.

Bei Hanns, der sie einfach „mein Mädchen“ nannte, entdeckte sie das Manifest von Marx und Engels, während sich ihr Hass auf die bürgerliche Gesellschaft steigerte. Im Jahr 1982 wurde Kohl zum Bundeskanzler gewählt, was sie für einen schlechten Witz hielt. Antonia erinnert sich, dass sie mit Hanns gerne die Doors, Jimi Hendrix oder auch Pink Floyd gehört hat. In der Politik tauchten neue Namen wie Petra Kelly und Otto Schily am Horizont auf.

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Berühr mich! von Laura Young

Berühr mich!Während in „Wahrheit oder Pflicht“ der dreißig Jahre ältere Ehemann zum Hochzeitstag eine ganze Footballmannschaft angeheuert hat, um es seiner jungen Ehefrau einmal richtig zu besorgen, ist der Ehemann in „Yacht der Sünde“ völlig ahnungslos. Denn eigentlich hat er den jungen Antoine als Skipper angeheuert.
In „SexPumps“ findet Erica nicht nur kostbare Designerschuhe in Dave’s ShoeHouse, sondern auch die Erfüllung ihrer erotischen Fantasien. Aneta bucht einen „LadiesGangBang“ mit sieben Männern, damit sie endlich einmal einen Orgasmus beim Sex erleben kann. Und Betty schreibt in „Dein ergebener Sklave“ einem unbekannten Kollegen aus dem Büro E-Mails, woraus sich einige Verwicklungen ergeben.

Obwohl Joanna nur ihre Zwillingsschwester Carol in „Gogo-Tänzerin“ vertritt, kann sie mit einem Lapdance ihren Exfreund Mike zurückgewinnen. In „CallBoy“ beschließen Sara und ihre beste Freundin Susan aus einer Champagnerlaune heraus, einmal Sex gegen Bezahlung zu haben. Wobei sich Sara für den Sex bezahlen lässt und Susan sich einen Callboy gönnt.

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Ich will dich jetzt und hier von Trinity Taylor

Ich will dich jetzt und hierDie Abgrenzung zwischen Erotik und Sex ist in der heutigen Zeit immer schwieriger zu ziehen, denn für viele Menschen gibt es da keinen Unterschied mehr. Immerhin definiert sich Erotik als sinnliche Liebe, die sich nicht nur auf animalische Triebe stützen sollte. So lässt sich auch darüber streiten, ob die sechs Geschichten von Trinity Taylor in ihrem Buch „Ich will dich jetzt und hier“ erotischer Natur sind oder nicht.

Die Schauspielerin Lilliam wurde Zeugin einer Vergewaltigung mit anschließendem Mord, woraufhin ihr zum Schutz ein Cop zur Seite gestellt wird. Mit ihm erlebt sie in doppeldeutiger Hinsicht aufregende Stunden.
Rose erhält ihre Entlassungspapiere und beschwert sich darüber bei ihren Freundinnen Karen und Trudy. Die entführen und fesseln kurzer Hand den früheren Chef, den Steuerberater William Lambert. Nachdem erst die beiden Frauen ihren Spaß mit William haben, bekommt auch Rose vom Zusehen Gefallen an dem Spiel.

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Leise Gedanken von Dirk Juschkat

Leise GedankenNach „Längswege“ und Abgebogen ist nun bereits der dritte Gedichtband des selbsternannten Depressionslyrikers Dirk Juschkat mit dem Titel „Leise Gedanken“ erschienen. Auch in dieser Gedichtsammlung bleibt der Lyriker der alten Dichtkunst treu, was er in den Gedichten „Reimzwang“ und „Moderne Lyrik“ zum Ausdruck bringt. So scheint ihm die moderne Lyrik von Willkür bestimmt und deshalb mag er sie meistens nicht. Denn er will den Reim nicht missen und ist von der Metrik fasziniert, die ihn durch seine Werke führt. Natürlich sind auch Depressionen weiterhin ein Thema, das sich durch das gesamte Buch zieht. Doch anders als in vorherigen Werken teilt Juschkat dem Leser nicht nur sein Leid mit, sondern berichtet in seinen Gedichten „Innerlich gefangen“ und „Wo die Depressionen wohnen“ über die Krankheit und wirbt für Toleranz.

Während die heiteren, schelmischen Gedichte wie „Lau“ und „Vertreter“ oder „Herr Regenschirm“ an den beliebten Dichter Eugen Roth erinnern, greift auch Dirk Juschkat in seinen Gedichten „Keine Zeit für Neid“ und „Wir leben uns zu Tode“ die menschlichen Schwächen wie Sucht nach Macht und Jagd nach Glück auf.

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Literarische Provokation mit Tiefgang: Philip J. Dingeldeys „Koitus mit der Meerjungfrau“

Buchcover Koitus mit der Meerjungfrau

Gesellschaft am Abgrund – Geschichten, die nicht wegsehen

In seinem Buch Koitus mit der Meerjungfrau* präsentiert Philip J. Dingeldey neun Kurzgeschichten, die sich mit den Schattenseiten der Gesellschaft auseinandersetzen. Thematisiert werden unter anderem das Schicksal einer seit zehn Jahren obdachlosen Frau und eines studierten Philosophen, der von Arbeitslosengeld II lebt und bei der Tafel für Essen ansteht. Zwei Journalisten, die über ein Massaker an Dorfbewohnern in der Wüste berichten wollen, werden selbst auf brutale Weise zu Opfern. Weitere Figuren sind ein Mann, der sich Essen aus der Suppenküche holt, ein zum Tode Geweihter, der sich an eine „Vergessensmaschine“ anschließt, sowie der brave Hiob, der seinen Glauben an Gott verliert. Besonders verstörend ist die Geschichte eines Priesters, der sich im vermeintlichen Glauben an Gottes Willen auf brutalste Weise an einem Ministranten vergeht.

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