Das Jahr der Gier von Horst Eckert

Das Jahr der GierMelia Adan ist leitende Kriminalrätin für Gewaltverbrechen in Düsseldorf. Ihr Onkel Bashir bittet sie, sich um den Überfall auf Oscar Ravani, den Sohn seines Freundes, zu kümmern, woraufhin sie diesen im Krankenhaus besucht. Sofort fallen ihr an seiner Darstellung des Hergangs Ungereimtheiten auf und sie ist sicher, dass ihr der in London arbeitende Journalist nicht alles erzählt, zumal er in Rätseln spricht, wenn er sagt: „Diese Leute haben gewonnen.“ Melia hofft, Näheres bei einem Besuch in dem Lokal zu erfahren, in dem Oscar vor dem Überfall war.

Bevor Kriminalhauptkommissar Vincent Veih den Bericht über Oscar Ravani für seine Inspektionsleiterin Melia erstellen kann, wird er zu einer Leiche mit durchtrennter Kehle gerufen. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Naomi Meyer-Krell, Tochter vermögender Eltern, der eine hoffnungsvolle Karriere bevorstand. Vincent überträgt die Leitung der Mordkommission Anna Winkler, die mit Kollegen zunächst der Beschuldigung von Naomis Mutter nachgeht, der Ex-Freund ihrer Tochter sei der Mörder.

Als Melia den Journalisten ein weiteres Mal befragen will, ist er nicht mehr im Krankenhaus und bereits nach London zurückgekehrt. Ihr bleibt nichts anderes übrig als Oscar dort aufzusuchen, denn sie und Vincent haben den Verdacht, dass sich der Journalist am Abend vor dem Überfall mit Naomi Meyer-Krell treffen wollte und es einen Zusammenhang zwischen ihrem Tod und den Überfall auf ihn gibt. Doch bei dem Treffen mit Oscar kann sie gerade noch verhindern, dass er von einer Kugel getroffen wird. Ihre weiteren Recherchen führen zu Worldcard, einem Abwickler für Onlinezahlungen, und über ihren Vater, einen ehemaligen Bundestagsabgeordneten, erhält sie die unmissverständliche Warnung, die Finger von Worldcard zu lassen.

In dem Thriller „Das Jahr der Gier“ bestreiten Melia Adan und Vincent Veih ihren dritten, in sich abgeschlossenen Fall. Horst Eckert erzählt das Geschehen in kurzen Kapiteln, wobei er zwischen den Ereignissen der beiden Kriminalbeamten in Düsseldorf und weiteren Entwicklungen in Singapur und Lenggries wechselt: In Südostasien decken zwei Männer eine kriminelle Organisation auf. Sie stellen fest, dass Pratama Setjawan, Finanzchef von Worldcard, in großem Umfang Umsätze manipuliert, während Sebastian Pagel, der nach einer gescheiterten Bewachung aus dem Polizeidienst ausschied, das Angebot erhält, für die Sicherheit von Marek Weiß zu sorgen, einem leitenden Unternehmer von Worldcard.

Wenn es auch in Deutschland nie eine Kanzlerin Ute Frings-Fassbinder gegeben hat, so existiert der erwähnte Schweizer Instant-Messengerdienst Threema ebenso wie die zur Überwachung verschlüsselter Textnachrichten dienliche Spionage-Software Pegasus. Wie sein Protagonist hat sich auch Horst Eckert selbst bei einem Brandsachverständigen Rat für eine realistische Darstellung im Plot geholt und damit, wie nach Im Namen der Lüge und Die Stunde der Wut zu erwarten war, wieder ausgezeichnet recherchiert. Der Thriller „Das Jahr der Gier“, der den Leser von Anfang an neugierig auf den Fortgang der Handlung macht, zeigt einmal mehr, dass wenn es den Großen an den Kragen geht, die Staatsanwälte kneifen und den Schwanz einziehen. Der spannende Politthriller zeigt Strukturen auf, wie Geld nach mehrmaligem Hin- und Herschieben plötzlich „verschwindet“, wobei es in dem Plot um den zunehmenden Onlinehandel geht, der dank des World Wide Web erst möglich wurde und der durch die Coronapandemie zusätzlichen Aufwind erfahren haben dürfte.

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Das Jahr der Gier von Horst Eckert

Das Jahr der Gier
Heyne Verlag 2022
Klappenbroschur
432 Seiten
ISBN 978-3-453-42637-5

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Bildquelle: Heyne Verlag
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