Joschko und die geheimnisvolle Wolke

Einsamkeit im stillen Tal

Auch in diesem Jahr, als es bald Frühling wird, lebt Joschko traurig und allein in seiner einsamen Hütte, die in einem Tal liegt, in dem es keine Vögel und nicht einmal Käfer gibt. Da er immer nur allein ist, hat er niemanden zum Reden oder Umarmen. Auch kann er mit niemand anderem zusammen glücklich sein.

Eine rätselhafte Entdeckung auf der Wäscheleine

Doch eines Tages entdeckt Joschko auf seiner Wäscheleine eine „riesige schwarze Schirrwolke“. In einem Buch liest er, dass es sich dabei um einen Schwarm Honigbienen handelt. Aber woher kommen sie, und wollen sie bleiben? Wenn sie keine Blüten zum Sammeln von Nektar haben, werden sie nicht bei ihm bleiben können. Der Gedanke lässt Joschko nicht schlafen, bis er eine Idee hat. Er flitzt in seine Werkstatt und kritzelt etwas auf Papier. Bereits am nächsten Morgen beginnt er mit dem Messen, Sägen und Hämmern für ein Häuschen, und zum Glück nehmen die Bienen den Bienenstock sofort an.

Ein Tal erwacht zu neuem Leben

Von nun an ist Joschko nicht mehr allein und auch nicht traurig. Er informiert sich über alles, was ein guter Imker wissen muss, und tatsächlich verwandelt sich die Einöde in ein Tal mit vielen Bäumen und Blüten. Joschko wird zu einem begeisterten Gärtner und erhält zum Dank von den Bienen Honig. Weitere Tiere besiedeln das immer schöner werdende Tal, und als der nächste Frühling Einzug hält, gesellen sich noch ein Vogel und ein Igel dazu.

Sachwissen für kleine Leserinnen und Leser

Dass die Bäume „von einem Tag auf den anderen“ plötzlich im Tal stehen, hat Simona Smatana sicher nur abgekürzt, um den kleinen Lesern im Alter von vier Jahren die jahrelange Entstehung derselben zu ersparen. Denn im Anschluss der Geschichte finden sich über acht Seiten fundierte und ausführliche Informationen zu den Bienen, ohne deren Arbeit nichts wachsen könnte und wir nichts zu essen hätten. Sie schreibt über die verschiedenen Arbeiter eines Bienenvolkes, über Drohnen und die Königin, ihr Ausschwärmen, die Herstellung von Met und Honig, wie dieser in die Gläser gelangt, die Bedeutung ihres Tanzes sowie die Ausrüstung eines Imkers.

Details, die Erwachsene erklären können

Diese sehr detaillierten Angaben übersteigen vermutlich die Wissensbegierde von Kindern mit vier Jahren, können aber bei Interesse gerne schon einmal vorgelesen werden, sodass die Kleinen auf ihre Weise etwas von den Informationen abspeichern. Dass auf dem Grundstück von Joschko, der übrigens wie ein Mann aufrecht geht und eine Brille trägt, der Schnauze nach aber ein Maulwurf sein könnte, eine Schwengelpumpe steht, sollte ein Erwachsener einem Kind auch damit erklären, dass es in der abgeschiedenen Gegend keinen Anschluss an eine öffentliche Wasserleitung geben kann und das Wasser deshalb aus wasserleitenden Schichten hochgepumpt werden muss.

Da es in diesen Regionen auch kein Stromnetz gibt und eine Waschmaschine aus diesem Grund keinen Sinn machen würde, kann den Kleinen auch gleich erklärt werden, wozu der auf einer Seite dargestellte Bottich aus Holz dient. Denn die von Simona Smatana in ihrem aus dem Slowenischen von Marie‑Theres Cermann übersetzten Kinderbuch „Joschko und die Honigbienen“ angefertigten, recht übersichtlichen Illustrationen haben weder die Existenz einer Schwengelpumpe noch die eines Wäschebottichs ausgespart. Ihre sich auf das Wesentliche beziehenden Illustrationen verdeutlichen auch auf eindrucksvolle Weise das Alleinsein von Joschko, der mit angezogenen Beinen auf einer Bank kauert. Ein Kinderbuch, das sogar noch manch vorlesenden Erwachsenen mit Wissen über die Bienen überzeugen dürfte!

Joschko und die Honigbienen von Simona Smatana

Cover von Joschko und die Honigbienen von Simona Smatana

Ein warmherziges Kinderbuch über einen einsamen Maulwurf, einen überraschenden Bienenschwarm und ein Tal, das durch Natur und Wissen wieder lebendig wird.

    Übersetzung: Marie-Theres Cermann
    Verlag: Achse
    Erscheinungsjahr: 2025
    Seitenzahl: 56
    Genre: Kinderbuch

Bildquelle: Achse Verlag

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