Oberkommissar Jürgen Kleekamp hält es nach seinem zweiten Herzinfarkt, den er während seines letzten polizeilichen Einsatzes erlitt, im Herzzentrum Bad Oeynhausen nicht mehr aus. In Teufel ohne Alibi, der Fortsetzung von Sterben tun immer die Anderen, verlässt er auf eigenen Wunsch die Klinik, nachdem er Sybille Warneke etwas versprochen hat: Da sie nicht glaubt, dass ihr Vater Selbstmord begangen hat, soll er der Sache auf den Grund gehen.

Wieder zurück auf seiner Dienststelle in Paderborn wird Kleekamp von seinen Kollegen darüber unterrichtet, dass in der Wohnung von Angelika Ostwald eine mumifizierte Kinderleiche aufgefunden wurde. Laut Obduktion soll das Kind verhungert und verdurstet sein. Während die Suche nach Frau Ostwald im Sande verläuft, werden die Beamten zu Yilmaz Üzgür gerufen. Das letzte Wort des Niedergestochenen lautet „Heiner“, worauf sich allerdings niemand einen Reim machen kann.

Unerwartet meldet sich auf der Dienststelle eine Frau, die Siegfried Dannwolf von einem Jünger namens Engel berichtet. Der Beamte glaubt seinen Ohren nicht zu trauen, als sie ihm erklärt, dass Ullrich Engel der Oberjünger einer von Gott auserwählten Gemeinschaft ist, und Dannwolf wird hellhörig, als er von Talea erfährt, einem verschwundenen Mädchen dieser Gemeinschaft. Kleekamp und Dannwolf vernehmen daraufhin Ullrich Engel in dessen Büro und sind über seine Reaktionen mehr als erstaunt. Zufällig treffen sie auch auf seinen Gärtner Holger Janitor, der ein Gespräch eines weiteren verschwundenen Mädchens belauscht haben will.

Nachdem sich der Islamische Staat in einem Bekennerbrief zum Mord an Yilmaz Üzgür bekannt hat, sucht Kleekamp mit seiner jungen Kollegin Natalie Börns, die er liebevoll Bunny nennt, eine türkische Teestube auf, wo er sich einen entscheidenden Hinweis erhofft. Doch dann überstürzen sich die Ereignisse: Kleekamp wird durch einen Anruf von Sybille Warneke an sein Versprechen bezüglich ihres Vaters erinnert, einer seiner Kollegen erschießt versehentlich eine unschuldige Person und Kleekamp lauert mit Natalie Börns einem in Afghanistan stationierten Tom Bennet auf, der von seiner Frau verlassen wurde, weil sie um das Leben ihrer Kinder bangte. Im entscheidenden Moment können Kleekamp und seine Kollegin keine Hilfe anfordern und sind auf sich allein gestellt.

Joachim H. Peters hat mit Jürgen Kleekamp eine Figur geschaffen, die sich jeder gut vorstellen kann und die daher realistisch wirkt. Seinem Vorgesetzten gegenüber begegnet er ohne jeglichen Respekt, von Dienst nach Vorschrift hält der Einzelgänger wenig und in einem Einsatz, ist er auch noch so gefährlich, handelt er besonnen und gibt sich ganz cool. Nicht von allen Kollegen wird er geschätzt, und so recht wird aus ihm keiner schlau, weil er einmal wie ein eiskalter Hund wirkt, ihm aber ein anderes Mal Tränen über die Wangen laufen.

Der Leser weiß in dem Roman Teufel ohne Alibi mehr als die Ermittler, da Joachim H. Peters den Kriminalroman in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Immer wieder ist in einigen Kapiteln aus der Sicht einer Person vom Auflauern nach weiteren kindlichen Opfern die Rede. Dass es sich bei dieser Person um einen Mann handeln muss, der neben einem gestörten sexuellen Verhalten glaubt, der Menschheit mit den Morden einen Dienst zu erweisen, ist dem Leser auch klar. Joachim H. Peters verzichtet in dem Paderborn-Krimi auf jegliche literarische Ausschmückung und kommt stattdessen gleich zur Sache, womit er dem Leser keine ruhige Minute zum Durchatmen gönnt. Der ausgeklügelte Plot endet, so viel darf verraten werden, überraschend und lässt schon jetzt auf weitere Abenteuer mit Kleekamp hoffen.

Joachim H. Peters, Teufel ohne Alibi, Verlag Topp + Möller 2015, Papperback, 286 Seiten, ISBN 978-3-936867-61-9, Preis: 11,20 Euro.

Wie bewerten Sie dieses Buch? schrecklichschlechtdurchschnittlichgutausgezeichnet 1 Stimme(n) | Bewertung 5,00 | Sie müssen sich registrieren, um am Leservoting teilzunehmen.
Loading...

Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *