Die mittlerweile zweiunddreißigjährige Kim war zweieinhalb Jahre alt, als sich die Wege ihrer Mutter Susi und die ihres Vaters Ronald Papen trennten. Fortan lebte sie mit ihrem Stiefvater Heiko Mikulla, der ihre Mutter heiratete, und dem sechs Jahre jüngeren Bruder Geoffrey, der zu ihrem Leidwesen immer im Mittelpunkt stand. Doch dann geschah ein schreckliches Unglück, das ihr Leben für immer verändern sollte: Ihr Bruder erlitt im Frühjahr 2005 schwerste Verbrennungen und deswegen wurde Kim sechs Wochen in einer Psychiatrie behandelt sowie von ihren Eltern für die Dauer der Sommerferien zu ihrem leiblichen Vater nach Duisburg geschickt.
Kim weiß noch ganz genau, wie abgeschoben sie sich fühlte, zumal ihre Familie ohne sie in den Urlaub geflogen ist, und wie enttäuschend das erste Zusammentreffen mit ihrem leiblichen Vater auf dem Bahnhof war.
Vor zwei Jahren zog Adam Wegebauer wieder in sein Heimatdorf Talberg, nachdem er in München als Kommissar tätig war und nun als Dorfpolizist für Ruhe und Ordnung sorgen soll. Während eines schweren Unwetters wird er telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Wurzeln eines umgestürzten Baumes ein Skelett freigelegt haben. Die Zeit drängt, da der Hang komplett abzustürzen droht und das Skelett damit unter den Geröllmassen verschüttet würde. Immerhin gelingt es Adam, den Schädel zu bergen und er denkt im alten Schulhaus, das nunmehr sein Dienstzimmer beherbergt, über die weiteren Schritte nach. Da die Zufahrtstraßen wegen umgestürzter Bäume blockiert sind und vorerst keine Gerichtsmediziner aus Passau nach Talberg gelangen, schickt Adam über sein Handy Fotos an das Revier. Doch als ihn sein Vorgesetzter Ascher daraufhin anruft, bricht die Verbindung plötzlich ab.
Henry Silberbaum ist ein moderner Rabbiner, der Espresso sowie Kriminalromane liebt und mit Vorliebe Polohemden trägt. In seiner Jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main ist er mit dem Rennrad oder seinem roten Smart unterwegs. Neben der Betreuung der Gemeindemitglieder engagiert er sich für die Bewohner des Jüdischen Seniorenstifts und seine Schüler im Jüdischen Gemeindezentrum.
Melia Adan ist leitende Kriminalrätin für Gewaltverbrechen in Düsseldorf. Ihr Onkel Bashir bittet sie, sich um den Überfall auf Oscar Ravani, den Sohn seines Freundes, zu kümmern, woraufhin sie diesen im Krankenhaus besucht. Sofort fallen ihr an seiner Darstellung des Hergangs Ungereimtheiten auf und sie ist sicher, dass ihr der in London arbeitende Journalist nicht alles erzählt, zumal er in Rätseln spricht, wenn er sagt: „Diese Leute haben gewonnen.“ Melia hofft, Näheres bei einem Besuch in dem Lokal zu erfahren, in dem Oscar vor dem Überfall war.
Mitten in der Nacht fordert der Waldbauer Josef Steiner seine Schwiegertochter Elisabeth auf, ihm auf den Berg zu folgen. Auf dieser höchsten Erhebung über dem Dorf hat ihr Ehemann, Oberstudienrat Wilhelm Steiner, einen Turm errichten lassen, angeblich zu Vermessungszwecken. Doch die Dorfbewohner glaubten eher, er wolle seine Frau von dort hinunterstürzen. Obwohl der reichste Bauer Elisabeth die Erklärung für den nächtlichen Anstieg schuldig bleibt und es obendrein heftig regnet sowie stürmt, folgt sie ihm anstandslos. Am Turm treffen die beiden mit ihrem Vater Albert Wegebauer, seinem Hofknecht Florian Schmidinger sowie Johannes Steiner, ein mit nur einem Arm aus dem Krieg heimgekehrter Sohn des reichsten Bauern Josef Steiner zusammen. Wie sich herausstellt, hat der Knecht Schmidinger unterhalb des Turms die Leiche seines Erbauers, nämlich den Dorflehrer Wilhelm Steiner gefunden.
Als der erst zweiundzwanzigjährige Tommaso Mandelli im Jahr 1956 durch ein gebrochenes Gerüstbrett zu Tode kommt, ist das für die Familie ein herber Schicksalsschlag, zumal Tommaso die Baufirma seines Vaters Daniele im italienischen Cerano d’Intelvi übernehmen sollte. Der ebenfalls in dem Unternehmen als Maurer beschäftigte Michele Tunesi drängt trotz der durch den Tod seines Sohnes in Depressionen verfallene Daniele dazu, die Arbeiten fortzusetzen, da andernfalls neue Aufträge ausbleiben. Aurora, die neunzehnjährige Schwester des Verunglückten, teilt die Sorgen von Michele und fasst deshalb den Entschluss, in die Fußstapfen ihres Bruders Tommaso zu treten. Doch als ihre „Mamma und Nonna“ sie in Arbeitskleidung sehen, sind sie entsetzt und prophezeien der Tochter und Enkelin, als Frau niemals einen Bauauftrag zu erhalten.
Vor wenigen Wochen wurde Hannah Saunders von ihrem Ehemann Dan, mit dem sie über zwanzig Jahre in Bristol gelebt hat, wegen einer anderen Frau verlassen. Seitdem tröstet sie sich mit einigen Gläsern Rotwein. Über Facebook findet sie heraus, dass Dan sie wegen der jüngeren und wesentlich schlankeren Sophia verlassen hat. Während Hannah wieder einmal dem Alkohol zugesprochen hat, entdeckt sie zufällig auf einer Internetseite eine Anzeige über den „Great South West Marathon“, für den sie sich spontan anmeldet. Am nächsten Morgen ist sie darüber im nüchternen Zustand erschrocken und fragt sich, wie sie die Strecke über 42,195 Kilometer bewältigen soll.
Katja Hübner, die als Grafikerin in der Musikbranche unter anderem Udo Lindenberg betreut, begegnete im Mai 2017, nur wenige Meter von ihrem Zuhause im Hamburger Schanzenviertel, einem jungen Mann, der inmitten einer Hundewiese verwahrlost auf einer Bank lebte. Sie sprach Marc an und gab ihm auf seinen Wunsch hin jedes Mal, wenn sie an ihm vorbeiging, eine Zigarette. Mit der Zeit erfuhr Katja, dass Marc siebenundzwanzig Jahre alt war und von Essensresten aus der Mülltonne gelebt hat, bis sie dazu überging, ihm täglich Essen und Getränke zu bringen, was er stets einsilbig mit „Okay, danke, ciao!“ quittierte.