Ideale von Julia Friedrichs

Ideale
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In ihrem Buch Ideale macht sich Julia Friedrichs auf die Suche nach den Menschen, die für die 68er Ideale standen. Die zündende Idee dazu kommt ihr in einer Silvesternacht, als draußen die Raketen knallen. Sie blickt auf ihren schlafenden Sohn und zeichnet für ihn eine düstere Zukunft: Ölverseuchte Meere, Plastik im Übermaß, im Fernsehen billigster Schund. Doch wie so viele Menschen, die sich darum sorgen, unternimmt sie selbst auch nichts. Welche Antworten soll sie ihrem Kind einmal geben, wenn sie gefragt wird, warum sie tatenlos zugesehen hat, wie sich die Welt selbst zugrunde richtet? Sie erstellt eine erste Liste mit Dingen, die sie verändern will und stellt fest, dass jeder im Kleinen einen Anfang machen kann.

Für ihr Buch begibt sie sich also auf die Suche nach denen, die ihren Idealen treu geblieben sind. Enttäuschungen bleiben ihr nicht erspart, als sie Alice Schwarzer um ein Interview bittet. Von ihr bekommt sie ebenso keine Zusage wie von Joschka Fischer und Karl-Theodor zu Guttenberg. Allerdings führt ihr Weg zum Altkanzler Gerhard Schröder, mit dem sie über gesellschaftliche Veränderungen und den sozialen Aufstieg fachsimpelt. Doch seinen Überzeugungen ist er ebenso wenig treu geblieben wie Rezzo Schlauch, der zu Zeiten der Studentenunruhen voll hinter Rudi Dutschke stand.

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Die Methusalem-Strategie von Dr. Michael Nehls

Die Methusalem-Strategie
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Dr. Michael Nehls wagt in seinem Buch Die Methusalem-Strategie zu behaupten, dass wir nicht nur 70 oder 80 Jahre alt werden sollten, sondern bei bester Gesundheit auch 120 Jahre werden könnten. Schon in seiner Einführung provoziert er mit der Aussage, dass es für die vielen neuen Therapien eigentlich keine Patienten geben dürfte. Zum Verständnis holt er weit aus und geht zurück zu der Zeit, als der Mensch noch Jäger und Sammler war. Die natürliche Selektion erklärt er am Beispiel der mittelalterlich grassierenden Pest und heutiger AIDS-Erkrankungen. Der Autor wirft die Frage auf, ob wir dank Antibiotika und guter Akutmedizin nur älter werden, um länger krank zu sein. Die Bestätigung sieht er in den vielen chronisch Kranken.

Dr. Michael Nehls versucht Antworten auf die Fragen zu geben, was Leben bedeutet und wie es entstanden ist. Er führt den Leser in die Welt der Evolution und Gene, wo es immer wieder zu spontanen Kopierfehlern, den Mutationen kommt. Und weiter leitet er zu den Viren und der DNS, dem Bauplan des Lebens. Philosophie kommt bei der Frage ins Spiel, was Gedanken ausmacht, was Ideen sind und was Ideologien. Was wir als Wirklichkeit verstehen, ist nur subjektiv wahrgenommene Realität und so entführt er den Leser ins Reich der Illusionen.

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Glück kommt von Denken von Heidemarie Bennent-Vahle

Glück kommt von Denken
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Schon von jeher haben Philosophen erkannt, wie maßgeblich vor allem ein menschliches Miteinander für das Lebensglück ist. In ihrem allgemeinverständlichen Buch Glück kommt von Denken schreibt Heidemarie Bennent-Vahle über die Bedeutung philosophischer Reflexionen. Mit ihren Ausführungen versucht sie auch den philosophisch unerfahrenen Leser mit einer Reihe philosophischer Gedanken in Berührung zu bringen.

Dazu lenkt die Autorin den Blick zunächst auf die wichtigen Lebensthemen wie Liebe, Erziehung und Alter, um die Grundprobleme der modernen Gesellschaft aufzuzeigen. Bei einer zweckrationalen und zielfixierten Lebenshaltung nimmt die Überforderung durch die Arbeitswelt und der Verlust gesellschaftlicher Solidarität überhand. Durch Sucht nach Bestätigung und Anerkennung findet keine Selbstreflexion mehr statt, denn es kommt allein auf das Werturteil der Mitmenschen an. Höchste Zeit sich zu besinnen, wobei das philosophische Nachdenken hilfreich sein kann. Dazu ist Alleinsein erforderlich und Fremdbestimmung auszuschalten, denn jeder muss selbst der Urheber seiner Gedanken sein. Es gibt kein Rezept, um sich glücklich zu fühlen, obwohl viele Ratgeber etwas anderes glaubhaft machen wollen, schreibt Heidemarie Bennent-Vahle. So drängt sich die Erkenntnis auf, dass Lebensglück mit dem wechselvollen Prozess der Selbstverwirklichung verbunden ist.

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Jahre des Donners von Hannsdieter Loy

Jahre des Donners
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In dem Buch Jahre des Donners – Mein Leben mit dem Starfighter hat Hannsdieter Loy seine eigenen Erfahrungen und die seiner Fliegerkameraden mit dem Kampfflugzeug niedergeschrieben. Die vielen Abstürze mit der F-104G, die liebevoll nur Hundertvier genannt wurde, führt er u.a. darauf zurück, dass die Maschinen immer ungeschützt im Freien standen und die Feuchtigkeit so die empfindliche Elektronik angreifen konnte. Allein 1965 gab es 26 Abstürze, die 17 Piloten das Leben gekostet hat. Der Autor selbst hat so vierzig seiner Kameraden zu Grabe getragen. Erst mit dem Bau von Sheltern (Flugzeuggaragen) sank die Unfallrate. An dem herrschenden Mangel von geeignetem Fachpersonal und dem stagnierenden Erfahrungsstand der Piloten änderte das freilich nichts. Der sich daraus ergebende Teufelskreis wäre nach Meinung des Autors mit jedem anderen Flugzeugtyp auch entstanden.

Der Starfighter konnte in weniger als fünf Minuten aus dem Stand auf mehr als die doppelte Schallgeschwindigkeit beschleunigen. Für einen Piloten war er damit in der Startphase schneller, als sein eigenes Gehirn denken konnte. Trotz der Gefahren hätten alle Piloten die Hundertvier gerne geflogen. Der Autor erinnert sich neben vielen anderen bewegenden Schicksalen auch an den letzten Flug eines Freundes, der in ein sehr heftiges Gewitter gekommen ist. Ein unglaubliches Zusammentreffen von Zufällen hat zum Absturz geführt.

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Der Reaktor von Elisabeth Filhol

Der Reaktor
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Der bei einer Zeitarbeitsfirma angestellte Yann hängt in Elisabeth Filhols Roman Der Reaktor seinen Erinnerungen nach. Er denkt an seinen Freund Loïc, mit dem er sechs Jahre zusammen gearbeitet hat. Immer zu wechselnden Arbeitseinsätzen in Frankreich, immer mit der Angst im Nacken, immer von quälenden Träumen verfolgt: Werde ich zu denen gehören, die die gesetzlich erlaubte Höchstgrenze von 20 Millisievert erreichen? Bekomme ich die Dosis schon bei einem einzigen gefährlichen Einsatz ab, oder hoffentlich erst nach und nach? Eigentlich muss es mich ja gar nicht treffen, es sind ja nur statistische Berechnungen…

Yann teilt sich heute für einen 3-wöchigen Arbeitseinsatz mit Jean-Yves einen Wohnwagen. Yann selbst hatte Pech und es kam bei einem Einsatz in Chinon, der nur sechs Minuten dauern sollte, zu einem Störfall. Während einer Reinigung eines Dampferzeugers entdeckte er am Boden des Wasserkastens ein Teil, das später als Sicherheitsscheibe einer Mutter identifiziert wird. Seine Handlungen sind zur Routine geworden, er überlegt nicht mehr. Und so bückte sich Yann und griff nach dem Teil. Am Abend saß er bei einem Bierchen und merkte, wie ihm die Beine versagten. Nun sitzt er einem Arzt gegenüber, der nicht einmal in der Lage ist, die exakte abbekommene Strahlendosis zu bestimmen. In einem Simulator soll der Störfall nachgestellt werden.

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Papa ante Palma von Stefan Keller

Papa ante Palma
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In dem Buch Papa ante Palma von Stefan Keller dreht sich alles um die Liebe eines Deutschen zu seiner spanischen Frau und ihren gemeinsamen Kindern sowie um das Auswandern auf das Inselparadies Mallorca fernab, des partybekannten Ballermanns. Stefan, der als Protagonist seiner Selbstdarstellung im Buch ausschließlich Steve genannt wird, beschreibt allerdings in diesem Bestseller-Werk nicht nur seine beginnende Liebe zu Mallorca und jene zu seiner Familie, sondern auch die Liebe zur Musik.

Papa ante Palma ist ein humoristisches Literaturwerk, das sowohl als Komödie, als auch als Ratgeber herhalten kann. Mit viel Liebe zum Detail werden Lebenssituationen auf Mallorca wiedergegeben, wie der gemeinsame Ausflug zum Strand mit den teilweise wirklich nervenden Kindern, Vorstellungsgespräche für einen Sekretärsjob sowie Begegnungen, die Steve sowohl mit Touristen als auch mit den liebenswürdigen Einheimischen der größten Baleareninsel hat. Doch auch Deutschland spielt in diesem Sachbuch eine große Rolle. Allen voran die einfachen Familien aus Pforzheim und Umgebung, die Keller unerklärlicherweise an den Pranger stellt sowie das mit etwas weniger Leichtigkeit behaftete Leben, das auf die deutsche Mentalität zurückzuführen ist, spielen hierbei eine große Rolle.

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Der Nachsommer von Adalbert Stifter

Der Nachsommer
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Die Wanderschaft eines jungen Mannes steht im Mittelpunkt des großen literarischen Werkes Der Nachsommer von Adalbert Stifter. Der 18-jährige Heinrich Drendorf lebt mit seiner zwei Jahre jüngeren Schwester und seinen Eltern in begüterten Verhältnissen und wird von Hauslehrern unterrichtet. Nachdem er einen Teil aus seiner Erbschaft erhalten hat, begibt er sich auf seine erste Wanderschaft, die ihn später mit Steigeisen und Stricken bis an die Gletscher führen wird. Er entdeckt seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften, betreibt Pflanzen- und Mineralkunde und übt sich im Zeichnen. Unterwegs führt ihn ein herannahendes Gewitter auf den Asperhof, der wegen seiner Rosenvielfalt auch Rosenhof genannt wird. Heinrich bittet um Einlass und ist von der augenblicklichen Gastfreundschaft hoch erfreut. In den zwei Tagen seines Aufenthaltes führt er lange, zum Teil philosophische Gespräche mit dem Hausherrn Freiherr von Risach. Er freundet sich mit dessen Ziehsohn Gustav an. Mit dem Versprechen, im nächsten Sommer wiederzukommen, verabschieden sie sich.

Den Winter verbringt Heinrich im Elternhaus, besucht Freunde und das Theater in Wien. Während einer Vorstellung des „König Lear“ fällt ihm ein junges Mädchen auf, dessen Angesicht er nicht mehr vergessen kann. Als er im darauf folgenden Jahr wieder auf den Asperhof kommt, lernt er Mathilde, die Mutter von Gustav kennen. Sie ist ebenfalls mit ihrer Tochter Natalie zu Besuch gekommen.

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Lebensbilder von Will Eisner

Lebensbilder
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Lebensbilder lautet der Titel von Will Eisners Werke-Zusammenführung. Diese umfasst drei verschiedene Bildbände aus Eisners sehr bekannter Bibliothek – und jeder Einzelne von ihnen behandelt einen speziellen Abschnitt im sehr bewegten Leben des Zeichners. Als wahrhaftige grafische Novelle wird der Band genannt. Und das ist er auch auf ganzer Linie. Denn wie immer erzählen Eisners Zeichnungen ohne große Worte ganze Geschichten.

Dieser Band umfasst die in den 90er in den Staaten erschienenen Bände „Zum Herzen des Sturms“, „Der Träumer“ und „Sunshine City“. Zum Teil erschienen diese in Bruchstücken bereits in erschienenen Bänden, allerdings sind auch Geschichten dabei, die bei diesen in der Vergangenheit aus Platzgründen herausgestrichen wurde. In Lebensbilder finden sich insgesamt zwei Geschichten, die bisher noch nicht in Deutschland erschienen sind.

Dennoch sind es wieder einmal mehr als nur Bilder, die sich in Eisners Lebensbilder finden. Es werden die Hintergründe zu allen Zeichnungen sehr genau und detailliert beschrieben und können daher sehr anschaulich nachvollzogen werden. Das macht sich wie immer am Lesegefühl bemerkbar. Eisners Graphic Novels sind weitaus mehr als nur ein schlichtes Comic und zeigen Facetten auf, wie sie heute in keinem namhaften Comic mehr fehlen dürfen. Dabei verarbeitet der Zeichner allerdings, wie man von ihm gewohnt ist, nur komplett autobiografische Ereignisse. Von Eisners schwerer jüdischen Vergangenheit bis hin zu seinem Leben als zufriedener Rentner in Florida. Wer futuristische Abenteuergeschichten erwartet, ist hier also falsch.

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Helenenplatz von Simona Ryser

Helenenplatz
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Helenenplatz, der zweite Roman der Schweizerin Simona Ryser, ist ein modernes Märchen von Menschen, die in der nüchternen Zeit der virtuellen Partnerbörsen auf der Suche nach dem Leben und der großen Liebe sind. Die Autorin verarbeitet auch in diesem Roman Themen, die schon in ihrem ersten Werk Maries Gespenster eine große Rolle spielten.

Die Protagonisten des Romans sind drei Stadtmenschen, die scheinbar ziellos durch die Großstadt streifen, immer auf der Suche nach dem einen Date, das die ganz große Liebe verspricht. Da ist Hanna, die unter dem Burn-out Syndrom leidende Treuhänderin, die der Trostlosigkeit ihres Daseins durch das Klauen von Kleidung und Schminke in Kaufhäusern zu entfliehen versucht. Auf der Suche nach einem Mann bedient sie sich der virtuellen Partnerbörse. Doch jedes Date, das sie online verabredet, verlässt sie fluchtartig, sobald der unbekannte Dating-Partner am Treffpunkt auftaucht. Da ist Sabine, ihre Assistentin, die zunehmend Hannas Aufgaben übernimmt und ihr neue Dates vermittelt, und die selbst davon träumt, der großen Liebe zu begegnen. Und dann ist da Georg, der Gamedesigner, der sich eine Auszeit genommen hat und bei seiner Suche nach einer neuen Partnerschaft auf Hanna trifft. Doch letztendlich finden durch die Vermittlung von Hanna Sabine und Georg zusammen.

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Interview mit Autorin Christine Fehér

Christine Fehér
Foto © Giebel Berlin
Christine Fehér ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur evangelischen Religionslehrerin am Pädagogisch-Theologischen Institut in Berlin und unterrichtet seit 1984 evangelische Religion an verschiedenen Berliner Schulen. 2001 erschien ihr erstes Kinderbuch Komm mit zum Ballett. Seitdem hat sie sich mit Büchern wie Dann bin ich eben weg einen Namen als Autorin authentischer Themenbücher gemacht. Sie lebt heute mit ihrer Familie am nördlichen Stadtrand von Berlin.

Frau Fehér, Sie schreiben schon seit vielen Jahren Kinder- und Jugendbücher. Ihrer sehr umfangreichen und gut gegliederten Homepage kann ich entnehmen, dass Sie in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet haben. Sie interessieren sich auch heute noch sehr für die Themengebiete rund um die Psychiatrie, was der Glaubwürdigkeit Ihrer Bücher natürlich zugute kommt.

Wenn ich Sie nun frage, ob ihren Protagonisten authentische Personen zugrunde liegen, dann haben Sie die Frage im Falle Ihres Buches Dann bin ich eben weg insofern schon beantwortet, als dass Sie selbst einmal fast an der Magersucht erkrankten. Haben Sie sich bei den anderen geschilderten Fällen auch inspirieren lassen? Oder hat Ihnen für ein neues Buch die Theorie gereicht? Denn Sie schreiben, dass Sie viel Fachliteratur lesen.

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