Das Kinderbuch Wenn du weinst wie ein Wasserfall* zeigt zunächst einen traurig dreinschauenden rosa Wurm, dem darauf die Tränen regelrecht aus den Augen schießen. Der Erzähler der Geschichte mahnt, dass bald alles überschwemmt sein wird und der Wurm ertrinken könnte. So wird dem Wurm empfohlen, einen Rettungsring oder ein aufblasbares Krokodil zu benutzen, auf das er sich legen kann. Tatsächlich fühlt er sich darauf schon besser, doch nach der Feststellung, dass Weinen nichts bringt, bricht er erneut in Tränen aus.
Wenn schon geweint wird, so die Meinung des Erzählers, dann sollte es als Wasserfall erfolgen, der die Tauben glücklich macht. Mit Tränen ließen sich kleine und große Feuer löschen. Sie eignen sich zum Pasta kochen ohne Hinzugabe von Salz, wenn die Tränen zuvor in einem Kochtopf aufgefangen werden oder eignen sich als Putzmittel für einen glänzenden Boden.
Adam, Nele und ein weiteres Mädchen machen sich darüber lustig, dass Erwachsene ganz Große Schisser, Schlotterbacken, Angstbeutel und Hosenscheißer sind. Beispielsweise ist Onkel Baran zwar riesengroß, aber wenn er zum Zahnarzt soll, „pinkelt“ er sich fast in die Hose. Neles Tante fürchtet sich vor Freitagen, Kaffeetassen und schwarzen Katzen, worauf sie mit lautem Herzklopfen reagiert. Den Kindern ist klar, dass ihre Eltern schon völlig grundlos um sie bangen, wenn sie nur auf Bäume klettern. Aber ihre Eltern bilden da keine Ausnahme: Ihr Nachbar brüllt schon, wenn er im Hof eine Maus sieht! Und vor dieser niedlichen Maus bringen sich plötzlich alle Erwachsenen in Sicherheit, als könnten die Mäuse sie fressen.
Bart Moeyaert beginnt sein Kinderbuch
Die Eltern von Boris und Celeste sind bei ihren Nachbarn zum Geburtstag eingeladen und lassen ihre Kinder zum ersten Mal ganz alleine zu Hause. Boris soll als der Ältere für das Abendbrot sorgen, seine Schwester zu Bett bringen und ihr dort noch eine Gutenachtgeschichte vorlesen. Doch anstelle des bereitgestellten Vollkornbrotes, der Paprika und des Salates gibt es für die Geschwister Kartoffelchips und Kekse zum Abendbrot. Und obwohl es von den Eltern hieß, dass sie keinen Film mehr anschauen dürfen, sieht Boris sich einen Gruselfilm an und schickt Celeste währenddessen ins Bad zum Zähneputzen.
Der zehnjährige Frankie sitzt mit seiner vier Jahre älteren Schwester Delia in Berlin in einer Eisdiele. Sie reden über ihre Eltern, denn der Vater ist schon seit drei Monaten bei seiner neuen Liebe Natalie. Nachts hören sie beide, wie ihre Mutter weint. Aus Kummer isst sie viel und hat schon zwanzig Kilogramm zugenommen. Obwohl Frankie die Lösung in einem Gespräch mit seinem Vater sieht, ist Delia davon überzeugt, dass ihm der Vater nicht zuhören wird. Und das ist ihrer Meinung nach so sicher, wie es niemand schafft, vier Erdbeershakes hintereinander zu trinken. Doch da kennt sie ihren Bruder schlecht, der ihr genau das beweist. Nach dem letzten Shake sucht Frankie die Toilette auf, während Delia vergeblich auf seine Rückkehr wartet. Hat er sich schon wieder unsichtbar gemacht, so, wie er ihr das vor zwei Jahren schon einmal bewiesen hat?
Irina ist mit ihrer Mutter Larissa wegen des Krieges aus Russland nach Deutschland gekommen. Während das Mädchen, das die dritte Klasse einer Grundschule besucht, inzwischen Deutsch gelernt hat, spricht die Mutter nur Russisch. Nach den Sommerferien empfängt die Schuldirektorin Frau Grützkow die Kinder anstelle der Klassenlehrerin Frau Meister. Sie erklärt den erstaunten Schülern, dass Matilda, ein im letzten Schuljahr gebauter Stegosaurus über die Ferien verschwunden ist und Frau Meister deshalb zur Polizei ging. Es dauert nicht lange, da kommt sie mit zwei Polizisten zwecks Spurensicherung zurück. Sie entdecken: ein graues Stummelhaar, die Tüte von einem „Twickers“, einen halben „Radierflums“ und einen blauen Wollfussel.
Eines Morgens wird das Eichhörnchen Lou vom Specht Rosali durch Trommeln geweckt. Lou denkt noch gar nicht ans Aufstehen, denn in seinem herrlich warmen Bett hat er von einem Land mit paradiesischen Süßigkeitenbergen geträumt. Seine Freundin Rosali gibt zu bedenken, dass Süßes schlecht für die Zähne ist, doch Lou lässt das nicht gelten. Während Rosali arbeitet, ist Lou lieber faul und hat keine Lust, immerzu Nüsse zu sammeln. Viel lieber will er auf Entdeckungsreise gehen. Mit einem Bündel Nüsse und seinem Lieblingskissen macht sich Lou auf den Weg, während Rosali, die ihn nicht begleiten will, verspricht auf ihn zu warten.
Für Patti steht Sportunterricht auf dem Plan. Ihre Lehrerin Frau Schönbügel erlaubt den Kindern, eine Stange hinaufzuklettern. Peter und Maira sind bereits bei dem Versuch gescheitert. Als Patti auch beim dritten Versuch keinen Halt an der Stange findet, packt sie die Wut: „Warum geht das nicht?“ Sie stapft auf den Boden: „Ich hasse das! Ich will das jetzt können!“ Als sie wegen ihrer Wut von ihren Mitschülern ausgelacht wird, ist Patti enttäuscht und hockt sich weinend in eine Ecke. Sie ist böse auf die Stange und ihre Lehrerin, doch noch böser auf sich selbst, weil sie offensichtlich zu schwach ist. In diesem Moment hasst sie die Sportstunde und ebenso die ganze Welt, während die anderen unterdessen zumindest weiter probieren, die Stange hinaufzuklettern.
Bei dem Sachbuch
Adrian spielt Cello und sein größter Wunsch ist es, Musiker zu werden und in einem berühmten Orchester zu spielen. Auf dem Weg zur Musikschule kommt er am Ballettsaal vorbei und schaut dort gerne beim Tanzen zu. Eines Tages macht sich ein Mädchen aus der Ballettklasse über ihn lustig bei der Vorstellung, er könne als Junge in einem Tutu tanzen, woraufhin Adrian nur stotternd antworten konnte. Sofort hat sie sich mit einer Pirouette entschuldigt. Sie hätte nur einen Witz gemacht, doch Adrian bringt darauf keinen Ton mehr heraus.