So riecht Glück von David Cirici

So riecht GlückDer Hund Locke erinnert sich an ein glückliches Leben vor dem Krieg. Bei den Eltern von Janinka und Mirek hatte er es warm, bekam täglich zwei volle Näpfe Futter und lag auf einer Decke im Körbchen. Doch dann weiß er nur noch, wie die Geschwister geschrien haben, ein Blitz aufleuchtete und nichts mehr wie zuvor war. Erst als Männer die Trümmer des Hauses mit einem verbogenen Fahrrad von Mirek und einem Wollpullover von Janinka wegräumen, versteht er, dass er sein Zuhause verloren hat.

Längst hat Locke Flöhe und Zecken, die er gar nicht mag, und Hunger. Die Märkte, auf denen früher Fressbares zu finden war, haben geschlossen. Vor den Geschäften schreien die Leute „weg da, dreckiger Köter“ und werfen mit Steinen nach ihm. Doch in einem unbeobachteten Augenblick kann er eine Kalbshälfte ergattern und lädt die anderen Hunde Stinker, Schiene, Stromer, Minza und Feuerspucker zu einem Festmahl ein.

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Josch, der Froschkönig von Petra Piuk und Gemma Palacio

Ein Nicht-Märchen

Josch, der FroschkönigDas Nicht-Märchen Kinderbuch Josch, der Froschkönig* beginnt nicht mit „Es war einmal…“, sondern mit „Es ist…“, wobei Jessica die Tochter von Karl König ist. Anstelle eines Schlosses wohnt sie mit ihren Eltern und den Geschwistern Jana und Jonas in einer Zweizimmerwohnung, spielt natürlich nicht mit einer goldenen Kugel, sondern lieber mit dem Fußball, der Schlossplatz wird durch eine Wiese ersetzt und der Brunnen durch einen Teich. Nicht zu fassen: Aber Jana und Jonas glauben tatsächlich daran, dass sich ihr Plastikfrosch aus dem Kaugummiautomaten eines Tages „in den süßen Typen von der 3B verwandelt“!

Nachdem mit Jessica niemand Fußball spielen will, geht sie alleine in den Park. Sie traut sich nicht, die anderen Kinder zu fragen, ob sie mitspielen darf. Einsam sitzt sie so an dem Matschloch, einem früheren Teich, und wirft den Ball in die Höhe, fängt ihn wieder auf… bis ihr Ball in der Matsche landet.

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Peggy Diggledey – Kein Problem, Herr Kapitän! von Wolfram Eicke

Peggy Diggledey - Kein Problem, Herr Kapitän!Peggy Diggledey ist die Heldin in dem Kinderbuch Peggy Diggledey – Kein Problem, Herr Kapitän!* von Wolfram Eicke. Wegen der englischen Vorfahren der Familie wird der Name wie Diggel-Die ausgesprochen. Mit ihren Eltern, dem Hund Klabauter und Papagei Pelle lebt sie auf einer Insel. Eines Tages vermieten die Eltern eines ihrer Gästezimmer an Adem Bursa, der auf der Insel eine Fischfabrik bauen möchte. Peggy lernt seinen Sohn Cengis kennen, der viel lieber Filme anschaut und der Meinung ist, dass auf der Insel nichts los, „tote Hose“ ist. Doch Peggy sieht das ganz anders und erlebt lieber selbst etwas.

Immerhin kann sie Cengis für den Bau einer Seifenkiste begeistern. Bei einer abschüssigen Fahrt kommt es allerdings zu einem kleinen Unfall, der für Peggy einen defekten Zahn und einen Besuch beim Zahnarzt zur Folge hat.

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Das Gänsespiel von Anne-Ruth Wertheim

Meine Kinderjahre im Internierungslager auf Java!

Das GänsespielAnne-Ruth Wertheim kam im Jahr 1934 als Kind niederländischer Eltern in der niederländischen Kolonie Jakarta zur Welt. Im Jahr 1942 erklärten die Japaner den Niederländern den Krieg, die Bevölkerung wurde in Internierungslager gesperrt. So erging es auch der Autorin Anne-Ruth Wertheim mit ihren Eltern und den Geschwistern Marijke und Hugo. Der Mutter gelang es, Papier und Stifte ins Lager zu schmuggeln, so dass die Kinder alle Ereignisse zeichnerisch festhalten konnten. Seit ihrer Freilassung, so schreibt Anne-Ruth Wertheim in ihrem Vorwort, haben die Aufzeichnungen, die ihr als Erinnerung für das Kinderbuch Das Gänsespiel* gedient haben, im Koffer auf einem Kleiderschrank gelegen:

Die Familie bewohnte ein schönes Haus in Java, unweit eines Ententeichs. Weil die Gänse den Enten das Brot wegschnappten, haben sie die Gänse verscheucht. Das Gänsespiel haben sie später im Lager auf einer von der Mutter notdürftig errichteten Vorlage gespielt.

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Der Riss in unserem Leben von Barry Jonsberg

Der Riss in unserem LebenIn einer nahen Zukunft leidet die Welt unter den Folgen des Klimawandels, und während der größte Teil der Menschheit in Armut lebt, gibt es eine kleine Gruppe von Privilegierten, die ihren Wohlstand genießen können. Diejenigen, die für die Wohlhabenden arbeiten, können ihren Lebensunterhalt bestreiten und hoffen auf eine bessere Zukunft. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist Selbstversorger, der Tauschhandel betreibt um zu überleben, denn für Geld können sie nichts kaufen. Für sie gibt es keine medizinische Versorgung und viele sterben nur, weil sie nicht die notwendigen Medikamente bekommen können.

Die Zwillinge Amanda und Aiden sind die Kinder einer der bedeutendsten Wissenschaftlerin und es fehlt ihnen an nichts. Aiden sieht es als seine Aufgabe, seine Schwester zu beschützen. Doch während eines Schulcamps verunglückt Amanda mit einem Kajak, und Aiden versucht sie zu retten.

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Lesen ist doof – Ein Kinderbuch, das mit Vorurteilen spielt

Warum ein provokanter Titel zum Lesen motivieren kann

Buchcover des Kinderbuchs: Lesen ist doof

Lesestatistik und Leseförderung

Laut einer Statistik gaben über die Hälfte der befragten Kinder im Jahr 2020 an, mindestens einmal pro Woche ein gedrucktes Buch zu lesen. Zwei Jahre später erklärten rund 32 % der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren, täglich oder mehrmals pro Woche zu lesen. Genau hier setzt das Kinderbuch Lesen ist doof* von Nils Freytag und Silke Schlichtmann an – mit einem Titel, der auf den ersten Blick abschreckt, aber genau dadurch Neugier weckt.

Ein Cover, das zum Nachdenken anregt

Das Cover zeigt eine Szene im Bus oder Zug: Alle Mitreisenden starren auf ihre Handys – nur ein Kind liest ein Buch. Die anderen schauen irritiert. Der Widerspruch ist offensichtlich: Lesen gilt als „komisch“, während ständiger Handygebrauch als normal erscheint. Genau diesen gesellschaftlichen Reflex hinterfragt das Buch auf clevere Weise.

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Olivias rätselhafte Fälle – Die Sache mit dem Wetter von Lucy Hawking

Olivias rätselhafte Fälle - Die Sache mit dem WetterDie neunjährige Prinzessin Olivia fühlt sich einsam im Königreich von Alez. Sie wächst ohne andere Kinder auf und darf keine öffentliche Schule besuchen. Zu gerne würde sie einmal das Palastgelände verlassen, doch als eines Tages der Ministerpräsident Jeremy Pont und seine Stellvertreterin Gretchen Sparks ihre Eltern, König Tolemy und Paragona, aus dem Palast vertreiben, ist Olivia angesichts der heruntergekommenen, vor Schmutz trotzenden Außenwelt entsetzt. Immerhin haben ihr die ihr zugänglichen Bücher aus dem wohlbehüteten Palast ein wohlhabendes Königreich mit frischem Wasser und blauem Himmel vorgegaukelt. Zudem kann sie sich an Ausflüge mit ihrem Vater als Dreijährige auf einen Aussichtsturm erinnern, von dem sie auf leuchtende Frühlingsblätter und eine friedliche Landschaft blicken konnte.

Die einstige königliche Familie wohnt fortan in einer kleinen Wohnung. Olivia darf eine Schule besuchen, und als der Lehrer einen Vortrag von einem bald zu Neige gehenden Wasservorrat hält, ist das Interesse des wissbegierigen Mädchens geweckt.

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Das Rübchen – Ripka von Romana Romanyschyn und Andrij Lessiw

Das Rübchen – RipkaDer Inhalt des Kinderbuches Das Rübchen* von Romana Romanyschyn und Andrij Lessiw ist schnell erklärt: Sobald es Frühling wird, beginnt für Opa Andruschka die Gartenarbeit. In die vorbereitete Erde legt er ein Samenkorn, aus dem zu seiner großen Freude schon bald ein Rübenspross wächst. Damit dieser gut gedeiht, gießt ihn Opa Andruschka natürlich regelmäßig. Endlich wird es Zeit, das enorm gewachsene Rübchen aus der Erde zu ziehen. Doch so sehr sich Opa Andruschka auch anstrengt, es gelingt ihm nicht. Nacheinander holt er Oma Maruschka, Enkelin Minka, Minkas Hund Finka, Finkas beste Freundin, die Katze Warwarka, und sogar das Mäuschen Darka, um das sich die Katze Warwarka immer liebevoll kümmert, zur Hilfe.

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Lydia von Kätlin Kaldmaa und Jaan Rõõmus

LydiaDas Kinderbuch Lydia* beschreibt in kindgerechter Form den Lebensweg der in Vändra geborenen Frau, deren Lieder im heutigen Estland, damals noch Livland, von allen gerne gesungen werden: Am 12. Dezember 1843 heißen die frischgebackenen Eltern ihre Tochter Lydia Emilie Florentine willkommen. Als kleines Mädchen hört sie gerne auf dem Schoß ihrer Großmutter deren Geschichten und schon früh äußert sie den Wunsch, Dichterin zu werden. Später möchte sie wie ihr Vater Johann Jannsen, der als Lehrer arbeitet, mit der Feder ein Buch schreiben. Das über eine blühende Fantasie verfügende Mädchen ist wissbegierig und lässt sich von ihm den Sternenhimmel erklären.

Lydia entwickelt zunehmend eine Leidenschaft fürs Lesen und erzählt den Kindern an ihrem neuen Wohnort teils ausgedachte Geschichten. Mit vierzehn Jahren ist sie bereits die Assistentin ihres Vaters, der die erste Tageszeitung in estnischer Sprache gegründet hat.

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Ein Baum kommt selten allein – Mein Freundschaftsbuch von Elisabeth Etz und Nini Spagl

Ein Baum kommt selten allein - Mein FreundschaftsbuchDie Großeltern der heutigen Grundschüler kennen es noch: Das Poesiealbum, in das Freunde und Verwandte einen zumeist sich reimenden Spruch geschrieben haben und, sofern vorhanden, Glanzbildchen geklebt oder in Ermangelung solcher selbst etwas gemalt haben. Längst ist diese Form der Erinnerung durch Freundschaftsbücher mit vorgegebenen Angaben zu eigenen Wünschen oder Vorlieben abgelöst. Zu dem Freundschaftsbuch Ein Baum kommt selten allein* hat Elisabeth Etz die lobende Idee gehabt, Kindern frühzeitig zu vermitteln, wie wichtig ein lebendiger Planet mit Bäumen ist. So finden sich mit bunt gestalteten Illustrationen von Nini Spagl auf jeder der einundvierzig von einem Freund zu gestaltenden Doppelseiten neben dem Namen und Patz für ein Foto Angaben zum Berufswunsch, was man großartig findet oder nicht mag und was man „total gut“ kann, wobei ein freies Feld Raum für Inspiration lässt.

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