Jo Lendle zeichnet in seinem Roman Die Himmelsrichtungen* das Leben der am 2. Juli 1937 im Pazifik verschollenen Flugpionierin Amelia Earhart nach: In der Schule zieht sie sich zurück und ist lieber allein. Als sie die vom 1. Weltkrieg Verwundeten sieht, bricht sie das College ab und leistet freiwillig in einem Militärkrankenhaus Hilfe. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium nimmt sie bei der Pilotin Neta Snook Flugstunden. Um die Kosten zu stemmen, nimmt Amelia Jobs an. In kürzester Zeit erwirbt sie die Pilotenlizenz und verlobt sich mit Samuel Chapman, kurz Sam. 1928 ist sie zwar nur mit an Bord eines von Wilmer Stultz gesteuerten Flugzeugs bei dem ersten Nonstop-Flug über den Atlantik, aber immerhin die erste Frau bei der in Irland endenden Überquerung.
Im Mai 1932 startet Amelia mit einer Lockheed Vega, ausgestattet nur mit Kompass und Uhr für die Navigation, zum ersten Alleinflug einer Frau über den Atlantik. Mit der Präsidentengattin Eleanor Roosevelt hat die bereits auf einige Rekorde blickende Amelia eine glühende Bewunderin.
Während Friedhofsgärtner Konrad Leisegang mit dem erst zehn Jahre alten cleveren Martin, der ihm gerne zur Hand geht, auf dem Melatenfriedhof in Köln ein altes Grab abräumt, entdecken sie darunter einen Schädel sowie Oberschenkelknochen. Ein Metallkästchen mit einem halb zersetzten Dokument, das Konrad und Martin ebenfalls zutage fördern, gibt trotz schlechter Entzifferung Auskunft darüber, dass es sich um eine vor über einhundert Jahren verstorbene Person handelt, die reich und mächtig gewesen sein muss. Die forensische Untersuchung ergibt, dass die Person erschlagen worden ist und es kann nur vermutet werden, dass seinerzeit etwas vertuscht werden sollte.
Nach der Ausbildung zur Physiotherapeutin ist Monika von ihrem Zuhause in Darmstadt nach Butzbach gezogen. Vor drei Jahren lernte sie über ein Partnerschafts-Suchportal den dreizehn Jahre älteren Investmentbanker Sven kennen. Für ein erstes Treffen hat er ihr ein Restaurant in Frankfurt vorgeschlagen, allerdings ausgerechnet an einem Montag, an dem das Lokal laut Homepage Ruhetag haben soll. Da sie dennoch als die einzigen Gäste bewirtet wurden, hat er sie damit beeindruckt. Im Nachhinein ist sich Monika durchaus bewusst, zu spät bemerkt zu haben, dass sie in eine Falle getappt ist, aber sie fühlte sich doch so geschmeichelt! Sven erwies sich als überaus spendabel, gab ihr eine Zweitkreditkarte, von der sie ohne falsche Bescheidenheit Gebrauch machen sollte und riet ihr, den ohnehin zu schlecht bezahlten Job aufzugeben, zu ihm zu ziehen und stattdessen den Haushalt zu besorgen sowie ihn anstelle ihrer Kunden zu massieren. Zum Zeitvertreib sollte seine „Gazellenrakete“ lieber zum Friseur oder Yoga gehen und sich die Nägel machen lassen.
Der aus Cambridge stammenden Summer Blythe hat ihr Vater zum sechsundzwanzigsten Geburtstag eine Rundreise nach Südindien geschenkt. Dort trifft sie den schon seit Monaten durch Indien tingelnden Hobbyzeichner Kit Appleby, als er ihr in einem Lokal zur Hilfe eilt. Er kann kaum glauben, wie stark seine Gefühle für die junge Frau sind und ist noch mehr erstaunt darüber, dass sie nach nur einem gemeinsamen Essen einwilligt, mit ihm nach Varkale zu reisen, wo er die Tänzer bei einem Tanzfestival zeichnen soll. Bei der Ankunft stellen beide fest, dass es keine freien Zimmer mehr gibt und Summer, die ihrerseits von den starken Gefühlen für den jungen Mann übermannt wird, geht das Wagnis ein und teilt sich mit ihm die gebuchte Strandhütte. Dass sie primitiv ist und nicht einmal über ein überdachtes Bad mit Blick auf eine Kokospalme verfügt, stört Summer nicht im Geringsten und sie genießt stattdessen die Aussicht auf den traumhaften Strand.
Nach dem Tod seiner Ehefrau vor zehn Jahren führt Simon Brown die Bed and Breakfast Pension Castle Cottage im süd-west-englischen Dorset alleine mit seiner Tochter Anna. Als er inmitten der betriebsamen Hektik endlich dazu kommt, seine E-Mails durchzusehen, trifft ihn fast der Schlag: Raj, mit dem er sich fünf Jahre auf dem Internat ein Zimmer geteilt hat, ist plötzlich verstorben. In Erinnerung an die Vergangenheit stöbert er auf dem Dachboden in einer Kiste mit alten Schulsachen und stößt dabei auf ein Foto, das ihn mit Raj und Ian auf einer Radtour nach Bordeaux zeigt. Damals hatte er dort eine Brieffreundin namens Sylvie, die er unbedingt treffen wollte. Der einzige Ausweg schien die Eltern zu belügen und statt eines Schulausflugs mit seinen Freunden per Fahrrad nach Bordeaux zu fahren. Vor Ort war die Enttäuschung groß, da er Sylvie an der angegebenen Adresse nicht antraf, und zu allem Überfluss fiel der Schwindel auf und Simon wurde von der Schule verwiesen. Was seine einstigen Freunde anbelangt, hat er seit vierundvierzig Jahren nie etwas von ihnen gehört.
Nach einem abgebrochenen Studium in Berlin kehrt Selina Catalongo zu ihrer Familie nach Wuppertal zurück, wo ihr Vater Marcello die von seinem Vater Sergio gegründete Eisdiele Bella Italia weiterführt. Während einer Herrenrunde erleidet Sergio plötzlich einen tödlichen Herzinfarkt und stürzt zu Boden. Erst jetzt wird der Enkelin bewusst, dass sie zwar den italienischen Nachnamen ihres Großvaters trägt, doch die Sprache nicht versteht. Von ihm ist lediglich bekannt, dass er im Jahr 1956 aus einem Dorf am Fuß des Vesuvs stammt und ihre deutsche Großmutter Marianne geheiratet hat. Von seinem ältesten Freund Giancarlo erfährt Selina den Namen des Dorfes „Pietra Alta“, und auf Nachfrage nach ihren Vorfahren antwortet ihr Vater Marcello, dass die Familie ihres Großvaters umgekommen sei und er in einem Waisenhaus aufgewachsen ist.
Mit den zunehmenden Demonstrationen in Ostberlin beginnt der letzte Teil
In der Fortsetzung des Romans
Die beiden Hauptkommissare Waldemar Flottmann und Gustav Hilgersen werden zu einer Nobelvilla im Ortsteil Schobüll von Husum gerufen, wo Caroline Voigt Blutspuren samt einem zurückgelassenen Messer entdeckt hat. Wie sie bei der Befragung aussagt, wäre sie mit Alexander befreundet, dem Sohn des Hausherrn Wilhelm Küster, der sie jedoch am Abend zuvor nach einem Streit aus dem Haus geworfen hätte. In der Hoffnung auf Versöhnung wollte sie mit Alexander sprechen. Für die Kommissare ist Eile geboten, da unklar ist, ob das Opfer noch lebt und Hilfe benötigt. Wie die weiteren Ermittlungen ergeben, kann ihnen weder Wilhelm Küster, der geschäftlich unterwegs war, noch Erik, der in Kiel studierende Bruder von Alexander weiterhelfen. Einzig und allein eine sichergestellte SD-Karte der Überwachungskameras könnte Hinweise auf den Täter ergeben.
Die in London lebende Neurowissenschaftlerin Mara Lux forscht seit Jahren daran, dass unter posttraumatischen Belastungsstörungen und damit verbundenen Alpträumen leidende Menschen angstfrei einschlafen können. Sie selbst ist davon auch betroffen und hat Angst einzuschlafen. Eines Tages erhält sie von einem Notar aus Frankfurt eine E-Mail: Es handele sich um die Schenkung einer Immobilie. Doch bevor Mara ihn zurückrufen kann, muss sie noch zu einer Konferenz. In der Maske unterhält sie sich mit einem CEO, der ihr von digital erstellten Geistern berichtet, mit denen Verstorbene kommunizieren können. Mara, die schon seit ihrer Kindheit von Träumen verfolgt wird, die später Realität wurden, erzählt ihrer besten Freundin Roxane vom Selbstmord ihrer Nachbarin, die aus dem Fenster gesprungen ist. Mara hätte diesen Umstand in der Nacht davor quasi in einem Traum vorhergesehen, indem die Nachbarin fliegen konnte.