Seit sieben Monaten moderiert Fred Körner an zwei Tagen in der Woche die Sendung „Radio Hearts“. Seine Zuhörer erzählen ihm von ihrem Herzschmerz und dürfen für ihre Liebsten einen Musiktitel wählen, den er im Anschluss an das Telefonat auflegt. Doch die gewählten Titel sind zumeist romantische Klassiker und für diese „Megaschnulzen“, wie Fred sie nennt, hat er absolut nichts übrig. Vielmehr träumt er seit Jahren von einer Sendung mit Kulthits der 70er bis 90er Jahre. Seinem Chef Ewald bleibt nicht verborgen, wie lieblos Fred seinen Zuhörern am Mikrofon erscheinen muss und dass seine Kommentare nur wenig begeistert klingen. Als er das seinem Mitarbeiter unverständlich klar macht, bittet Fred um eine letzte Chance, die er allerdings verpatzt. Daraufhin verordnet ihm sein Chef einen sechswöchigen Urlaub, in dem er seinen Sinn für Romantik wiederfinden soll.
Seit fünfzehn Jahren ist Fred Stammkunde im Plattenladen von Manni. Doch als er den aufsucht, begegnet er Lena, die den Laden übernommen hat. Fred ist entsetzt, dass sie alle alten Platten von Manni einfach weggeräumt hat und wundert sich nicht über die ausbleibende Kundschaft. Da er genug Zeit hat und Lena offensichtlich keine Ahnung vom Musikgeschäft, bietet er ihr seine Hilfe an, zumal sie umwerfend aussieht.
In dem Roman
David liegt ohne Erinnerungsvermögen auf der Intensivstation. Um herauszufinden, wer er ist, startet er in einer Zeitung einen Aufruf. Da er keine Besuche empfangen darf, bitten die behandelnden Psychologen seinen ehemaligen Freund Jon, ihm einen Brief zu schreiben, der Aufschluss darüber geben soll, wer David ist. Außerdem schreiben ihm seine frühere Freundin Silje, die wie ihn und Jon ein gemeinsames Interesse an Kunst, Kultur sowie am Komponieren verband, und ebenfalls sein Stiefvater Arvid, der als Pfarrer gearbeitet hat und inzwischen im Krankenhaus dem Tod entgegensieht.
Ende der 1980er Jahre stellte die Ärztin Dr. Martha Welch die von ihr entwickelte Festhaltetherapie in einem Buch vor. Die tschechische Psychologin Irina Prekop hat die Therapie weiterentwickelt, die später an deutschen Volkshochschulen interessierten Müttern in Kursen vorgestellt wurde. Schon kleine Kinder werden dabei gegen ihren Willen und mit aller Kraft von der Mutter mit Gewalt festgehalten. Bis heute ist diese Therapie, die Gegner aufs Schärfste verurteilen, umstritten. Anja Jonuleit, selbst Mutter von vier Kindern, hat sich intensiv mit dieser Erziehungsform auseinandergesetzt und sie in ihrem Roman „Das Nachtfräuleinspiel“ thematisiert.
Theo ist in zweiter Ehe über vierzig Jahre mit Berta verheiratet. Sein Verhältnis zu seiner Tochter Frieda aus erster Ehe war spätestens ab dem Zeitpunkt belastet, als die Achtjährige von ihrem Vater wissen wollte, ob er als Soldat in Russland Verbrechen begangen hat. Frieda war erst zwölf Jahre alt, als ihre Mutter verstarb, und der Einzug von Berta in das Haus hat die Entfremdung von Theo zu Frieda noch vergrößert. Berta hatte ihr sogar ein Hausverbot erteilt, so dass sie ihren Vater allenfalls nur heimlich besuchen konnte. Seit mehr als zehn Jahren hat Frieda ihren Vater nicht mehr gesehen, als sie ihn im Spital besucht, nachdem er einen Unfall hatte. Von den Sprachlähmungen erholt sich der Sechsundneunzigjährige wieder. Doch dann erleidet Berta einen Herzinfarkt und muss ausgerechnet die verhasste Stieftochter bitten, sich um Theo zu kümmern. Nach Bertas Genesung bleibt den beiden alten Leuten keine andere Wahl und sie müssen die Hilfe der Pflegerin Ludmilla aus der Ukraine in Anspruch nehmen. Die Spannungen im Haus nehmen zu, die Stimmung wird zunehmend schlechter und sowohl Theo, als auch Berta reagieren immer gereizter.
Seit vier Monaten leben die einundsiebzigjährige Rosa, ihre Tochter Ellen sowie Enkelin Kim, der straffällig gewordene Konrad Schmitt und der ehemalige Major Hans Seefeld in der von ihnen besetzten Villa Zucker zusammen, die direkt hinter dem Rheindeich in Kaiserswerth liegt. Sie konnten nur knapp einer Zwangsräumung entgehen. Ihr Ziel ist, die Villa zu kaufen, weshalb sie sich mit dem Insolvenzverwalter Doppersen von der MultiLiving GmbH, die sie seinerzeit um ihr Geld betrogen hat, in Verbindung setzen. Doch das sind nicht ihre einzigen Sorgen, denn jeder einzelne hat mit eigenen Problemen zu kämpfen:
Schon seit einigen Jahren gibt es in deutschen Kliniken Grüne Damen. Sie werden so genannt, weil sie häufig einen grünen Kittel tragen oder zumindest ein grünes Tuch um den Hals. Es handelt sich dabei um ein Ehrenamt, zu dem sie sich aus sozialem Engagement oder auch aus christlicher Nächstenliebe berufen fühlen. Die Grünen Damen helfen bei der Essensausgabe, machen kleine Besorgungen und betätigen sich oftmals auch als Seelsorger. Eine von ihnen ist die Protagonistin in dem Roman „Grün ist die Liebe“ von Marlies Ferber.
Im Januar 2017 finden sich während eines Symposiums irgendwo in Deutschland vier Immobilienmakler an der Hotelbar zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Hans Burchard ist Anfang vierzig, intelligent und wortgewandt. Er ist zuverlässig und lernfähig, doch leidet er unter einer Schmutzphobie und hadert mit seinem Schicksal, das ihn in die Welt der Immobilien geführt hat, wo es viele schmutzige Dinge zu sehen gibt. Frank Hauser steht an der Klippe des Untergangs, zu viel Alkohol und zu viele Frauen. Obwohl seine Geschäfte gut laufen, versucht er ein Gefühl der Leere zu ertränken. Susanne Christ betreibt die Immobilienakquise mit Charme und weiblicher Überzeugungskraft, wobei gelegentlich ein Maklervertrag durch sexuelle Dienste zustande kommt. Den gut gekleideten, schwulen Ronaldo Roy quälen sexuelle Selbstzweifel. Er ist Mitte dreißig und wurde gerade von seinem Liebhaber verlassen, der einen wesentlich älteren Millionär kennengelernt hat.
Nach achtjähriger Tätigkeit als Kundenberater einer Bankfiliale erhält Niklas die Kündigung. Er entscheidet sich für die angebotene Abfindung und gönnt sich eine Auszeit in Andalusien. Eine Woche später trifft er in Estepona ein und zieht dort in die Wohngemeinschaft von Pedro und dem aus dem Senegal stammenden Khadim ein. Als Niklas von Pedro gefragt wird, warum er nach Andalusien gekommen ist, antwortet er, dass er auf der Suche nach Inspiration ist. Pedro rät ihm deshalb zu einem Besuch bei Señor Gonzalez. Niklas besucht den achtundsiebzig Jahre alten Bauern auf seiner Finca und erfährt, dass dieser nur bis zum achten Lebensjahr eine Schule besucht hat und bereits mit fünf Jahren beim Gemüseanbau mithelfen musste.
Es ist traurige Realität, dass Kriegsverbrecher nur zu oft ihrer gerechten Strafe entgehen konnten und diejenigen, die während des NS-Regimes an der Ermordung von Juden, politischen Häftlingen oder am Euthanasieprogramm beteiligt waren, konnten sich häufig der Verantwortung entziehen beziehungsweise wurden freigesprochen, und sie haben oftmals sogar nach dem Krieg weiter gearbeitet, wenn ihnen nicht auf der sogenannten Rattenlinie zuvor die Flucht nach Übersee geglückt ist. Um all die unschuldigen Opfer, um „Die Vergessenen“, die diese Mörder auf dem Gewissen haben, geht es in dem Roman von Ellen Sandberg.