Welt unter Sechs von Beile Ratut

Welt unter SechsIn drei Erzählungen setzt sich Beile Ratut in ihrem Buch „Welt unter Sechs“ mit dem Handeln und dem Charakter von Männern auseinander, die sich selbst im Leben erst sehr spät erkennen und zu sich selbst finden. So fragt sich der Priester Mattei in „Das Schandmal“ immer wieder, wer und was er ist. Fast zwölf Jahre ist er mit Malessa verheiratet, doch sie reden kaum mehr, haben keine Gemeinsamkeiten und leben in verschiedenen Welten. Ihr Rückzugsort ist der Garten, er sucht seinen Frust im Schreiben von Büchern zu verarbeiten. Mattei genießt es, seine Frau zu demütigen, die dazu schweigt und ihm intellektuell nicht gewachsen scheint.

In der Erzählung „Heilige Nacht“ ist der angesehene Wissenschaftler Heinrich darüber erstaunt, dass er über seinen Sohn Sebastian kaum etwas weiß, nachdem dieser eines Tages im Wald verschwunden ist. Während die Polizei nach Spuren sucht und weitere Fragen stellt, denkt Heinrich viel an seinen Vater und erkennt mit Erschrecken, dass er ihm in vielerlei Hinsicht ähnlich ist. Sebastian war nie der Sohn, den sich Heinrich gewünscht hat. Aber eine Schuld, die er sich nur schwer eingesteht, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen und ihn schließlich die Suche aufnehmen.

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Der sanfte Weg der Poesie von Mohsen Charifi

Vom Gefühl zur Heilung!

Der sanfte Weg der PoesieJeder Mensch, der eine enttäuschte Liebe oder gescheiterte Beziehung hinter sich hat, weiß um den damit verbundenen Schmerz. Mohsen Charifi zeigt mit seinem Buch „Der sanfte Weg der Poesie“ einen Weg auf, der über das Gefühl der Poesie eine Heilung erzielen soll, wobei er zum einen aus seiner langjährigen Erfahrung als Paarberater, aber auch aus eigener, vor fast zwanzig Jahren gemachter schmerzvoller Erfahrung schöpfen kann. Im ersten Teil „Poesie als Therapeutikum“ macht er deutlich, dass eine Liebesbeziehung zwar einmalig, aber auch veränderlich ist, was zu Beginn jedoch kaum jemand wahrhaben will. Unsere Wahrnehmungen, so führt er weiter aus, sind kein Abbild der Realität, sondern subjektiv durch unsere Gefühle gefärbt. Die Rolle, die unser Unterbewusstsein dabei spielt, darf nicht unterschätzt werden.

Um zu erklären, wie er die Poesie als Bindeglied zwischen Schmerz und Heilung versteht, gebraucht der Autor Metaphern wie bunte Blumen für Freude oder stachlige Hecken für Zorn. Die Poesie kennt nicht wie unsere Sprache eine Gesetzmäßigkeit, denn wenn es heißt „ich friere Einsamkeit“, dann kann das nur poetisch verstanden werden, da isoliert betrachtet Einsamkeit lediglich ein Gefühl und frieren ein Körpersignal ist.

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Günner Mambrallek: Gezz kucksse! von Volker Kosznitzki

Günner Mambrallek: Gezz kucksse!Günner Mambrallek ist ein Genießer: Nach Feierabend trinkt er gerne ein Pils und raucht dazu eine Zigarette. Sport treibt er bewusst nicht, fährt aber gerne und viel mit dem Rad. Er liebt die Musik der Beatles und Stones und hält sich vom Vereinsleben lieber fern, wobei der Kegelverein eine Ausnahme bildet. Bei einem Ausflug mit seinen Kegelbrüdern sieht er sich plötzlich am Flughafen einer Kalaschnikow gegenüber, und in einem Traum haut er Dieter Bohlen in der Castingshow um. Die Rauchverbote in der Öffentlichkeit und sogar in der Wohnung gehen ihm zu weit, bei der Ziehung der Lottozahlen bekommt er Herzklopfen, und zu allem Überfluss verlangt man von ihm den Kauf eines Anzugs samt Krawatte für eine Familienfeier.

Einem seiner Kumpel ist das Wasserlassen in einer öffentlichen Grünanlage teuer zu stehen gekommen, während ein anderer von seinem Vollzeitjob nicht leben kann. Von einem Rechtssekretär wird Günner darüber aufgeklärt, wie die Kreisverwaltung rechnet, mit dem Handbuch zu seinem neuen Herd hat er seine liebe Not, und seine Einkäufe tätigt er lieber im Supermarkt, als zu den überteuerten Tiefkühlprodukten der Firma Eismann zu greifen.

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Bis zum Hals von Bruno Jonas

Bis zum HalsIn zehn Kurzgeschichten stellt Bruno Jonas in seinem Buch Personen vor, denen sprichwörtlich das Wasser bis zum Hals steht. In Rückblicken erzählen die Ich-Erzähler von ihren Sorgen und Problemen und lassen ihrem Unmut freien Lauf. So erleidet in einer Geschichte beispielsweise der junge Journalist Timo während eines Golfturniers einen Herzinfarkt und landet ausgerechnet auf der Intensivstation eines Professors, den er einst des Plagiats bezichtigt hat.
Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Höfling ist wie das Fähnlein auf dem Turme ein angepasster Mensch und stimmt sogar gegen seine eigene Überzeugung. Bei der Landtagswahl muss er eine herbe Niederlage einstecken und macht gute Miene zum bösen Spiel.

Vor zwei Jahren hat Dimitri Papadakis seine Taverne in München aufgegeben, um auf einer griechischen Insel ein Hotel zu führen. Mit seiner genialen Idee der Handwerksferien, wobei er Arbeitern aus Deutschland Urlaub gegen Arbeit versprochen hat, kann er dem Land zum Aufschwung verhelfen, wofür er zum Staatspräsidenten auf Lebenszeit gewählt wird.

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Kurze Begegnungen mit Che Guevara von Ben Fountain

Kurze Begegnungen mit Che GuevaraBen Fountain lässt in einer der Erzählungen seines Buches „Kurze Begegnungen mit Che Guevara“ einen Ich-Erzähler Gespräche führen, die ihm Antworten auf Fragen zu Che Guevara geben. Am Ende resümiert er, dass sich die Hoffnungen des Revolutionärs auf eine bessere Welt nicht erfüllt haben. In einer weiteren Geschichte will der Ornithologe John Blair in den kolumbianischen Wäldern drei Wochen lang seltene Vogelarten studieren. Bei einem Streifzug wird er von Rebellen festgenommen, die den vermeintlichen Spion zu Comandante Alberto bringen. Nach über fünfzehn Monaten trifft endlich eine Delegation aus Amerika ein. Doch wendet sich das Blatt und Blair will bleiben.

In Port-au-Prince, wo Mason aus gutem Grund in einem ärmlichen Viertel als Beobachter wohnt, macht er die Bekanntschaft eines Mulatten. Der ist davon überzeugt, dass Mason Mitleid mit der Bevölkerung Haitis hat und vertraut ihm deshalb seine wertvollen, gestohlenen Gemälde an. Mason soll sie für ihn nach Miami schmuggeln und dort zu Geld machen.

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Kuba von Jakob Strobel y Serra

KubaDas Reiselesebuch, für das Jakob Strobel y Serra eigene und Beiträge anderer Autoren zusammengestellt hat, beginnt mit einem Auszug aus dem Bordbuch von Christoph Kolumbus, das dieser während seiner Entdeckung von Kuba im Herbst des Jahres 1492 geführt hat. In seiner Annahme, die Insel könnte nicht von schweren Stürmen heimgesucht werden, sollte er sich allerdings täuschen. Daran schließen sich Eindrücke von Alexander von Humboldt aus dem Jahr 1801 über heimische Pflanzen, die Bevölkerung und der Sklaverei an. Es folgt eine Erzählung des kubanischen Schriftstellers Guillermo Cabrera Infante über die Faszination eines Fotografen von einer Bolero-Sängerin sowie einer Rumbatänzerin und eine weitere von Aida García Alonso über eine junge Mexikanerin, die als Köchin einige Monate während der Herrschaft von Charles Edward Magoon auf Kuba arbeitete.

Der Kubaner Alejo Carpentier schreibt in einem Auszug seines Romans von einem Mann, der an den Ort seiner Kindheit in Havanna zurückkehrt. Interessant sind die Ausführungen von dem aus Havanna stammenden Manuel Pereira, die einem Merianheft über Kuba entnommen sind.

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Der Katzenkönig von Rainer Wochele

Der KatzenkönigMit vierzig Jahren steht der Veterinärmediziner Dr. Karlheinz König buchstäblich auf der Straße. Nachdem er aus Gewissensgründen bei seinem Arbeitgeber, einer Pharma-Firma, die Kündigung eingereicht und seine Frau sich deshalb von ihm getrennt hat, kann er fürs erste im Gartenhaus seines ehemaligen Schulkollegen Hartmut Specht unterkommen. Um an Geld zu kommen, will König Profit aus der Sorge einiger Katzenbesitzer schlagen, deren Lieblinge entlaufen sind. Sie haben Belohnungen auf das Auffinden ihrer Katze ausgesetzt und nehmen im guten Glauben die Katze an, die ihnen König bringt, auch wenn sie der ihren nur zum Verwechseln ähnlich sieht. Bei der Aktion kann der Katzenkönig und Katzenliebhaber auf Vierbeiner zurückgreifen, die der ehemalige Bewohner des Gartenhauses zurückgelassen hat, wobei er jedem Tier einen Namen von Größen aus der Medizingeschichte verliehen hat.

In der Abgeschiedenheit der Rieselfelder schreibt König an einem Aufsatz mit dem Titel „Tierversuche – Quälerei oder Notwendigkeit“, den er bei einer Zeitung einreichen will. Doch dann setzt ihn der Gartenhausbesitzer unter Druck, weil ein Immobilienhai andere Pläne mit dem Gelände verfolgt. Die Friseuse Lisamaria, bei der König sehr lange Kunde war, ist seine einzige Hoffnung.

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Tote reisen nicht – Überraschungen zwischen Spannung, Nachdenklichkeit und Humor

Buchcover: Tote reisen nicht

Spannende Wendungen gleich zu Beginn

Angelika Stephan wartet bereits mit der ersten Kurzgeschichte ihres Buches Tote reisen nicht* mit einer Überraschung für die Leser auf: Ein Überfall auf Hanna nimmt einen glücklichen Ausgang. In einer weiteren Geschichte täuscht ein Paar eine Autopanne vor, ohne zu ahnen, dass ein Ring ihnen zum Verhängnis wird, als sie sich scheinbar hilfesuchend an Christine wenden. Katja wiederum wird es bereuen, in einer Disco einen Whiskey mit Cola getrunken zu haben. Und der Ehestreit zwischen Helen und Heinz führt zu einer entscheidenden und völlig überraschenden Wendung in der Auseinandersetzung zwischen Mario und Georgio.

Nachdenkliche Episoden mit Tiefgang

Nach diesen spannungsgeladenen Texten wendet sich die Autorin ernsteren Themen zu. Jens, der in Amerika lebende Sohn von Mia, möchte seiner Mutter zum Weihnachtsfest eine Überraschung bereiten – ohne zu ahnen, dass ihn selbst eine unerwartete Wendung ereilen wird.

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Weihnachtsherzen von Anne Tente (Hrsg.)

Die schönsten Geschichten zum Fest!

WeihnachtsherzenNur eine von elf Geschichten in der Anthologie „Weihnachtsherzen“ hat ein Mann geschrieben. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn sich vieles um Beziehungskrisen dreht. So denkt auch Zoe an eine Liebe in der Sommerstadt, irrt am Heiligen Abend umher und kann sich einfach nicht entschließen, zu ihrer Familie zu gehen. Mary muss sich zwischen ihrem Zuhause in Ingleby und einem Mann entscheiden, dem ihre Liebe gehört. Zum Heiligen Abend des Jahres 2007 begibt sich der Buchhändler Jean Perdu sowohl auf eine literarische, wie auch auf eine phantastische Tagtraumreise, und in einer weiteren Geschichte verknüpfen sich die Erlebnisse der unglücklichen Jana während einer Überfahrt mit einem Segelschiff im Jahre 1878 nach New York mit einer Urlauberin auf den vor Cornwall gelagerten Scilly-Inseln im Handy-Zeitalter.

Georg trauert um den frühen Tod seiner geliebten Leni und bereitet zum Heiligen Abend ein Essen vor, bei dem ihm ausgerechnet eine Katze wertvolle Tipps gibt. Anstatt, wie geplant, mit ihrem Mann und den beiden Kindern die Weihnachtstage in einem Vier-Sterne-Hotel in St. Moritz zu verbringen, warten auf Carmen jede Menge böse, wie auch angenehme Überraschungen.

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Der alljährliche Wahnsinn von Werner Irro (Hrsg.)

Die besten Satiren zum Weihnachtsfest!

Der alljährliche WahnsinnAls Herausgeber der Anthologie Der alljährliche Wahnsinn* präsentiert Werner Irro dem Leser das Weihnachtsfest einmal nicht in der gewohnt besinnlichen Weise, denn in dem Buch möchte beispielsweise ein Ehepaar seinen heiratswilligen Töchtern zur Bescherung jeweils einen Mann schenken, oder ein Revolutionär beabsichtigt den Bart des Nikolaus anzuzünden. In einer Familie wird zum Fest nicht nur auf Geschenke verzichtet, sondern sogar auf den Weihnachtsbaum, weil der Vater in allem eine Gefahr wittert. Überhaupt ist die Abschaffung des Festes häufig ein Thema, wobei ein Mann seiner Frau vorrechnet, wie viel eingespart werden könnte, wenn das Fest wie ein Geburtstag einfach um ein paar Tage verschoben würde. Für ein Ehepaar besteht die Bescherung in einem Wohnungsbrand und ein anderes Paar reagiert mit Bestürzung, als sie hören, was der gemietete Weihnachtsmann den Kindern erzählt. Ein Enkel wird kurzerhand vor dem Fest von seiner Oma enterbt, Weihnachtsplätzchen misslingen, und in einem modernen Weihnachtsmärchen führt Gretel ihren Hänsel mittels GPS nach Hause.

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