Wenn ein Schiedsrichter die Rote Karte zeigt, dann zieht er sie stets aus seiner Gesäßtasche. Dass sich der Begriff „Arschkarte“ dadurch geprägt hat, erfährt der Leser in Flipflops, iPod, Currywurst von Steffi Hugendubel-Doll. Das Buch informiert mit über 150 weiteren Stichwörtern beispielsweise darüber, dass bei uns Frauen erst ab 1958 einen Führerschein machen durften, ohne ihren Ehemann fragen zu müssen. Und Erich Kästner hat bereits in einem 1932 erschienenen Buch ein Taschentelefon erwähnt, als an das uns bekannte Handy noch niemand dachte!

Von beispielhaften Karrieren ist hier die Rede, zu denen die Brüder Karl und Theo Albrecht als die Gründer der Aldi-Märkte zählen, Jeffrey Preston Bezos von Amazon, Ingvar Kamprad von Ikea oder auch Mark Zuckerberg von Facebook. Ihnen haben ihre Erfindungen zu Bekanntheitsgrad und Reichtum verholfen. Mit Pfennigsartikeln haben die Erfinder des Hula-Hoop-Reifens, des Jo-Jos und den „Post-it“ genannten Haftnotizen ihren Einsatz vervielfacht, während Gerald Holton darauf verzichtet hat, sich sein entworfenes Peace-Zeichen rechtlich schützen zu lassen. Ihm war es wichtiger, dass sein Friedenssymbol von allen Menschen rund um den Globus erkannt wird. Uhu und Tempo sind zu Synonymen für Kleber und Papiertaschentücher schlechthin geworden und in Nutella ist innerhalb Europas längst nicht überall das Gleiche drin! Weiterhin erfährt der Leser über die Erfinder und Arbeitgeber von Maggi und Labello, dass sie bei ihren Arbeitern wegen ihrer sozialen Einstellung sehr angesehen waren.

Verhängnisvoll war es für Charles Darrow, weil er die Spielregeln für Monopoly von Elizabeth Magie Phillips abgeschrieben hat. Bereits 1933 ließ er sich die Urheberrechte an dem Spiel schützen. Doch 1982 konnte ihm anhand der übernommenen Fehler bei der Abschrift nachgewiesen werden, dass er nicht der wahre Erfinder war, auch wenn dies heute noch viele glauben. Das zumindest hat Steffi Hugendubel-Doll für ihr Nachschlagewerk Flipflops, iPod, Currywurst recherchiert. Ein Inhaltsverzeichnis gibt einen Überblick über die in alphabetischer Reihenfolge gelisteten Begriffe, was noch durch ein Register ergänzt wird. Außerdem finden sich im Anhang nützliche Informationen für jeden Erfindergeist. Das Jugendsachbuch ist ein wirklich interessantes und durch viele Ergänzungen informatives Buch nicht nur für die Jugend, denn auch ältere Semester werden darin immer wieder mal gerne nachschlagen. Wen es interessiert, wieso ausgerechnet der 1. Weltkrieg dem „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Spiel oder auch Ohropax zum Durchbruch verhalf, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.

Steffi Hugendubel-Doll, Flipflops, iPod, Currywurst, cbj Verlag 2012, gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, ISBN 978-3-570-13621-8, Preis: 24,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

1 Kommentar

  1. Das Buch ist voll der Burner! Total coole Infos!

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