Um die Grabstätte des legendären Mongolenfürsten Dschingis Khan ranken sich auch noch fast 800 Jahre nach seinem Tod Legenden. Tatsächlich soll der Mongolenfürst testamentarisch bestimmt haben, dass seine Grabstätte geheim gehalten werden soll und vermutlich wurden 1800 Soldaten und Arbeiter getötet, nur um dieses Geheimnis zu wahren. Um die wahrscheinlich von einem seiner Söhne verfasste Schrift Geheime Geschichte der Mongolen geht es in dem Buch Die Kinder des Dschinn – Die Kristalle des Khan von P. B. Kerr.

Dschinn Nimrod, Onkel der 14-jährigen Zwillinge John und Philippa, folgt mit Butler Groanin einer Einladung ins Grandhotel Excelsior Vittoria nach Sorrent. Unerwartet kommt es zum Ausbruch des Vesuvs und Nimrod eilt als Vulkanologe seinem Kollegen Prof. Stürlüson, der sich zu Forschungszwecken mit Axel Heimskringla am Krater aufhält, zu Hilfe. Der Butler, dem das alles zu viel wird, kündigt kurzerhand. Doch nichts ahnend wird er von Mafiosi übertölpelt, gerät in die Hände einer Straßengang, landet auf dem Piratenschiff von Kapitän Sharkey und wünscht sich nicht erst bei den jemenitischen Terroristen, wieder Nimrod dienen zu können.

Philippa und John analysieren unterdessen mit ihrem Onkel die gewonnenen Lavaproben und stoßen auf ein unbekanntes Element. Nach dem Vesuv sind mittlerweile auch alle anderen Vulkane der Welt ausgebrochen und wegen des Ascheregens wurde weltweit der Luftraum gesperrt. Nimrod kommt zu der Erkenntnis, dass es sich um einen chinesischen Fluch handelt. Gemeinsam mit den Zwillingen muss er die Kristalle aus der Gruft von Dschingis Khan finden, um die Welt retten zu können. Glücklicherweise verfügen die drei Dschinn, über Fokuswörter, die ihnen Zauberkräfte verleihen und mit denen sie in andere Körper tauchen können. Ihr Weg führt auf dem fliegenden Teppich nach Fes, Kandahar, Australien und schließlich in die Mongolei. Doch noch verschweigt ihnen ihr Onkel, was Taranuschi, der erste große Dschinn, vorhergesagt hat.

In diesem siebten und letzten Teil der Reihe „Die Kinder des Dschinn“ nimmt P. B. Kerr die jungen Leser mit auf eine große Reise. Überall lauern neue Gefahren, doch um die Welt vor einer Katastrophe zu retten, wollen sie nichts unversucht lassen. Auf geniale Weise hat der Autor Phantasie mit realem Zeitgeschehen, wie dem Ausbruch des Eyjafjallajökull, und historischen Begebenheiten vermischt. Er vermittelt dem Leser Wissenswertes über Vulkane, geometrische Figuren und die Schutzgelderpressungen der Mafia und Camorra. Die Piraterie um Somalia ist ein Thema sowie Informationen zu Klettergurten, Karabinern und Abseiltechniken beim Bergsteigen. Über die Kamelspinne, den Zitteraal und Kamele klärt er auf und schreibt auch über Essgewohnheiten, Sprache und Bräuche der Aborigines wie auch der Mongolen. Einziger Kritikpunkt dieses überaus spannenden und beachtlichen Werkes ist die nicht kenntlich gemachte Vermischung von Realität und Fiktion. Dass es tatsächlich das erwähnte Excelsior Vittoria Hotel gibt, das Luigi Palmieri Observatorium und viele andere gut recherchierte Details um Dschingis Khan, hätte vielleicht in einer Fußnote für die 11-13 jährigen jungen Leser vermerkt werden können.

P. B. Kerr, Die Kinder des Dschinn – Die Kristalle des Khan, Oetinger Verlag 2012, Hardcover, 448 Seiten, ISBN 978-3-7891-4036-5, Preis: 17,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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