In New-York hat sich zu Beginn der 70-er Jahre die Hip-Hop-Kultur entwickelt, die überwiegend von Schwarzen auf der Straße gelebt wird. Zu den wichtigsten Elementen zählt der Breakdance, der akrobatische Fähigkeiten erfordert, die Graffiti-Schreiberei und der Rap, der eine Art Sprechgesang ist.

Hasan Taş, ein begeisterter Rapper, erzählt in seinem autobiografischen Jugendroman Abgemixt von seiner traurigen Kindheit. Als Kind türkischstämmiger Eltern wird er 1989 in Düsseldorf geboren. Von seinem Vater bezieht nicht nur er, sondern auch seine Mutter Prügel. Nach der Trennung der Eltern und dem Auszug eines älteren Bruders, ist Hasan als einziger Mann im Haus, getreu seiner Tradition, bereits mit 13 Jahren das Familienoberhaupt. Er selbst kann tun und lassen, was er will und interessiert sich weniger für die Schule, dafür umso mehr für das Rappen. Seine einst guten Noten werden schlechter und wegen einer Schlägerei fliegt er schließlich von der Realschule.

Da die Familie Geldsorgen hat, wird er mit 13 Jahren zum Dealer. Kiffen und Rappen sind sein Lebensinhalt. Mit Freunden knackt er Autos, um sich ein Tonstudio einrichten zu können. Ein erstes Verfahren gegen ihn muss wegen Mangel an Beweisen eingestellt werden. Doch dann folgen die ersten Einbrüche und mit 17/18 Jahren lässt er sich im Puff verwöhnen. Als ein Bekannter nach einer Schlägerei auf der Intensivstation landet, wird Hasan für sechs Monate in der JVA untergebracht. Auf Bewährung wird er auf freien Fuß gesetzt, doch nutzt er seine Chance nicht. Mit Freunden zieht es ihn zum größten Puff Europas. Er schlägt die Warnung des Richters in den Wind, begeht einen Raubüberfall und landet wieder im Knast, wo er diesen Roman verfasst.

Hasan Taş hat seinen autobiografischen Roman Abgemixt in einer einfachen, verständlichen Sprache verfasst. Er spricht direkt die Jugendlichen an, wobei die Altersempfehlung ab 13 Jahren nur ein grober Richtwert ist. Es gibt sicher junge Leute, die das Buch schon ein oder auch zwei Jahre früher lesen sollten. Der Autor erzählt, wie er auf die „schiefe Bahn“ geraten ist und sich dem Sog nicht mehr entziehen konnte. Seine Lebensgeschichte ist bedrückend und sein letzter, im Buch abgedruckter Rap, drückt seine ganze innere Zerrissenheit und Enttäuschung vom Leben aus. Seine Mahnung, dass man von Drogen nur schwer wieder loskommt, ist eine direkte Botschaft an den Leser, denn früher oder später werden alle erwischt. Heute weiß Hasan, dass nichts die Zeit zurück bringen kann, die er hinter Gittern verbracht hat, denn dort wurde ihm seine Freiheit genommen. In der JVA hat er seinen Hauptschulabschluss nachgeholt und es ist ihm zu wünschen, dass ihm außer dem angestrebten Realschulabschluss auch Anerkennung und Erfolg zuteil werden, wenn er einen neuen Rap geschrieben und Abgemixt hat.

Hasan Taş, Abgemixt, Verlag an der Ruhr 2010, Paperback, 128 Seiten, ISBN 978-3-8346-0731-7, Preis: 6,50 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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