
Wut, Frust – und ein Park, der alles verändert
Tove ist wütend, weil er gerade jetzt seine Füße hochheben soll, als sein Vater wischen will. Denn wäre er nicht gestört worden, hätte er endlich den Kartentrick lösen können. Frustriert zweifelt er an sich, weil er echt gar nichts kann. Sein Vater schlägt vor, dass er eine Pause machen und in den Park gehen soll. Er könnte dort mit Abiona Fußball spielen oder sich von Lukas Schach beibringen lassen. Doch alle Versuche seines Vaters erstickt Tove im Keim. Und obwohl er genau weiß, dass Katharina wegen einer Verhinderung nicht im Park ist, gibt er vor, dass es sich lohnen könnte, nach ihr zu schauen.
Ein Gespräch und erste Funken von Talent
Im Park lässt sich Tove auf die Wiese fallen. Helin aus seiner Klasse gesellt sich zu ihm und will wissen, was mit ihm los ist. Tove erklärt ihr, dass Lukas an einem Schachturnier teilnimmt, Katharina in einer Musikband singt und Abiona eine mega Fußballerin ist. Nur er selbst hätte kein Talent. Während Helin grübelt, sieht für Tove eine Wolke wie ein Pferd aus – was Helin durchaus als ein Talent wertet. Daraufhin hält er sie für talentiert, da sie die versteckten Talente anderer erkennt.
Ein Ritter, ein Drache – und eine mutige Truppe
Plötzlich nehmen beide wildes Gezappel wahr und eilen Antonio zu Hilfe, der vorgibt, Ritter Pappelzwick von Laubblatten zu sein, der gegen einen Drachen kämpft. Tove und Helin greifen sich je einen Zweig und kämpfen mit ihren Schwertern ebenfalls gegen den Drachen. Nachdem die Kinder den Drachen besiegt haben, stellt Tove fest, dass Antonio ein super Geschichtenerfinder ist.
Chaos, Schätze – und ein verlorener Rubinkiesel
Ängstlich lauschen Tove, Helin und Antonio einem näherkommenden Motorengeräusch, das aber nur Cleo erzeugt hat, die sich mit ihrem Fahrrad nähert. Sie fährt weiter und stößt prompt mit der wie aus dem Nichts kommenden Dani zusammen. Steine und Zweige fliegen durch die Luft, mit denen Helin jongliert. Zum Erstaunen der anderen sind das alles Dinge aus Danis Schatz, den sie im Park gefunden hat.
Ausgerechnet Danis rot leuchtender Kieselstein ging bei dem Zusammenprall verloren. Cleo findet ihn zwischen zwei Felsbrocken, kommt aber nicht heran. Da hat Tove eine Idee – und „Ta-da!“ Er kann den Rubinkiesel hervorholen, woraufhin alle Kinder jubeln. Glücklich geht jeder seines Weges, und auch Tove geht, mit Talent gesegnet, nach Hause.
Illustrationen, die Gefühle sichtbar machen
Martin Fontanellaz hat für sein Kinderbuch Ich seh in dir, was du nicht siehst* nicht die klassische Rollenverteilung gewählt, indem er dem Vater von Tove die Putzarbeit übertragen hat. Dass es Tage gibt, an denen man mit sich und der Welt unzufrieden ist und nichts gelingen will, kennt jedes Kind aus eigener Erfahrung, weshalb es sofort mit Tove fühlt, der immer unzufriedener wird.
Seine Wut wird in den von Anna Horak angefertigten Illustrationen greifbar, indem Toves Spielkarten durch die Luft fliegen. Sein Gesicht spricht Bände, und auch seine Mimik auf den folgenden Seiten demonstriert seine Unzufriedenheit aufs Äußerste. Ihr Können zeigt die ausgezeichnete Künstlerin auch mit der Darstellung des Fantasiedrachens, des Freudentanzes nach dem Sieg, des Zusammenstoßes von Dani und Cleo, die Sterne sehen, sowie des in eine Spalte gelangten Rubinkiesels.
Talente entdecken – bei anderen und bei sich selbst
Interessanterweise ist in dem Kinderbuch Ich seh in dir, was du nicht siehst* einmal die wörtliche Rede mit Anführungszeichen eingebaut, ein anderes Mal in Sprechblasen. Die Geschichte zeigt schon kleinen Kindern ab vier Jahren, dass jeder Mensch auf seine Weise Talente besitzt. Die Fantasie geht leider vielen im Laufe des Lebens verloren, obwohl gerade sie Motor für Entdeckungen sein kann, deren Talent in vielen schlummert. Vielleicht entdeckst DU in einem deiner Freunde so ein Talent – oder ein anderer sieht in DIR, was DU nicht siehst!
Ich seh in dir, was du nicht siehst von Martin Fontanellaz

Ein liebevoll erzähltes Kinderbuch über Tove, der glaubt, kein Talent zu haben – bis ein chaotischer Parktag zeigt, wie viele Fähigkeiten in jedem Kind stecken.
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Illustrationen: Anna Horak
Verlag: Achse
Erscheinungsjahr: 2026
Seitenzahl: 36
Genre: Kinderbuch