Zum Sterben nach Lippe von Joachim H. Peters

Zum Sterben nach LippeIn Detmold wird am Bahnhof eine in Klarsichtfolie gewickelte männliche Leiche entdeckt. Unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Hans-Werner Brehm und seines Vorgesetzten Jürgen Feller nimmt die Mordkommission die Ermittlungen auf. Doch damit nicht genug: Ein junger Mann kommt zu ihnen auf die Wache und gibt an, dass er mit seinem Freund Lucas nachts ein Mädchen an einer Bushaltestelle „angemacht“ hat. Plötzlich hätte jemand Lucas niedergeschlagen. Als die Beamten Blut an der Haltestelle sicherstellen, fürchten sie, dass auch Lucas einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Ihre Suche konzentriert sich auch auf das nicht aufzufindende Mädchen, dem die beiden jungen Männer nachgestellt haben.

Wenig später wird eine weitere, in Klarsichtfolie verpackte Leiche mit einer Botschaft aufgefunden. Darin werden die Beamten aufgefordert, innerhalb von sieben Tagen Koslowski aufzuspüren, einen untergetauchten, aus dem Polizeidienst ausgeschiedenen privaten Ermittler. Auch wissen sie inzwischen, mit wem sie es zu tun haben, nämlich mit dem aus einer psychiatrischen Anstalt geflohenen Jérome Kasper, der von allen nur der Schlachter genannt wird. Kommissar Brehm hofft, über Walfried Eugelink, der ebenfalls den Dienst quittiert hat, Verbindung mit Koslowski aufnehmen zu können und so weitere Morde zu verhindern. Andererseits plagt ihn sein Gewissen, weil er Koslowski dadurch quasi Zum Sterben nach Lippe lockt. Nachdem ihm jedoch die Situation klar ist, will er das Problem auf seine Weise lösen, wobei er lediglich seinen ehemaligen Kollegen Ronnie Liebach ins Vertrauen zieht.

Der Autor hat auch bei dem 8. Band der Reihe um seinen Ermittler Koslowski das Lipperland, das seine Wahlheimat ist, nicht zu kurz kommen lassen. Kenner der Krimi-Reihe sind längst mit dem Bistro Knispel vertraut, einer Kneipe in Hiddesen, in der die Beamten gerne auf ein Pils zusammen kommen. Wanderfreunden stellt Joachim H. Peters den sich über 156 km erstreckenden Hermannsweg im Teutoburger Wald vor, der immerhin beachtliche 4680 Höhenmeter im Anstieg und noch 3966 im Abstieg aufzuweisen hat. Weit entfernt vom Lipperland wirbt er für einen Höhenweg in den Allgäuer Alpen, den ausgesetzten und teils stahlseilversicherten Heilbronner Weg. Da der Autor selbst Polizeibeamter ist, verwundert es nicht, wenn er auch auf den gemeinnützigen Verein „Zuhause sicher“ aufmerksam macht.

Es gibt nur eines, das an dem Roman Zum Sterben nach Lippe von Joachim H. Peters auszusetzen ist, und das sind die in inflationärer Weise auftretenden Rechtschreib-, Grammatik-, Zeit- und Zeichenfehler in Kombination mit fehlenden oder gar ähnlichen, aber den Sinn verfälschenden Worten. Leider kann sich der Verlag in diesem Punkt nicht mit Ruhm bekleckern. Ein verantwortungsvolles Korrektorat wäre dem Kriminalroman, der den Leser gleich zu Beginn mit den ersten Sätzen fesselt, zu wünschen. Bereits im Prolog seines Lippe-Krimis wartet der Autor mit einer Reihe überraschender Wendungen auf und schafft es, die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten. Wer als Jäger jemanden jagt, wird schnell selbst zum Gejagten, und wer sich seiner Überlegenheit zu sicher ist, wird ganz schnell eines Besseren belehrt.

Joachim H. Peters, Zum Sterben nach Lippe , Verlag Topp + Möller 2016, Papperback, 272 Seiten, ISBN 978-3-936867-67-1, Preis: 11,20 Euro.

Bildquelle: amazon.de

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