In dem Kinderbuch Wie geht es Dir? Mir geht es gut! von Doreen Beilke erklärt die kleine Elsa ihren Eltern, dass sie gerade einen Brief an ihre Omi in den Briefkasten geworfen hat, den sie nun aber sofort zurück haben möchte, weil er dort im Dunkeln ganz alleine ist. Ihre Eltern trösten sie daraufhin, weil der Brief im Kasten sicher ganz tolle Brieffreunde finden wird. Auf allen weiteren Seiten folgen vierzehn Briefe, wie sie Kinder ihren Freunden schreiben. Aber auch ein Bewerbungsschreiben, ein Brief eines Kindes an seinen Vater, ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann, Glückwünsche an ein Brautpaar und ein Schreiben einer Schulleiterin an die Eltern eines Schülers sind darunter zu finden.

Wer das großformatige Buch Wie geht es Dir? Mir geht es gut! von Doreen Beilke zur Hand nimmt, freut sich auf den ersten Blick, denn das schön gestaltete Cover und die vielen bunten Illustrationen, die allesamt von Lena Ellermann stammen, sind vielverspechend. Ob nun Eltern, Großeltern oder Geschwister aus dem Buch vorlesen, sie werden nach der ersten Seite auf den Fortgang der Geschichte gespannt sein. Mehr als der oben beschriebene Inhalt existiert aber leider nicht. Der Vorleser wird nach dem Umblättern genauso wie das Kind enttäuscht sein, das begierig erfahren will, was nun weiter mit diesem Brief an die Omi geschieht. Stattdessen folgt nun eine wahllose Sammlung von Briefen, die keine Gemeinsamkeiten haben. So, wie ja auch die tatsächlich in unseren Briefkästen landenden Briefe miteinander nichts verbindet.

Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab fünf Jahren. Es stellt sich die Frage, was die Kinder aus diesem Buch lernen sollen oder warum es ihnen überhaupt vorgelesen werden sollte. So wird weder Spannung aufgebaut, die das Kind mitfiebern lassen könnte, noch kann es Spaß an einer der Geschichten finden. Dafür glänzen die abgedruckten handgeschriebenen Texte durch Fehler, wie sie zugegebenermaßen von Kindern in Briefen gemacht werden. Doch besteht in diesem Fall die Gefahr, dass sich Schulkinder, die des Lesens schon mächtig sind, die falsch geschriebenen Wörter einprägen, weil sie glauben, dass alles, was in gedruckter Form vorliegt, fehlerfrei sein müsste. So dürfte es nach der Lektüre von Wie geht es Dir? Mir geht es gut! nicht wirklich jedem gut gehen, was bei einem so aufwändig gestalteten Buch sehr zu bedauern ist.

Doreen Beilke, Wie geht es Dir? Mir geht es gut!, Klett Kinderbuch Verlag 2013, mit Illustrationen von Lena Ellermann, Hardcover, 40 Seiten, ISBN 978-3-95470-068-4, Preis: 13,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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